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Lebensbilder rußlanddeutscher Märtyrer: Bischöfe und Priester

From Deacon Kurt Reinelt, Nurenberg, Germany


Bischof Alexander Frison
Apostolischer Administrator von Odessa
* 5. Mai 1875 Baden
+ 20. Juni 1937 Moskau

Alexander Frison wurde am 5.5.1875 in Baden / Odessa geboren. Er absolvierte das Priesterseminar zu Saratow und anschließend ein sechsjähriges Studium am Collegium Germanicum in Rom, das er mit einer Promotion zum Doktor der Philosophie im Jahre 1902 abschloß. Danach kehrte er im gleichen Jahr in die Heimat nach Rußland zurück und wurde am 22.11.1902 durch Bischof von der Ropp zum Priester geweiht. Seinen Kirchendienst trat er mit der Primiz in seinem Heimatdorf Baden am 23.11.1902 an. 1904 promovierte er in Rom zum Doktor der Theologie.
Am 10.1.1905 wurde F. Vikar an der Kathedralkirche, am 4.7.1905 Kaplan des Bischofs und am 19.8.1905 Sekretär der bischöflichen Kurie. Bald danach wurde F. als Mansionarius (Chorvikar) ins Domkapitel und zum Professor des Saratower Priesterseminars berufen. 1910 ist er zum Rektor dieses Seminars ernannt worden, das er bis 1917 in Saratow und danach bis zu dessen Schließung in Odessa im Jahre 1919 leitete. Darauf war er bis 1925 Seelsorger in Kertsch auf der Krim und wirkte dann als Dekan in Simferopol. Nach der Reorganisation der Kirchenverwaltung in der Sowjetunion wurde F. vom Präsidenten der Päpstlichen Kommission für Rußland, Michel d‘Herbigny S.J., als Bischof von Odessa vorgeschlagen. Am 10.5.1926 erhielt er die Bischofsweihe in Moskau und wurde zum Titularbischof von Limira und Apostolischen Administrator von Odessa ernannt. Die heimliche Bischofsweihe in der St. Ludwigs-Kirche in der sowjetischen Hauptstadt ist den Staatsorganen bekannt geworden. Darauf wurde F. im August 1929 von der Geheimpolizei in Simferopol / Krim verhaftet, aber nach einem Monat wieder freigelassen. Er durfte jedoch seinen Wohnort nicht mehr verlassen, so daß er seinen Wunsch, nach Odessa überzusiedeln, nicht mehr verwirklichen konnte. Seine Wohnung wurde ständig überwacht.
Ende 1929 wurde der Bischof erneut verhaftet und mußte ein Jahr im Gefängnis verbringen, danach wurde er wieder entlassen. 1933 hat die Geheimpolizei F. zum dritten Mal verhaftet. Er wurde beschuldigt, daß er illegal Minderjährige zum liturgischen Gottesdienst zulasse, wurde jedoch wieder freigelassen. Am 10.10.1935 ist er zum vierten Mal von der Geheimpolizei in Simferopol mit der Beschuldigung verhaftet worden, daß er Spionage zugunsten der Deutschen betreibe. Vom 11. bis 17.3.1936 wurde ihm der Prozeß gemacht.
Gemäß Beschluß eines Spezialausschusses des Gebietsverwaltungsgerichtes der Krim nach Art. 54-4 und 54-11 des Kriminalkodexes der Ukraine wurde er zum Tode verurteilt, was kurz danach von einem Kollegium des Obersten Gerichtes Rußlands am 15.4.1937 bestätigt wurde. Er wurde anschließend ins Butyrka-Gefängnis nach Moskau gebracht und dort am 20.6.1937 erschossen.
Literatur R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 236; I. Osipowa, “V jazvach svoich sokroj menja...” (Moskau 1996) 207; J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 52, 57f., 91, 96, 257f., 314, 361

Bischof Markus Glaser
Bischof von Jassy
* 25. April 1880 Landau
+ 25. Mai 1950 Jassy

