|
Ehemalige Rußlanddeutsche aus Nord Dakota besuchen
das land ihrer vorfahren.
North Dakotans with German-Russian roots visit the land of their
ancestors by Michael M. Miller, Germans from Russia Bibliographer
NDSU Libraries, Fargo, North Dakota.
Übersetzung von Alice Morgenstern, Münich, Germany
Emmons County Record, Linton, North Dakota, October 22, 1996,
page 12
Im Juni 1996 kamen Nord-Dakotaner und andere Amerikaner, die von
Deutschen aus Rußland abstammen, nach Odessa in der Ukraine,
um das Land ihrer Väter zu besuchen. Sie brachten Koffer voll
Schulmaterial mit für das Projekt: "Caring Hearts and
Sharing Gifts" für ukrainische Schulkinder.
Die Teilnehmer der Reise beförderten das Material, das sie
und viele andere, unter anderen Schulkinder und Familien in Nord
Dakota, anderen Staaten der US und in Kanada gesammelt hatten, zu
den einzelnen Dörfern, wo einst ihre Vorfahren vor ihrer Auswanderung
in die amerikanischen Prärien gelebt hatten. Diese Spendenaktion
von dringend benötigtem Schulbedarf erwies sich als einer der
Höhepunkte der Reise.
Ich möchte deshalb den Schülern und Lehrern in ganz Dakota
dafür danken, daß sie Hefte Kugelschreiber, Farbstifte
und viele andere Dinge für die Schulkinder in der Südukraine
gespendet haben.
Ebenso richtet sich mein Dank an die Prairie Public Television
und an Prairie Public Radio für ihre Aufklärungsarbeit.
Viele Pakete waren and die Studios von Bismarck und Fargo gerichtet.
Mein Dank gilt darüber hinaus allen einzelnen Spendern und
Organisationen, die mit Geldspenden und Material die Aktion unterstützt
haben. Diese finanziellen Mittel wurden nicht nur für Materialien,
sondern auch für anfallende Transportkosten verwendet.
Ich möchte auch einige Kommentare von Mitreisenden hinzufügen.
Judith Doll aus New Salem, die heute an der Elementary Washington
School in Fargo unterrichtet, wo man sehr eifrig gesammelt hatte,
stellt zu der Reise in die Ukraine: "Die wege zu gehen und
das Land mit den alten Kirchen und Schulen zu sehen, wo meine Eltern
geboren waren und meine Großeltern väterlicher- und mütterlicherseits
geheiratet und Familien gegründet hatten, ist der Höhepunkt
meiner Reise. Wir brachten viele Pakete mit Schulsachen von den
Kindern aus Nord Dakota für die Kinder dieser Dörfer mit.
Und diese Goodwill- Aktion soll den Leuten zeigen, daß uns
das Land unserer Väter immer noch etwas bedeutet."
Lewis R. Marquart, emeritierte Professorin der Southwest Texas
State University, eine weitere Reiseteilnehmerin, die aus Linton
stammt, schreibt: "In dem heißen stickigen Schulzimmer
standen Kinder zu Hauf, die große Augen machten, als elf Leute
erschienen, deren Vorfahren aus den Dörfern von Kutschurgan
stammten, und große Pakete und Tüten mit Schulmaterial
brachten. Die Kinder hörten aufmerksam dem Dolmetscher zu,
als er ihnen erzählte, wer wir waren und warum wir zu ihnen
gekommen waren. Sie lächelten und griffen nach den Heften,
dem Schreibmaterial und den anderen kleinen Schätzen und probierten
sie sofort aus.
"Aus Amerika?" fragte ein Knirps in perfektem Englisch.
Sie hätten noch so viel mehr gebraucht als wir mitbrachten
oder hätten mitbringen können: Bilder für die Wände
der Klassenzimmer, Schultafeln und Kreide, Tische und Bänke,
damit alle bequem sitzen könnten. Und die Liste ließe
sich noch lange fortsetzen, ehe an Computer nur zu denken wäre.
Aber die Kinder möchten unbedingst etwas lernen. Sie stellten
uns viele Fragen: über uns selbst, über unsere Familien,
wie die Kinder in Amerika leben und lernen und warum wir keine Kinder
mitgebracht hatten. Sie wollten mit amerikanischen Kindern sprechen
und spielen. Für uns hatten sie sübe Kirschen und Erdbeeren
gepflückt und einen Kuchen gebacken. Eine Mutter fragte mich:
"Können Sie ein Photo von mir und meinem Kind aufnehmen
und mir dann zuschicken?" Mütter wissen um den Zauber
des Augenblicks. Es wird für die Familie etwas Besonderes bedeuten,
wenn sie das Farbbild aus Amerika bekommen."
