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Deutsche Siedler in den Dakotas

By Lore Waren, California Staats Zeitung

California Staats Zeitung, 8 November, 2001, Seite 10 CS7


Die ersten Siedler in den Dakotas trafen 1885 ein. Diese Emigranten bauten ihre kleinen Häuser aus Rasenstücken, und im Jahre 1890 konnte man kleine Siedlunden finden. Die meisten kamen direkt aus Südrussland, und manche ließen sich erst in Freemont, Süd Dakota nieder und später in Nord Dakota.

Die kleinen Häuser gaben Schutz vor der enormen Kälte des Winters, und der Hitze des Sommers. Aber das Land selber versprach eine gute Zukunft.

Manches war nicht so wie man es sich erhofft hatte. Hunger und Unruhen waren oft nicht gleich zu sehen. Die langen, kalten Winter, und der karge Proviant und die unzureichende Kleidung, geringes finanzielles Einkommen, unbefahrbare Wege und weite Entfernungen zu anderen Ortschaften, Feuerbrände und Angriffe von Indianern ereigneten sich fast täglich.

Dazu kam dann auch oft das Heimweh und die Einsamkeit. Viele wünschten, sie könnten nach Europa zurückkehren, aber die finanziellen Mittel waren dafür nicht vorhanden. Man mußte für das tägliche Brot sehr schwer arbeiten.

Es half wenn man einander besuchen konnte, aber auch das war mit Schwierigkeiten verbunden. In der damaligen Zeit gab es keine Autos und nur wenige Kutschen, so daß man oft die langen Wege zum Nachbarhaus zu Fuß unternehmen mußte. Wenn es eine Meile gewesen wäre das einfach gewesen, aber meistens handelte es sich um drei bis sechs Meilen.

Die Namen der Siedler waren meistens deutsche, z. Bsp. Nauer, Günther, Schweigert, Ellwein, Reiner, Dachtler, Grecklau, Uhl, Rüster, Schmidt, um nur ein paar zu nennen.

Die ersten Emigranten waren sehr daran interessiert so schnell wie möglich einen Pastor zu finden, der die St. Paul Kirche und Otter Creek übernehmen würde. In den damaligen Zeiten wurde wenig dokumentiert und vieles ging verloren. Man weiß aber das zwischen 1893 und 1899 Pastor C.O. Engler und manchmal auch Pastor Schoenhust von New Salem der Pastor der Gemeinde waren. Die Familien die nördlich der Kirche wohnten, hatten ihren eigenen Pastor, F. Wohlfeil aus Hannover.

1899 kam Pastor Ferdinand Matthias nach Hannover und wurde der Pastor der damaligen Gemeinde. Der Gottesdienst wurde in verschiedenen Häusern abgehalten.

Nach dem man das erste Schulhaus erbaut hatte, wurden manche Gottesdienste dort gehalten. Man zählte ungefähr 100 Gemeindemitglieder.

Am 11.Februar 1904 wurde die Kongregation im Heim von Henry Ellwein organisiert., Pastor Matthias übersah dieses Zsammentreffen.

Kurtz danach entschloß man sich, eine Kirche zu bauen. Mehrere Plätze wurden vorgeschlagen, sogar ein Friedhof, wo schon mehre begraben lagen -- aber am Ende entschloss man sich, die Kirche auf fünf Ackern Land zu errichten, die Julius Krecklau gehörten.

Holz wurde gekauft und das Gebäude sollte 22 x 32 ft. sein. Die Ausgaben betrugen 1,400 Dollar und wurden bis auf 88 Dollar aus Spendengeldern beglichen.

Der Eckstein wurde im Juli gelegt, und Pastor Matthias legte mehrere Dokumente in den Grundstein.

In Oktober war es dann soweit, daß man die Kirche mit einem besondern Fest in Otter Creek feiern konnte. 1907 zählte man 24 Familien, die der Kirche angehörten.

Im November 1908 entschloß sich die Gemeinde ihren eigenen Pastor oder Lehrer zu wählen. Und im September erreichte Kandidat Banke Otter Creek und die Schule konnte eröffnet weden. Das Gehalt für den Lehrer betrug 300 Dollar in Jahr, aber er konnte während des Sommers mehr Geld verdienen. Man hatte 50 Schulkinder im ersten Schuljahr. Manche Kinder gehörten nicht zu der Gemeinde, und die Eltern baten um Erlaubnis ihre Kinder hier zu Schule gehen zu lassen.

1919 entschloß man sich eine neue Kirche zu errichten, die Kosten sollten aber 5,500 Dollar nicht übersteigen. Leider war das unmöglich, und somit entschloß man sich, ein Erdgeschoß unter der hiesigen Kirche zu bauen.

1929 fand ein großes Fest statt, und man feierte erst den Anbau dann das 25jährige Jubiläumsfest und ein neuer Pastor, P. Ernst, übernahm den Posten der St.Paul's Kirche. Man versuchte noch einmal Wasserquellen zu finden, und nachdem man 250 ft tief bohrte, wurde man fündig. Im Juni 1937 wurde ein Kirchturm errichtet.

1963 wurden die Türen der St. Pauls Kirch für immer geschlossen und die Kirche ist heute ein historisches Gebäude, für die Nachkömmlinge der Emigranten, deren einfaches Leben kaum mit dem heutigen zu vergleichen ist.

Reprinted with permission of the California Staats Zeitung.

Ein deutsches Bauernhaus in Salem, N. Dakota
Die Küche

 

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