Markus Glaser wurde am 25.4.1880 in Landau / Odessa in einer Bauernfamilie geboren. Er absolvierte das Knaben- und Priesterseminar zu Saratow, dem schloß sich ein theologisch-philosophisches Studium in Rom an. 1903 promovierte er zum Doktor der Philosophie. Am 24.6.1905 erhielt er in Minsk von Erzbischof Schembeck die Priesterweihe und trat am 30.6.1905 in Landau den Kirchendienst als Primiziant an. Danach studierte G. wieder bis 1907 in Rom und promovierte dort am 21.6.1907 zum Doktor der Theologie. Einen Monat danach erhielt er die Professur für Dogmatik am Priesterseminar zu Saratow, wo er am 18.8.1907 zum Mansionarius (Chorvikar) gewählt, am 10. 9. d.J. zum Inspektor des Seminars ernannt und am 28.8.1908 zum Kanonikus erhoben wurde.
Vom 28.8.1908 bis zum 1.10.1910 war er stellvertretender Rektor des Seminars zu Saratow. Er widmete sich der Priesterausbildung bis zur Verlegung des Seminars nach Odessa. 1917 ging er als Pfarrer nach Kischinjew.
Im Jahr 1940, kurz vor der Besetzung Bessarabiens durch die Rote Armee, wurde G. zum Rektor des Priesterseminars Jassy / Rumänien berufen. Nach Einmarsch der rumänischen Truppen ins Schwarzmeergebiet 1941 wurde er von Papst Pius XII. als Päpstlicher Visitator in die Ukraine geschickt, wo er die Mariae-Himmelfahrtskirche in Odessa neu einweihte. 1943 berief ihn Papst Pius XII. ins Bischofsamt. Weihbischof Walter Kampe aus Limburg, der als junger Priester von 1941 bis 1944 in Odessa für die Seelsorge an den schwarzmeerdeutschen Katholiken zuständig war, sagte 1961 über dieses Ereignis folgendes aus: “Wenn Bischof Glaser sein hohes Amt auch nur kurze Zeit ausüben konnte, so waren die Gläubigen doch von Herzen dankbar, daß sie in schwerster Zeit nicht ohne bischöfliche Führung waren”.
Er leitete nach dem Zweiten Weltkrieg in Rumänien die Diözese Jassy, wurde dort aber bald von den kommunistischen Machthabern verhaftet und ins Gefängnis geworfen. Er starb im Gefängnis Jassy am 25.5.1950.
Literatur J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 52, 57f., 96, 176, 204, 314f., 324, 375.

Pfarrer Johannes Albert
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1875 Gattung (Wolgagebiet)
+ 1954 in der Verbannung (Kasachstan)

Johannes Albert wurde 1875 in Gattung (Zug) bei Katharinental (Marxstadt) in einer Bauernfamilie geboren. Nach Abschluß des Priesterseminars zu Saratow empfing er am 8.9.1897 die Priesterweihe und war vom 25.9.1901 bis 1905 Pfarradministrator in Mariental (Tonkoschurowka) / Wolgagebiet seelsorgerisch tätig. Am 22. 6. 1905 übernahm er die Pfarrgemeinde Kandel / Odessa und führte diese mit Liebe und Hingabe fast 30 Jahre lang. Er war selbst ein guter Redner, seine Predigten waren verständlich und volksnah, er ging immer auf Nöte und aktuelle Probleme seiner Pfarrgemeinde ein. Da er handwerklich begabt war, schnitzte A. zahlreiche Holzfiguren und malte viele Bilder für die Kirche. So sind zum Beispiel noch heute Reste eines seiner Bilder an der Innenwand der Sakristei in der Kirchenruine in Kandel erhalten. (Motiv aus dem Alten Testament: Abraham opfert Gott seinen Sohn). Er blieb bis zur ersten Verhaftung durch die Gemheinpolizei Ende 1934 seiner Pfarrgemeinde treu. Nach viermonatiger Untersuchungshaft in Odessa wurde er wieder freigelassen, kam nach Kandel zurück, durfte aber keine Gottesdienste mehr halten. Im Frühjahr 1935 wurde er erneut verhaftet und in einem öffentlichen Gruppenprozeß am 10.5.1935 zu 10 Jahren Straflager verurteilt. Mit ihm waren noch andere deutsche katholische Priester verurteilt worden. Da er sich ohne Verteidiger selbst geschickt zur Wehr setzten konnte, wurde ihm die geforderte Todesstrafe durch 10 Jahre Freiheitsentzug ersetzt, und er wurde nach Nordkasachstan deportiert. Da es nach der Freilassung am Verbannungsort bei Kustanai keine katholische Gemeinde gab, mußte er sich das tägliche Brot als Schafhirte verdienen, denn nach seiner Entlassung konnte er nicht mehr in seine Pfarrgemeinde Kandel zurückkommen, weil sie nicht mehr existierte und ihre Mitglieder in unzähligen Verbannungsorten Kasachstans und Sibiriens zerstreut lebten. A. soll auf den Steppen bei Kustanai in Nordkasachtan 1954 verstorben sein. Seine Grabstelle ist unbekannt.
Literatur Czaplicki-Ossipowa, Martirolog, 209f; R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 135f; J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 52, 57, 96, 176, 204, 314, 324, 375; L. Kowaltschuk, G. Rasumov, (Hrsg.) Odesskij Martirolog, Bd.1 (Odessa 1997) 22; A. Bosch, J. Lingor, Entstehung und Auflösung der deutschen Kolonien am Schwarzen Meer (Stuttgart 1997) 389ff.