Bettsy Madison Williams aus Missoula, Montana, berichtet: "Das
Land mit den Weizen- und Sonnenblumenfeldern, die sich im Wind wiegen,
erinnerte mich an Nord Dakota. Während Bob Dambach von der
Prairie Public Television das Melken am Mittag in der Nähe
von Katharinental filmte, nahm Tom Martin aus Harley die Gelegenheit
wahr, die Kunst des Kühemelkens von Hand zu erlernen. Wir sind
dankbar, daß wir die Möglichkeit hatten, im Haus unserer
Vorfahren zu sein. "Journey to the Homeland" war eine
fabelhafte Erfahrung für uns. Besonders hat uns berührt,
daß wir Schulsachen von amerikanischen Kindern für die
Kinder in den ehemaligen deutschen Dörfern unserer Vorfahren
mitbringen konnten."
Margaret A. Freeman, eine pensionierte Lehrerin aus Redondo Beach
in Kalifornien, die Verwandte in Ashley und Lehr besitzt, faßt
ihren Besuch in die Ukraine so zusammen: "Die Leute in den
Dörfern waren gastfreundlich und luden uns zu sich ein, sie
boten uns an, etwas für uns zu kochen, was denn auch häufig
geschah. Die Enten und Gänse genossen es offenbar, daß
es vorher geregnet hatte. Mit Pferden bespannte Wagen brachten Futter
vom Felf. Es wäre wunderbar, wenn Freunde und Familien, die
ihre Wurzeln in diesen Dörfern haben, die Chance hätten,
dieses Land zu besuchen, das unseren Prärien in Dakota gleicht.
Besonders bewegend war für uns die Erfahrung, daß wir
Unterrichtsmaterial dorthin brachten, so daß die Kinder etwas
zum Schreiben haben, wenn im Herbst die Schule wieder beginnt."
In der Winter-Ausgabe der North Dakota Horizons im Dezember 1996
erscheint ein spezieller Artikel von Ron Vossler, der an der University
of North Dakota lehrt und über seine Besuchsreise in die Ukraine
im Juni berichtet.
Wenn wir mit einer neuen Tour im Mai 1997 wieder nach Odessa kommen,
werden wir weiteres Schulmaterial mitnehmen. Inzwischen haben wir
dort wertvolle Verbindungen angeknüpft, wo wir die Dinge aufbewahren
können und gleichzeitig ein gutes Auslieferungsnetz für
bedürftige Schulen und Familien haben.
Schulen, Bibliotheken, einzelne Personen und Familien, die dafür
einen materiellen oder finanziellen Beitrag leisten wollen, mögen
sich für eine Liste der benötigten Dinge an Michael M.
Miller wenden. Weitere Anfragen und Sendungen können an das
Ukrainian School Supply Project, Journey to the Homeland Tours,
NDSU Libraries, P.O. Box 5599, Fargo, ND 58105-5599 geschickt werden.
Informationen über geplante Reisen erhalten Sie ebenso über
die angegebene Adresse. (Telephon (701) 231-8416,
E-mail: mmmiller@badlands.nodak.edu). Die nächsten Reisen sind
für Mai 1997 und Juni 1998 vorgesehen. Für entsprechende
Interessenten werden auch Familienreisen angeboten.
In Juni 1996 kamen Nord-Dakotanere und andere Amerikaner, die von
Deutschen aus Rußland abstammen, nach Odessa in der Ukraine,
um das Land ihrer Väter zu besuchen. Sie brachten Koffer voll
Schulmaterial mit für das Projekt: "Caring Hearts and
Sharing Gifts" für ukrainischhe Schulkinder.
Die Teilnehmer der Reise beförderten das Material, das sie
und viele andere, unter anderen Schulkinder und Familien in Nord
Dakota, anderen Staaten der US und in Kanada gesammelt hatten, zu
den einzelnen Dörfern, wo einst ihre Vorfahren vor ihrer Auswanderung
in die amerikanischen Prärien gelebt hatten. Diese Spendenaktion
von dringend benötigtem Schulbedarf erwies sich als einer der
Höhepunkte der Reise.
Ich möchte deshalb den Schülern und Lehrern in ganz Dakota
dafür danken, daß sie Hefte Kugelschreiber, Farbstifte
und viele andere Dinge für Schulkinder in der Südukraine
gespendet haben.
Ebenso richtet sich mein Dank an die Prairie Public Television
und an Prairie Public Radio für ihre Aufklärungsarbeit.
Viele Pakete waren and die Studios von Bismarck und Fargo gerichtet.
Mein Dank gilt darüber hinaus allen einzelnen Spendern und
Organisationen, die mit Geldspenden und Material die Aktion unterstützt
haben. Diese finanziellen Mittel wurden nicht nur für Materialien,
sondern auch für anfallende Transportkosten verwendet.
Ich möchte auch einige Kommentare von Mitreisenden hinzufügen.
