|
|
| [breadcrumb] |
|
Bonn will Zuzug von Aussiedlern durch härtere Sprachprüfungen
beschränken
Welt am Sonntag, 23.6.1996
dpa/Reuter Stuttgart
English
Bonn will Zuzug von Aussiedlern durch härtere Sprachprüfungen
beschränken dpa/Reuter Stuttgart Spätaussiedler müssen sich künftig
auf eine schärfere Überprüfung ihrer Deutschkenntnisse einstellen.
Der Aussiedlerbeauftragte der Bundesregierung, Horst Waffenschmidt
(CDU), kündigte am Samstag beim Treffen der Landsmannschaft der
Rußlanddeutschen in Stuttgart an, künftig würden die vorgeschriebenen
Sprachkenntnisse viel stärker geprüft als bisher. Wer besonders
gute Deutschkenntnisse nachweise, werde eher als andere mit einer
Einreiseerlaubnis nach Deutschland rechnen können. Waffenschmidt
forderte auch von den Aussiedlern, die bereits in Deutschland sind,
sich mehr um gute Sprachkenntnisse zu bemühen.
Der CDU-Politiker bekräftigte außerdem, daß neu einreisende Aussiedler
künftig Abstriche bei der Fremdrente in Kauf nehmen sollen. Wenn
an allen Ecken und Enden gespart werden müsse, könne man die Fremdrente
nicht unvermindert aufrecht erhalten.
Der Bundesvorsitzende der Landsmannschaft, Alois Reis, kritisierte
dagegen die Neuregelung bei der Fremdrente. Das deutsche Rentensystem
sei ein Umlagesystem. Die eingewanderten Rußlanddeutschen finanzieren
durch die Einzahlung in die Rentenkassen schon jetzt die Fremdrente
ihrer Eltern.
Zu dem Treffen unter dem Motto "Mit uns in die Zukunft" kamen
etwa 45,000 Menschen nach Stuttgart. Im Gebiet der früheren UdSSR
leben nach deutschen Schätzungen noch 1.8 bis 2.0 Millionen Rußlanddeutsche.
Nach Deutschland kamen bisher 1.5 Millionen Aussiedler.
Übersetzung von Alice Morgenstern, München, Deutschland
Reprinted with permission of dpa/Reuter, Stuttgart, Germany.
|
Permission
to use any images from the GRHC website may be requested
by contacting Michael
M. Miller |
|
|