Pfarrer Paul Ascheberg
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1895 bei Odessa
+ 29. April 1932 Solowez-GULag

Paul Ascheberg wurde 1895 im Gouvernement Odessa geboren. Er besuchte das Knaben- und anschließend das Priesterseminar zu Saratow. Nach dessen Schließung wechselte er ins Priesterseminar nach Odessa über und absolvierte dort seine Studien. Die Priesterweihe hat er 1918 oder 1919 in Jamburg empfangen und wurde anschließend Pfarrer in Odessa. Dort wurde er im Jahre 1925 grundlos verhaftet und für 3 Jahre in den Hohen Norden deportiert.
1927 kehrte er aus der Verbannung zurück und wurde Pfarrer in Jamburg. Anfang 1929 wurde er erneut verhaftet und am 24.1.1929 gemäß Beschluß des Kollegiums des OGPU zu 3 Jahren Konzentrationslager verurteilt.
Das Polnische Rote Kreuz hat A. in eine Liste für einen Austausch aufgenommen. Die Sowjets haben jedoch einen Austausch verweigert und verbannten ihn auf die Solowezki-Inseln, von wo er 1930 auf die Insel Anser verlegt wurde. Im Jahre 1932 wurde er hier erneut verhaftet und in einem Prozeß gegen mehrere katholische Geistliche beschuldigt, einer Verschwörergruppe anzugehören, wörtlich hieß es: “ ...einer antisowjetischen Gruppe, die heimliche antisowjetische Agitation führt, sowie heimlich Gottesdienste und religiöse Kulthandlungen abhält und illegale Verbindungen mit der Lageraußenwelt unterhält mit der Zielsetzung, Geheiminformationen über die Lage der Katholiken in der UdSSR ins Ausland zu schaffen”.- Der Untersuchungsrichter stellte den Antrag, seine früher verhängte Lagerhaft um weitere 10 Jahre zu verlängern. Er verstarb am 29.4.1932 im Solowezki-Gefängnis an Typhus. Sein Grab ist unbekannt, vermutlich befindet es sich in der Nähe des Gefängnisses.
Literatur R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 136; J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 57, 290f., 374; I. Osipowa, “V jazvach svoich sokroj menja...” (Moskau 1996) 147.

Pfarrer Johann Bach
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1884 Dudnikowo
+ nach 1938 UdSSR

Johann Bach wurde 1884 in Dudnikowo, Gouvernement Jekaterinoslaw geboren. Er absolvierte das Priesterseminar zu Saratow und wurde 1910 zum Priester geweiht.
Von 1910 bis 1914 war er Pfarradministrator in Karlsruhe / Odessa. Im Jahre 1917 war er bereits Pfarrer in Schönfeld (Sofiewka) / Odessa und danach eine Zeitlang als Dekan in der Pfarrei Bogunskoje (Neu-Kandel) im Gebiet Odessa tätig. Nach Archivunterlagen wurde B. zusammen mit den Pfarrern Neugum und Reichert in Odessa am 17.10.1935 verhaftet und als Teilnehmer einer sog. Verschwörergruppe in einem inszenierten Gruppenprozeß in der Ukraine vor Gericht gestellt. Gemäß Beschluß eines Spezialkollegiums des Gebietsgerichtes wurde B. zu 8 Jahren Haft verurteilt und 1938 in ein Konzentrationslager verbracht. Über sein weiteres Schicksal bzw. seinen Tod ist nichts bekannt.
Nach einem Vermerk der Polnischen Botschaft in Moskau vom 28.6.1938 war B. offensichtlich für einen Austausch vorgesehen, aber es kam nicht dazu. Mit größter Wahrscheinlichkeit überlebte B. die harten Bedingungen des sowjetischen KZ-Systems nicht, seine Grabstätte ist unbekannt.
Literatur R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 142f.; I. Osipowa, “V jazvach svoich sokroj menja...” (Moskau 1996) 147 ff.

Pfarrer Emanuel Bader
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1891 Jekaterinoslaw (Ukraine)
† 8. August 1938 Lager Sewwostoklag

Emanuel Bader wurde im Jahre 1891 in Jekaterinoslaw (Ukraine) geboren. Er absolvierte das Priesterseminar zu Saratow und wurde 1920 zum Priester geweiht. Anschließend war er Pfarradministrator in Serafimowka, nach 1928 Pfarrer in Louis und Dekan in Mariental. Im Jahre 1930 wurde B. im Zusammenhang mit der „Gruppensache" der deutschen kath. Geistlichkeit im Wolgagebiet festgenommen, aber bald wieder freigelassen. Ab 1931 war er Pfarradministrator in Jamburg, das zum Dekanat Jekaterinoslaw gehörte. Im Jahre 1935 erneut verhaftet, wurde er zu einer Lagerhaft verurteilt und in das Zwangsarbeitslager Sewwostoklag im Gebiet Magadan im Fernen Osten verschleppt. Hier wurde B. 1938 erneut verhaftet, am 8.8.1938 zum Tode verurteilt und am selben Tag erschossen.
Literatur Czaplicki Ossipowa, Martirolog, 14f.; Schnurr, Kirchen, 369; S. Sebag Montefiore, Stalin. Am Hof des Roten Zaren (Frankfurt a.M. 2005).