Judith Doll aus New Salem, die heute an der Elementary Washington
School in Fargo unterrichtet, wo man sehr eifrig gesammelt hatte,
stellt zu der Reise in die Ukraine: "Die wege zu gehen und
das Land mit den alten Kirchen und Schulen zu sehen, wo meine Eltern
geboren waren und meine Großeltern väterlicher- und mütterlicherseits
geheiratet und Familien gegründet hatten, ist der Höhepunkt
meiner Reise. Wir brachten viele Pakete mit Schulsachen von den
Kindern aus Nord Dakota für die Kinder dieser Dörfer mit.
Und diese Goodwill- Aktion soll den Leuten zeigen, daß uns
das Land unserer Väter immer noch etwas bedeutet."
Lewis R. Marquart, emeritierte Professorin der Southwest Texas
State University, einne weitere Reiseteilnehmerin, die aus Linton
stammt, schreibt: "In dem heißen stickigen Schulzimmer
standen Kinder zu Hauf, die große Augen machten, als elf Leute
erschienen, deren Vorfahren aus den Dörfern von Kutschurgan
stammten, und große Pakete und Tüten mit Schulmaterial
brachten. Die Kinder hörten aufmerksam dem Dolmetscher zu,
als er ihnen erzählte, wer wir waren und warum wir zu ihnen
gekommen waren. Sie lächelten und griffen nach den Heften,
dem Schreibmaterial und den anderen kleinen Schätzen und probierten
sie sofort aus.
"Aus Amerika?" fragte ein Knirps in perfektem Englisch.
Sie hätten noch so viel mehr gebraucht als wir mitbrachten
oder hätten mitbringen können: Bilder für die Wände
der Klassenzimmer, Schultafeln und Kreide, Tische und Bänke,
damit alle bequem sitzen könnten. Und die Liste ließe
sich noch lange fortsetzen, ehe an Computer nur zu denken wäre.
Aber die Kinder möchten unbedingst etwas lernen. Sie stellten
uns viele fragen: über uns selbst, über unsere Familien,
wie die Kinder in Amerika leben und lernen und warum wir keine Kinder
mitgebracht hatten. Sie wollten mit amerikanischen Kindern sprechen
und spielen. Für uns hatten sie sübe Kirschen und Erdbeeren
gepflückt und einen Kuchen gebacken. Eine Mutter fragte mich:
"Können Sie ein Photo von mir und meinem Kind aufnehmen
und mir dann zuschicken?" Mütter wissen um den Zauber
desAugenblicks. Es wird für die Familie etwas Besonderes bedeuten,
wenn sie das Farbbild aus Amerika bekommen."
Bettsy Madison Williams aus Missoula, Montana, berichtet: "Das
Land mit den Weizen- und Sonnenblumenfeldern, die sich im Wind wiegen,
erinnerte mich an Nord Dakota. Während Bob Dambach von der
Prairie Public Television das Melken am Mittag in der Nähe
von Katharinental filmte, nahm Tom Martin aus Harley die Gelegenheit
wahr, die Kunst des Kühemelkens von Hand zu erlernen. Wir sind
dankbar, daß wir die Möglichkeit hatten, im Haus unserer
Vorfahren zu sein. "Journey to the Homeland" war eine
fabelhafte Erfahrung für uns. Besonders hat uns berührt,
daß wir Schulsachen von amerikanischen Kinder in den ehemaligen
deutschen Dörfern unserer Vorfahren mitbringen konnten."
Margaret A. Freeman, eine pensionierte Lehrerin aus Rodondo Beach
in Kalifornien, die Verwandte in Ashley und Lehr besitzt, faßt
ihren Besuch in die Ukraine so zusammen: "Die Leute in den
Dörfern waren gastfreundlich und luden uns zu sich ein, sie
boten uns an, etwas für uns zu kochen, was denn auch häufig
geschah. Die Enten und Gänse genossen es offenbar, daß
es vorher geregnet hatte. Mit Pferden bespannte Wagen brachten Futter
vom Felf. Es wäre wunderbar, wenn Freunde und Familien, die
ihre Wurzeln in diesen Dörfern haben, die Chance hätten,
dieses Land zu besuchen, das unseren Prärien in Dakota gleicht.
Besonders bewegend war für uns die Erfahrung, daß wir
Unterrichtsmaterial dorthin brachten, so daß die Kinder etwas
zum Schreiben haben, wenn im Herbst die Schule wieder beginnt."
In der Winter-Ausgabe der North Dakota Horizons im Dezember 1996
erscheint ein spezieller Artikel von Ron Vossler, der an der University
of North Dakota lehrt und über seine Besuchsreise in die Ukraine
im Juni berichtet.
Wenn wir mit einer neuen Tour im Mai 1997 wieder nach Odessa kommen,
werden wir weiteres Schulmaterial mitnehmen. Inzwischen haben wir
dort wertvolle Verbindungen angeknüpft, wo wir die Dinge aufbewahren
können und gleichzeitig ein gutes Auslieferungsnetz für
bedürftige Schulen und Familien haben.
|