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Media Release
May 26, 2000
Das Programm der Russlanddeutschen erhält eine Schenkung
von $l.1 Millionen
Übersetzung: Alice Morgenstern, Munich, Germany
Am 26. Mai 2000 fand in der Hauptbibliothek der NDSU die feierliche
Überreichung einer großzügigen Schenkung statt.
Der Betrag von 1.1 Millionen Dollar kommt aus dem Besitz von Marie
Rudel Portner, einer geborenen Dakotanerin deutschrussischer Abkunft,
die zuletzt in Las Vegas lebte.
"Damit ist das Programm der Germans from Russiaa Heritage
und culture" (das Programm für das Erbe und die Kultur
der Russlanddeutschen) für die Zukunft sichergestellt; Die
Schenkung bestätigt aufs Neue unser Engagement für dieses
Erbe," stellte Richard Bovard, der Interimsdirektor der Bibliotheken
der NDSU fest. "Wiewohl das Programm von vielen Menschen im
Lande Unterstützung erfährt, ist dies doch bei weitem
das größte Beispiel dafür."
Durch die GRHC wird alles Wissenswerte über die Kultur der
Russlanddeutschen bewahrt: Sie sammelt, veröffentlicht, übersetzt,
veranstaltet Ausstellungen, bewahrt und dokumentiert die Geschichte,
die Folklore, Ess- und Kleidersitten und Bräuche der Russlanddeutschen
und ihrer Nachkommen in Dakota und den Prärien im Norden. Die
NDSU Libraries und die Sammlung stellten bisher auf privater Basis
zusammen mit Prairie Public Television die Dokumentarfilme: "The
Germans from Russia: Children of the Steppe, Children of the Prairie"
und "Schmeckfest: Food Traditions of the Germans from Russia"
her; der erste Film wurde von öffentlichen Rundfunkanstalten
im ganzen Land ausgestrahlt, der zweite von PPTV und anderen PBS
Stationen.
Die Schenkung ist für den allgemeinen Gebrauch von GRHC vorgesehen,
und die Geldmittel könnten beispielsweise für Reisen der
Mitarbeiter verwendet werden, um mündliche Berichte über
die Kultur der Russlanddeutschen aufzuzeichnen, ebenso für
Veröffentlichungen, Übersetzungsarbeiten, Wanderausstellungen
und Personalkosten.
"Die Schenkung wird den Auftrag und die Bemühungen der
Sammlung entscheidend fördern und bereichern," sagte Michael
M. Miller, der Bibliograph der Russlanddeutschen. "Studenten,
Wissenschaftler und Interessenten an privaten Familienchroniken
werden Zugang zu zusätzlichen Druckerzeugnissen und elektronischen
Arbeitshilfen, Aufzeichnungen mündlicher Erzählungen und
Archivmaterial dank dieser Schenkung haben."
"Es war für mich eine Ehre, Marie Rudel Portner gekannt
zu haben," sagte Miller. "Sie pflegte immer zu sagen:
`Nord Dakota ist meine wahre Heimat, und es gefällt mir dort
immer noch.' Sie war beispielhaft für die Kraft, den Glauben
und die Energie Egenschaften die so kennzeichnend für die Russlanddeutchen
sind, die sich in Dakota angesiedelt haben."
Letztes Jahr starb sie im Alter von 102 Jahren. 1917 bestand sie
ihr Abschlußexamen an der Fessenden High School, anschließend
besuchte sie die staatliche Lehrerbildungsanstalt von Valley City.
Sie unterrichtete in Elementarschulen in Nord Dakota in West Norway
Township, Wellsburg und Heimdal, bevor sie nach Spokane, Wash.,
zog. 1922 heiratete sie O.H. Portnerund zog nach Los angeles. O.H.
Portner, von Beruf Elektricker, erstand Besitz in der Gegend von
Alhambra. Das Ehepaar zog nach Las Vegas, wo O.H. Portner die Oberaufsicht
über die elektrischen und Kanalisationsinstallationen führte,
und zwar sowohl für die Stadt wie für das Umland. Darüber
hinaus war er an der Landesentwicklung beteiligt. Er starb 1972.
Die Schenkung von Mrs. Portner erfolgte zu Ehren ihrer Eltern,
Simon und Dorothea Rudel. Die Eltern von Simon Rudel kamen von Württemberg
in Deutschland nach Arzis, einem bessarabischen Dorf, das heute
in der südlichen Ukraine liegt. In die Vereinigten Staaten
wanderte er 1877 ein. 1882 wurde das Paar in Scotland, SD, getraut.
Später lebten sie im Wells County in Nord Dakota. Er wird in
einem Dokument für die Aufnahme in die deutsche baptistenkirche
von Germantown im Jahr 1902 genannt. Beide gehörten der First
Baptist Church von Fessenden an.
Bei dem feierlichen Schenkungsakt waren anwesend: Doug Reimer,
der Bevollmächtigte der Nevada State Bank; der Rechtsanwalt
Ashley E. Nitz und der Großneffe Ross Rudel, ein Künstler
aus Los Angeles.
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