Pfarrer Johannes Bahl
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1902 Wolgagebiet
+ nach 1937 UdSSR

Johannes Bahl wurde 1902 im Wolgagebiet geboren. In den Jahren 1917/1918, als die Revolution in Rußland ausbrach, befand er sich in der 4. Klasse des Kleinen Priesterseminars zu Saratow.
Datum und Grund seiner Verhaftung sind unbekannt. Aus einem Hilferuf im Brief vom 28.6.1937 an die Polnische Botschaft in Moskau ist bekannt, daß er sich zu dieser Zeit im Konzentrationslager Kusema an der Eisenbahnlinie des Verwaltungsgebietes Kirow befunden hat.
Es gibt keine Informationen mehr über sein weiteres Schicksal. Es ist anzunehmen, daß er während seiner Lagerhaft verstorben ist.
Literatur R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 149; J.Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 60.

Pfarrer Georg Baier
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1870 Wolgagebiet
+ nach 1931

Georg Baier wurde 1870 im Wolgagebiet geboren. Nach Abschluß des Priesterseminars zu Saratow im Jahre 1897 wurde er zum Priester geweiht. Zunächst diente er als Vikar in der Gemeinde zu Saratow, später Pfarrer daselbst. Von 1903 bis 1911 war er Pfarrer in Rohleder / Raskaty und ab 1910 versorgte er seelsorgerisch gleichzeitig die Kirchengemeinde Herzog / Susly im Wolgagebiet.
Am 29.4.1930 wurde er in Saratow verhaftet und beschuldigt, der Verschwörergruppe der deutschen katholischen Geistlichen im Wolgagebiet anzugehören.
Am 6.6.1931 wurde B. gemäß dem berüchtigten Art. 58-4,6 und 10 wegen Zugehörigkeit zu einer konterrevolutionären und nationalistischen Organisation zu 3 Jahren Konzentrationslager verurteilt. Anschließend wurde die Lagerhaft durch Verbannung nach Sibirien ersetzt. Danach wurde B. in den Hohen Norden deportiert. Es ist überliefert, daß er im Jahre 1931 in einen “politischen Isolator”, sprich Einzelhaft, in Jaroslawl / Wolga, verlegt wurde.
Über sein weiteres Schicksal ist nichts mehr überliefert. Vermutlich ist er später in der Verbannung oder im Gefängnis gestorben.
Literatur R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 149; J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 355; I. Osipowa, “V jazvach svoich sokroj menja...” (Moskau 1996) 147f.

Pfarrer Augustin Baumtrog
Apostolischer Adminstrator für das Wolgagebiet
* 1883 Wolgagebiet
+ März 1937 Solowez-GULag

Augustin Baumtrog wurde 1883 im Wolgagebiet geboren und absolvierte das Priesterseminar zu Saratow. 1909 erhielt er die Priesterweihe und wurde zu einem Universitätsstudium nach Innsbruck / Österreich geschickt, das er 1911 abgeschlossen hat. Danach kehrte er nach Rußland zurück und wurde zunächst mit der Pfarrei in Saratow betraut, danach zum Vikar der derselben Kirche bestimmt und 1912 zum Präfekten des Priesterseminars Saratow berufen.
In den Jahren 1914-1917 leitete er die Pfarrei in Roschdestwenskoje / Kaukasus. Von 1917 bis 1919 war er Pfarrer Mariental / Wolgagebiet und gleichzeitig Pfarradministrator in Marienburg im Gebiet Samara. Nach Ausbruch der russischen Revolution im Jahre 1917 hat B. aktiv an der Gründung des Katholischen Volsksvereins der Wolgadeutschen teilgenommen, der allerdings 1921 wieder aufgelöst wurde. Er gab damals die Vereinszeitung ”Deutsche Stimme” heraus. Dies sollte ihm später zum Verhängnis werden.
Nach Ausbruch des Bürgerkrieges mußte er sich von August 1919 bis 1922 an verschiedenen Orten verstecken. Danach wurde er amnestiert und durfte von 1922 bis 1926 wieder als Pfarrer in Astrachan wirken. Er wurde am 23.5.1926 vom päpstlichen Sonderbeauftragten d’Herbigny zum Kanonikus und Apostolischen Administrator für das ganze Wolgagebiet berufen. Zu dieser Zeit sammelte er Spenden für die katholischen Priester im Gefängnis der Solowezki-Inseln.
B. wurde mit 27 anderen deutschen katholischen Priestern verhaftet und in das berüchtigte Butyrka-Gefängnis Moskau verbracht. Am 20.4.1930 wurde er beschuldigt, aus dem Ausland Geld für die Geistlichen seiner Administratur erhalten und aktiven Widerstand im “Katholischen Volksbund” gegen die Sowjetmacht geleistet zu haben. Dafür hat ihn die Troika zum Tode verurteilt, ihn anschließend aber begnadigt und zu 10 Jahren Haft in ein Konzentrationslager in Pokrowsk eingewiesen. Später wurde er auf die Solowezki-Insel verlegt. Nach Informationen der Polnischen Botschaft in Moskau ist B. im Gefängnis der Solowezki-Insel im März 1937 gestorben.
Literatur R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 153ff; I. Osipowa, “V jazvach svoich sokroj menja...” (Moskau 1996) 149.

