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In Touch with Prairie Living
In Kontakt mit dem Prärieleben, Dezember, 1997
Von Michael M. Miller
Übersetzung von Alice Morgenstern, Munich, Germany
English
Das Erbe der Rußlanddeutschen ist ein wichtiger Teil unserer Kultur
in den nördlichen Ebenen. Die Germans from Russia Heritage Collection
(die Sammlung des rußlanddeutschen Erbes) an den Bibliotheken der
NDSU in Fargo wendet sich deshalb an Familien, die in der Prärie
leben oder gelebt haben und an ehemalige Bewohner von Dakota. Leserzuschriften
mit Anregungen und Meinungen sind sehr willkommen. Der folgende
Artikel möchte die Leser mit Festtagsbräuchen und Spezialitäten
der Rußlanddeutschen zur Weihnachtszeit bekanntmachen.
Belsenickel und Christkindl Bräuche
Der Brauch, daß Sankt Nikolaus (der Belzenickel) den Kindern Gaben
bringt, reicht bis ins Mittelalter zurück. Der Legende nach war
der historische heilige Nikolaus mit dem langen Bart ein gütiger
und freigebiger Bischof. Das Brauchtum der Reformation fürte das
Christkindl ein, das dann am Heiligen Abend mit einem Schlitten
oder Wägelchen zu den Kindern kam und ihnen Geschenke brachte. Der
Belzenickel belohnte fromme und brave Kinder. Was für Erinnerungen
haben Sie an den Belzenickel und das Christkindl in der Weihnachtszeit?
Heutzutage kennen wir den heiligen Nicolaus als "Santa Claus,"
eine amerikanische Figur, die sich vom holländischen "Sinter Klaus"
aus dem New Yorker Brauchtum herleitet.
Der Weihnachtsbaum in Südrußland
Es gibt nach Joseph S. Height's Buch: "Memories of Black Sea Germans"
keinen Beleg dafür, daß die frühen Siedler in Südrußland Weihnachtsbäume
in ihrem Heim aufstellten, da es in den Steppen der Schwarzmeer-
(und auch der Wolga) region an Bäumen mangelte. In den Prärien von
Dakota fanden die deutsch-russischen Pioniere ähnliche Bedingungen
vor, und Weihnachtsbäume wurden erst dann üblich, als sie von anderswo
zum Verkauf in die Ortschaften von Dakota geliefert wurden.
Die Legende von der "Weihnachtsspinne"
"Vor langer Zeit machte sich eine Mutter an den Hausputz für die
Christtage." So beginnt die Erzählung, die uns Kelly Mitchell aus
Calgary schreibt. "Alle Spinnen liefen, so schnell sie konnten,
auf den Speicher hinauf, von wo aus sie hören konnten, wie das Haus
für das Weihnachtsfest geschmückt wurde. Daraufhin liefen sie zurück
zum Weihnachtsbaum und an seinen Zweigen auf und ab und bedeckten
sie mit ihren Spinnweber. Als das Christkind erschien und bemerkte,
wie häßlich der Baum aussah, berührte und segnete es den Baum und
verwandelte alle Spinnweben in gold- und silbersprühende Funken.
Dies war der Beginn für den Brauch, den Christbaum mit einer künstlichen
Spinne zu verzieren. Nach mündlicher Überlieferung "ist ein Baum
mit einer Spinne darauf gesegnet."
Die Engel im Weihnachtlichen Brauchtum
Jolenta Fischer Masterson, gebürtig aus Strasburg, die heute in
Seattle lebt, stellt uns folgende Geschichte zur Verfügung: "Am
Heiligen Abend betraten drei Engel unser Haus, kalt und mit schnee
in Haar und angetan mit Flügeln, Kronen aus Rauschgold und Rosafarbenen,
blauen und weißen Gewändern. Nachdem sie "Stille Nacht" auf deutsch
und englisch gesungen hatten, verschwanden sie in die Nacht hinaus
und kamen wieder mit einem besonderen Geschenk für jedes Kind -
vom Christkindl, wie man uns sagte. Erst nach diesem ungewöhnlichen
Besuch wurden die übrigen Geschenke ausgetilt und das Feiern begann.
Es war damals wunderbar, ein Kind zu sein."
Halvah, eine Süßigkeit, die mit Weihnachtserinnerungen verbunden
ist.
In vielen deutsch-russischen Familien gehörte Halvah zum Weihnachtsbrauchtum.
Es wird in der Hauptsache aus Sesam und Honig gepreßt und als Nachtisch
oder zwischendurch gegessen; es ist etwas krümelig und knusprig
und ziemlich süß. Mit Vanille- oder Schokoladengeschmack und manchmal
auch marmoriert ist Halvah eine türkische Spezialität. Curt Renz
aus Ames, Iowa erinnert sich daran, wie sein Vater in seinem Laden
in Herreid, South Dakota pfundweise Halvah verkaufte. Cur erinnert
sich auch, wie er selbst schwarze Oliven verkaufte, die er mit einem
Becher aus einem großen hölzernen Faß schöpfte, das mit den Oliven
in einer salzigen Brühe gefüllt war. So etwas wurde täglich von
den älteren Leuten gekauft, ebenso wie runde Käse und Blutwürste.
Adeline Liebholz Kosch feiert Weihnachten als Einhundertfünfjährige.
Eine der ältesten Rußlanddeutschen in Amerika ist Adeline Liebholz
Kosch. Kürzlich feierte sie ihren 105 Geburtstag und ist die älteste
Einwohnerin, die es jemals in Yamima, Washington gab. Sie kam 1891
im ehemals deutschen Dorf Hoffnungstal bei Odessa in der Ukraine
zur Welt. Eine nachträgliche Geburtstagskarte erreicht sie unter
der Adresse: Adeline Kosch, c/o Grace Evangelical Luthern Church,
1207 S 7th St, Yakima, Washington 98802.
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und Festtagsbräuche, Kochrezepte,traditionelle Spezialgerichte und
Geschichten über die Zeit mitteilen? Wir sind ein Forschungszentrum,
und Ihr Beitrag wird das wissen der Germans from Russia Heritage
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Michael M. Miller
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