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In Touch with Prairie Living
Mai 1998
Von Michael M. Miller
English
Die Sammlung ueber das Erbe der Deutschen aus Russland an den
NDSU-Bibliotheken in Fargo spricht Familien und ehemalige Bewohner
der Dakotas an. Auf verschiedene Weise bekraeftigt sie das Erbe
der Deutschen aus Russland als wichtigen Teil der Kultur der noerdlichen
Ebenen. In diesem Monat schreibt Cora Wolff Tschaekofske, Dickinson,
N. Dak., ueber ihre Erinnerungen an die Gartenarbeit ihrer Eltern
und Grosseltern. Cora kehrt im Mai wieder zur Ukraine zurueck, um
die deutschen Doerfer ihrer Vorfahren von Glueckstal, Suedrussland,
zu besuchen (heute in Moldova, ehemalige Sowjetunion).
Die Deutschen aus Russland, die nach Amerika einwanderten, waren
gute Gaertner. Ihre Gaerten waren vor allem eine Uebung im Glauben,
der gleiche Glaube, der ihre Familien im Land, von dem sie kamen,
ernaehrte. Dieser Glaube hatte sie die Vorsorge treffen lassen,
als sie einwanderten fuer den Garten Samen mit zu bringen. Spaeter
legten sie mit diesen Samen ihre Gaerten an: sie hegten und pflegten
ihre Gaerten mit einem Wissen und einer Sachkenntnis, die sie nur
durch eine Liebe fuer ihre Arbeit zum Boden erworben hatten, sowie
fuer ihre Familien, die durch ihre Leistungen ernaehrt wuerden.
Gartenarbeit dieser einwandernden Familien war gewoehnlich eine
gemeinsame Bemuehung der Ehemaenner und der Frauen; die Ehemaenner
bestellten den Boden und die Frauen streuten den Samen in den bebauten
Boden in ordentliche, gut angeordnete Reihen. Die Aufgabe des Hackens
wurde haeufig von den Ehemaennern, die am fruehen Morgen aufstanden,
um vor dem Fruehstück zur Hacke zu greifen, erledigt. Setzlinge
fuer den Garten liess man haeufig zuerst in kleinen Behaeltern im
Haus wachsen bei grossen Fenstern bis sie draussen in den Garten,
nachdem die Gefahr des Frosts vorbei war, umgesetzt werden konnten.
Einige der ersten Einwanderer setzten ihre Tradition einen "Bastaan"
an zu legen, fort. Dieser Garten, errichtet in frisch gebrochener
Grasscholle, brachte Wassermelonen, andere Melonen, Kuerbisse, andere
Gewaechse, die mit Kuerbis verwandt sind, Zitrusgewaechse und Gurken
hervor. Sie schienen im eben gebrochenen Boden zu gedeihen, als
Feuchtigkeit genuegend war. Waehrend einer langen Trockenperiode
befoerderten Landwirte Wasser in Faessern auf Steinbooten, bewaesserten
diese Pflanzen sorgfaeltig, damit sie wachsen und Fruechte tragen
konnten. Das Saeen wurde mit den Mondphasen geplant.
Einwandernde Familien genossen immer Gurken, Wassermelonen und
Kuerbisse zu essen. Sie gaben acht, Samen von ihren besten Fruechten
aufzuheben. Diese Samen wurden gewaschen, getrocknet und dann zum
Pflanzen im darauf folgenden Jahr aufgehoben. Samen fuer Wurzelgemuese
wie Karotten, rote und weisse Rueben, und gelbe Kohlrueben wurden
gesammelt. Uebrig gebliebenes Gemüse, das zum Gebrauch im Winter
aufgehoben worden war, wurde direkt in den Boden umgesetzt, um Samen
zu erzeugen, der, wenn er reif war, vorsichtig zum Saeen im darauf
folgenden Jahr eingesammelt wurde.
Die Gaerten der Einwanderer waren normalerweise sehr gross. Ausser
Gemuese hatten die meisten Gaerten Stachelbeer- und rote Johannisbeerbuesche,
die Obst fuer den Nachtisch und Gelees zur Verfuegung stellten.
Große Flaechen Rhabarber wurden fuer Obstkuchen, Gebaeck und
Sossen angebaut und geerntet. An den Raendern des Gartens setzten
die Frauen Kamille, eine kleine Pflanze, die eine kleine gaensebluemchenartige
Bluete zeigt. Die Blumen wurden gepflueckt, getrocknet und dann
dazu verwendet, um Tee zu bruehen. Dieser Tee hatte medizinische
Qualitaeten, die Bauchschmerzen bei Kindern linderten oder als Beruhigungstee
zum Einschlafen fuer Erwachsene gebraut wurden. Kamillensamen verbreiteten
sich stark. Dort wo die Samen hinfielen, waechst noch Kamille, die
von diesen einwandernden Gaertnern stammt. In diesen Gaerten wuchsen
mehrere Arten von Minze. Es gab breitblatt hellgruene Minze und
eine kleine, dunkelgruene, gezackt blaettrige Minze. Die Blaetter
der Minze wurden getrocknet, um starken Tee, der auch medizinische
Qualitaeten hatte, zu kochen. Grossmuetter wickelten ein Minzblatt
wegen des wohlriechenden und starken Aromas in ihr Taschentuch,
als sie am Sonntag zur Kirche gingen. Eine Vielzahl an Arten und
Farben von Blumen konnten in allen Gaerten gefunden werden.
Eine Tafel, die in einigen Gartenkatalogen abgebildet ist, weist
darauf hin: "Sie sind Gott in einem Garten naeher als irgendwoanders
auf der Erde." Die einwandernden Familien glaubten zweifellos an
diese Naehe, weil sie ihre Gaerten in dem Glauben anlegten, dass
Gott sie versorgen wuerde.
Informationen ueber die Germans from Russia Heritage Collection
Fuer weitere Informationen ueber die Sammlung, den zukuenftigen
russlanddeutschen Dokumentarfilm fuers Fernsehen, der Reise in die
Heimat nach Odessa, Ukraine, im Mai 1999 und das russlanddeutsche
Erbe nehmen Sie mit Michael M. Miller, NDSU-Bibliotheken, PO Box
5599, Fargo, ND 58105-5599 (Telefon: 701-231-8416; E-mail: Michael.Miller@ndsu.edu;
GRHC website: http://library.ndsu.edu/grhc Kontakt auf).
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