Pfarrer Josef Baumtrog
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1873 Wolgagebiet
+ 1921 Semjenowka

Josef Baumtrog (Bruder von Augustin Baumtrog) ist 1873 im Wolgagebiet geboren und erhielt 1897 nach seiner Priesterweihe die Pfarrverweserstelle und später die Pfarrstelle in Semjenowka im Wolgagebiet mit 8000 Gläubigen. Nachweislich war er dort bis 1915 tätig. Er war bei seinen wolgadeutschen Landsleuten sehr populär und beliebt, er war ihr Vertreter in der Bezirksduma, dem örtlichen Repräsentantenorgan der Deutschen im zaristischen Rußland.
Er wurde 1921 von den bolschewistischen Truppen in Kamyschin / Gouvernement Saratow erschossen, was wir auch bei Bischof Keßler nachlesen können: “In Kamyschin erschossen die Bolschewisten P. Josef Baumtrog, den Bruder des nachmaligen Kanonikus und Apostolischen Administrators Augustin Baumtrog, der zur Zeit im Gefängnis ist, da er aus dem Ausland Geld erhalten haben soll für die Geistlichen seiner Administratur!”
Literatur R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 155; J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 355; J. Keßler, Geschichte der Diözese Tyraspol (Dickinson /USA 1930) 261.

Pfarrer Johannes Beilmann
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1878 Vollmer
+ 25. Januar 1940 Belbaltlag

Johannes Beilmann wurde 1873 in einer Bauernfamilie in Vollmer / Wolgagebiet geboren. Nach dem Abschluß des Priesterseminars zu Saratow wurde er 1897 zum Priester geweiht. Am 1.10.1897 wurde er zum Vikar in Georgsburg, Dekanat Jekaterinoslaw ernannt. Auch war er 1903 in Husaren und dann von 1903 bis 1905 als Pfarrer in Rosental tätig. Ab 12.9.1905 versah B. die Stelle des Pfarrverwesers in Roschdestwensk, bevor er 1909 und 1910 die Pfarrstelle in Marienburg und anschließend Seelmann / Rownoje im Wolgagebiet innehatte. Danach war er Dekan in Seelmann und 1913 Pfarradministrator in Obermonjour / Wolgagebiet. Von 1914 bis 1916 leitete er die Pfarreien in Rownoje und von 1916 bis 1923 in Odessa. Nach J. Schnurr war B. von 1917 bis 1923 noch Pfarrer in Seelmann.
Im Jahre 1923 wurde er zum ersten Mal verhaftet, aber nach zwei Wochen wieder freigelassen. Am 2.2.1930 wurde er zum zweiten Mal in Armawir, angeblich mit 8 weiteren deutschen Priestern aus dem Wolgagebiet, verhaftet und mit Gewalt zur Zusammenarbeit mit der Geheimpolizei (GPU) gezwungen. Später schrieb B. eine Beschwerde an das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei über den von der Geheimpolizei auf ihn ausgeübten Druck und verweigerte die Zusammenarbeit mit dieser. Im Sommer des gleichen Jahres wurde B. verhaftet und beschuldigt, gemeinsame Sache mit einer Gruppe wolgadeutscher Priester gegen die sowjetische Regierung gemacht zu haben. Er wurde in das berüchtigte Gefängnis Butyrka nach Moskau zur weiteren Untersuchung gebracht. Am 6.6.1931 wurde er zu 3 Jahren Konzentrationslager verurteilt, das Urteil wurde dann durch 3 Jahre Verbannung in den Hohen Norden ersetzt.
Zwischen 1931 und 1934 wurde er durch mehrere russische Gefängnisse geschleust, wie Butyrka in Moskau, Jaroslawl an der Wolga, Tambow und Woronesch und dann mit der Auflage in die Freiheit entlassen, daß er sich in sechs Großstädten nicht niederlassen dürfe. Er nahm seinen Wohnsitz in Woronesch und wurde am 4.1.1935 erneut verhaftet.
Vom 16. bis 19.11.1935 wurde ihm ein geheimer Gerichtsprozeß gemacht. Gemäß Beschluß eines Spezialausschusses des Gebietsgerichtes zu Woronesch wurde B. zu 8 Jahren Konzentrationslager verurteilt. Anschließend wurde er in den berüchtigten GULag Kusema an der Eisenbahnstation Kirow (Wjatka) verbracht, wo er am 25.1.1940 gestorben ist.
Literatur R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 156f.; J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 355; I. Osipowa, “V jazvach svoich sokroj menja...” (Moskau 1996) 150.

