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'Die Anderen Deutschen' Bevölkerten Einst die Dakotas
was sie Sagten
Herzog, Karen. "'Die Anderen Deutschen' Bevölkerten Einst die Dakotas
was sie Sagten." Bismarck Tribune, 26 December
1997.
Übersetzung: Alice Morgenstern, München, Deutschland
`Wo es Brot gibt, ist mein Vaterland'
Historisch gesehen waren für die "Volksdeutschen" internationale
Grenzen von geringer Bedeutung. Diese "anderen Deutschen" hatten
die Erfahrung gemacht, dass Grenzen und Regierungen nur allzu schnell
wechselten; was Bestand hatte, war nur die gute Erde und das einfache
Volk. Ob diese Volksdeutschen die Region des Schwarzen Meeres oder
den Banat (in Rumänien) kultivierten - immer galt die Wahrheit des
alten lateinischen Spruches: "Ubi panis, ibi patria", "wo es Brot
gibt, ist mein Vaterland"
- --- Plains Folk, William Sherman und Playford Thorson,
Herausgeber
Staub zu Staub - Erde zu Erde
Erinnerung eines Schwarzmeerdeutschen an die Überfahrt nach
Amerika:
"Eines Tages geriet das Schiff in einen schweren Sturm. Als
er schliesslich nachliess, fiel ein kleiner Junge in Krämpfe
und starb. Er wurde seiner schreienden Mutter mit Gewalt entrissen
und in einen Jutesack gesteckt. Um die Hinterbliebenen zu trösten,
zeigte ein Mann eine Handvoll Staub, die in den Sack gestreut
wurde...Es blieb noch Staub in dem Gefäss übrig, und ich fragte
mich, auf wessen Leiche man den streuen würde."
- --- Fred Martin, Hebron (Plains Folk)
Lauter fremde Namen
"Überall, wo sie auf dem Weg in die Prärie Halt machten, hörten
sie die sonderbaren und verächtlichen Namen, die man ihnen gab:
Russen, Rooshuns, Pruskies, Bohunks, Hunkies, Honyocks, Polacks".
Nur wer sie wirklich waren, wußte niemand."
- --- Plains Folk
Kein Entrinnen
"Auch die Mutter wurde zur Feldarbeit herangezogen. Selbst Säuglinge
wurden mitgenommen, wo man sie in den Schatten eines Heuhaufens
legte. Im Sommer kam eine Farm-mutter nie vor Mitternacht ins
Bett, und ihre Arbeit begann schon wieder um vier Uhr in der
Frühe. Die deutschen Frauen arbeiteten genauso hart wie ihre
Männer.
Nur der Wille, sich bis an die Grenze der Leistungsfähigkeit
zu verausgaben und alle Not zu ertragen, machte das schiere
Überleben möglich. Viele Frauen starben in diesem ungleichen
Kampf. Sie drückten es so aus: "Der Wind ist immer im Gras"
und wollten damit sagen, dass es kein Entrinnen gab."
- --- The Central Dakota Germans: Their History, Language and
Culture, Dr. Shirley Fischer Arends
Man steht immer auf der falschen Seite
"Die (deutsch-russischen) Einwanderer in Dakota wurden immer
dann als "Deutsche" bezeichnet, wenn Amerika und Deutschland
Krieg miteinander führten, und als "Russen" während der Zeit
der antibolschewistischen Hysterie in den 20er Jahren und der
antikommunistischen Welle in den 50er Jahren. Sie hatten es
immer besonders schwer."
- --- Prairie Mosaic, William Sherman
Kundschafter vor der Wanderung
"Es läßt sich nicht leugnen, dass die Deutschen ein Volk mit
grosser Mobilität waren. Früher schon hatten sie den Sprung
von einem Kontinent zum anderen gewagt. Man wußte, dass sie
von einem Land in ein anderes überwechselten...Aber immer gab
es auch Kundschafter und Berichte, und erst danach setzte eine
entscheidende Massenbewegung von Menschen und Gütern ein."
- --- Prairie Mosaic
Reprinted with permission of the Bismarck Tribune, Bismarck,
North Dakota.
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