Pfarrer Josef Beilmann
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1873 Vollmer
+ nach 1935 Medweschja Gora

Josef Beilmann wurde 1873 in Vollmer (Kopenka) / Wolgagebiet in einer Bauernfamilie geboren. Nach dem Abschluß des Priesterseminars erhielt er 1896 die Priesterweihe und vom 31.7.1898 an übernahm er die Aufgaben eines Kurats an der Pfarrkirche Rohleder / Wolgagebiet. Ferner nahm er ab 10.10.1902 die Pflichten des Kurats in der Pfarrkirche zu Bergtal und vom 3.3.1905 bis zum 28.11.1908 in der Kirche zu Krasna / Bessarabien wahr. Hier schmückte er die Kirche mit zwei wertvollen Altären aus . Vom 21.9.1908 bis zum 9.10.1910 war er Pfarradministrator in Karlsruhe / Odessa. Danach ist er Pfarrer in Pfeiffer / Wolgagebiet und 1914 Religionslehrer in Seelmann gewesen. Von 1924 bis 1928 war er als Pfarrer in Köhler tätig und danach, zwischen 1928 bis 1930, als die Gottesdienste verboten wurden, lebte er zurückgezogen in seinem Elternhaus in Vollmer.
Am 10.1.1930 wurde B. im Grenzgebiet zu Polen verhaftet und in das berüchtigte Gefängnis Butyrka bei Moskau verbracht, wo ihm zur Last gelegt wurde, an der Gruppenverschwörung der deutschen Geistlichkeit im Wolgagebiet beteiligt gewesen zu sein. Ihm persönlich wurde noch zur Last gelegt, daß er Verbindungen mit dem Vatikan (Caritas und Fürsorge) unterhalte und seit 1917 Mitglied des deutschen Volksvereins war, der von der Sowjetregierung 1918-1921 aufgelöst wurde.
Am 20.4.1931 wurde er gemäß Beschluß eines Ausschusses der Geheimpolizei (OGPU) zu 10 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt und in das Konzentrationslager Medweschja Gora bei Murmansk verbracht.
Wie bei den Sowjets üblich, wurde er anschließend in ein anderes Gefängnis nach Tambow verschleppt, dort am 4.1.1935 erneut zusammen mit den Priestern Adam Garreis, Alexander Staub und Josef Werbizkij zu 10 Jahren Lagerhaft verurteilt und anschließend ins Konzentrationslager Medweschja Gora auf die Baustelle des Ostsee-Weißmeerkanals verschleppt.
Über das weitere Schicksal von B. ist nichts bekannt. Offensichtlich überlebte er die harten Bedingungen im Konzentrationslager des Belbaltlag hinter dem Polarkreis nicht.
Literatur R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 156f.; J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 353; I. Osipowa, “V jazvach svoich sokroj menja...” (Moskau 1996) 150.

Pfarrer Adam Bellendir
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1889 Köhler
+ 3. November 1937 Solowez-GULag

Adam Bellendir wurde 1889 in Köhler / Wolgagebiet geboren. Nach Abschluß des Priesterseminars zu Saratow wurde er 1913 zum Priester geweiht und war danach zunächst in seinem Heimatsort Köhler tätig. Im Jahre 1914 leitete er als Pfarradministrator die Kirchengemeinde von Schuck/Grjasnowatka, danach übernahm er das Pfarramt in der Kirchengemeinde des Landkreises Frank. Von 1916 bis 1930 war er Pfarrer in Schuck im Wolgagebiet.
Am 10.1.1930 wurde B. im Grenzgebiet zu Polen verhaftet und ins berüchtigte Butyrka-Gefängnis nach Moskau verschleppt, wo er beschuldigt wurde, an der Verschwörung des deutschen Klerus im Wolgagebiet beteiligt gewesen zu sein.
Ihm persönlich wurde außerdem noch zur Last gelegt, daß er bereits 1917 zum deutschen Volksverein gehört habe, den die Sowjetregierung zwischen 1918 und 1921 aufgelöst hatte.
Am 20.4.1931 wurde B. zu 10 Jahren Konzentrationslager verurteilt und anschließend auf die Solowezki-Inseln verbracht. Am 9.10.1937 wurde er im KZ erneut angeklagt und gemäß Beschluß einer Sondertroika der Geheimpolizei (UNKWD) des Gebiets Leningrad zum Tode verurteilt. Am 3.11.1937 wurde er im Solowezki-Gefängnis erschossen.
Literatur R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 157; J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 370; I. Osipowa, “V jazvach svoich sokroj menja...” (Moskau 1996) 150.

Pfarrer Gottlieb Beratz
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1871 Göbel
+ 1921 Herzog

Gottlieb Beratz wurde 1871 in Göbel (Ustj-Grjasnucha) / Wolgagebiet geboren. Nach Abschluß des Saratower Priesterseminars erhielt er am 25.8.1894 die Priesterweihe und leitete vom 17.5.1894 bis 1909 die neugegründete Pfarrei Dehler (Beresowka) im Wolgagebiet. Am 15.10.1901 ist b. zum Kuraten befördert worden und wirkte vorübergehend als Beichtvater am Priesterseminar zu Saratow.

Wegen seiner schlechten Gesundheit mußte er Saratow verlassen und trat die Pfarrstelle in Herzog (Susly) an, wo er im Zusammenhang mit den Bauernaufständen gegen die bolschewistische Regierung denunziert und zum Tode verurteilt wurde. Mit seiner Berufung an höhere Instanzen hatte er Erfolg und sollte freigelassen werden. Allerdings setzten sich die örtlichen Sowjets über den Entlassungsbescheid hinweg und haben ihn 1921 in Herzog (Susly) erschossen.
Bischof Keßler schreibt folgendes über ihn: “Er ist der rühmlichst bekannte Verfasser der Geschichte der ‚Kolonien an der Wolga‘. Die Bolschewisten hatten ihn infolge einer ungerechtfertigten Denuntiation von örtlichen Bolschewisten ins Gefängnis geworfen und zum Erschießen verurteilt. Der Verurteilte legte Berufung bei den höheren Sowjets ein. Es kam auch der Bescheid, daß man ihn freigeben solle. Allein die rachsüchtigen Banditen setzten sich über das Urteil hinweg, führten den Pfarrer an das Ufer des Flusses, stellten ihn an den hohen, steilen Rand desselben und mähten ihn mit einer Salbe nieder. Der Martyrer hatte die Arme und Augen zum Himmel erhoben und in dieser Stellung die tödlichen Geschosse erwartet. Sein entseelter Leichnam stürzte das steile Ufer hinab, während seine reine Seele sich zu ihrem göttlichen Meister emporschwang.”
Literatur J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 46, 247, 267f., 351; J. Keßler, Geschichte der Diözese Tyraspol (Dickinson /USA 1930) 260.

Pfarrer Valentin Böchler
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1874 Karlsruhe (Odessa)
† nach 1938 in der Verbannung in Karaganda
Valentin Böchler wurde 1874 in Karlsruhe bei Odessa geboren. Nach Abschluß des Studiums am Priesterseminar Saratow empfing er 1900 die Priesterweihe. Anschließend war er drei Jahre in Rohleder an der Wolga seelsorglich tätig. Ab dem 28.4.1903 war B. Seelsorger in Straßburg bei Odessa, ab 1928 Pfarrer in Kleinliebental (Odessa). Hier später verhaftet, verurteilte man ihn zu fünf Jahren Haft und verbannte ihn nach Kasachstan. Bekannt ist, daß er 1938 in Karaganda in der Verbannung war. Es ist mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, daß er hier zu Tode kam.
Literatur Czaplicki-Ossipowa, Martirolog, 213; Dzwonkowski, 170; Schnurr, Kirchen, 358.

Pfarrer Michael Brungardt
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1875 Wolgagebiet
† nach 1935 Odessa
Michael Brungardt kam im Jahre 1875 im Wolgagebiet zur Welt. Nach der Schulausbildung schloß er das Studium am Priesterseminar Saratow ab und wurde 1898 zum Priester geweiht. Anschließend war er bis 1901 Vikar in Mariental, ab 1903 Seelsorger in Marienberg, ab 1905 Pfarrer in Streckerau, ab 1909 Pfarrer in Husaren (Jelschanka), ab 1910 Pfarrer in Vollmer, ab 1920 in Pfeiffer, ab 1928 in Hildmann (Panowka) - alles im Wolgagebiet. Im Jahre 1930 wurde B. vor Gericht geladen, aber nicht verurteilt. Fünf Jahre später erneut verhaftet, kam er nach Odessa, wo er zu einer Haftstrafe verurteilt wurde. Es ist sehr wahrscheinlich, daß er in Odessa den Tod fand.
Literatur Czaplicki-Ossipowa, Martirolog, 215; Dzwonkowski, 171; Schnurr, Kirchen, 356.

Pater Spiridon (Alexander) Deubner
Katholischer Priester des byzantinischen Ritus
* 1899 Iljensko-Tobolskoje (Ural)
† 15. Mai 1946 Gefängnis Moskau
Alexander Deubner wurde am 15. August 1899 in dem Dorf Iljensko-Tobolskoje im Ural geboren. Bis zum Jahre 1913 lebte er in St. Petersburg, im Anschluß wurde er in Konstantinopel in der Kongregation der Assumptionisten erzogen; hier erfolgte auch die höhere geistliche und philosophische Ausbildung. Danach empfing er das Sakrament der Priesterweihe aus den Händen des bulgarischen Erzbischofs Michail Mirov. Mit dem Ordenseintritt bei den Assumptionisten erhielt er den Mönchsnamen Spiridon. Ab dem Jahre 1926 wirkte D. in einem Haus für russische Kinder in der französischen Stadt Nizza. Ein Jahr später wirkte er als Sekretär bei dem kath. Bischof und Jesuiten Michel d’Herbigny, der im Vatikan die Commissio pro Russia leitete. Als in dieser Dienststelle wichtige Dokumente verschwanden, geriet D. in Verdacht. Dieser Verdacht soll von einem wirklichen Agenten, nämlich Eduardo Prettner-Cippico (1905-1983), bewußt auf D. gelenkt worden sein. Durch dessen Machenschaften wurden sowohl Bischof d’Herbigny als auch D. ins Zwielicht gesetzt. (Obwohl später enttarnt und mit Kirchenstrafen belegt, setzte dieser Spitzel im Vatikan seine geheimdienstlichen „Geschäfte“ bis in die 70er Jahre des 20. Jh.s fort.) Im Jahre 1933 verließ D. die Stadt Rom. Zwei Jahre später siedelte er nach Prag über. Im Jahre 1943 schafften ihn die deutschen Behörden nach Berlin, wo er als Übersetzer arbeitete. Anfang 1945 erfolgte die Rückkehr nach Prag. Am 12.7.1945 in Prag von den Sowjettruppen verhaftet und nach Moskau deportiert, wurde D. hier in das berüchtigte Butyrka-Gefängnis eingeliefert. Am 8.10.1945 erhielt er die „Anklageschrift“. Am 15.5.1946 wurde er nach den Artikeln 58-4, 58-6, Teil 1, und 58-11 des Strafgesetzbuches der Russischen Sozialistischen Föderativen Sowjetrepublik zu zehn Jahren Arbeitslager durch ein Sondergericht des Geheimdienstes verurteilt. Am gleichen Tag starb er in der Haft an den Folgen der erlittenen Torturen.
Literatur Czaplicki-Ossipowa, Martirolog, 60f.; H. Stehle, Graue Eminenzen - dunkle Existenzen. Geheimgeschichten aus vatikanischen und anderen Hinterhöfen (München 2000) 9-24; ders., Geheimes aus Bonn für Moskau vom Vatikan. Der vielseitige Agent Monsignore Edoardo Prettner-Cippico und sein Nachlaß, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 51 (2003) 263-283.

Pfarrer Johann Deubner
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1873 St. Petersburg
+ 12. November 1936 Weschjegonsk

Johann Deubner wurde 1873 in St. Petersburg in einer adligen Familie deutscher Abstammung geboren. Nach dem Abschluß der russischen Reichsschule für Recht trat er 1899 zum römisch-katholischen Glauben über und wurde 1903 von Bischof Andreas Scheptizkij heimlich zum Priester geweiht. Ab 1907 hielt er öffentlich Gottesdienst in der katholischen Kirche der Heiligen Katharina zu St. Petersburg.
Hier wurde er am 3.3.1923 verhaftet aber bald wieder auf freien Fuß gesetzt. Am 17.11.1923 wurde D. erneut in Petrograd (früher St. Petersburg, später Leningrad) festgenommen und der Teilnahme an einer Gruppenverschwörung der russischen Katholiken beschuldigt. Im Dezember 1923 wurde er zur Untersuchungshaft nach Moskau gebracht, wo er am 23.5.1924 zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Von dort wurde er in Einzelhaft in das Gefängnis zu Susdalj verlegt. Im Juli 1930 ist er nach Jaroslawl, 1927 nach Wladimir und 1930 in eine Einzelzelle (“Politisolator”) nach Jaroslawl / Wolga verlegt worden, danach hat man ihn überraschenderweise aus dem Gefängnis mit der Auflage entlassen, daß er in 12 größeren Städten nicht seßhaft werden dürfte. Er war gezwungen, seinen Wohnsitz im Städtchen Weschjegonsk bei Twerj zu nehmen, wo er am 12.11.1936 unter ungeklärten Umständen ermordet wurde.
Literatur R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 207; I. Osipowa, “V jazvach svoich sokroj menja...” (Moskau 1996) 164.

Pfarrer Adam Desch
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1881 Pfeiffer
+ 7. Oktober 1937 Astrachan

Adam Desch wurde 1881 in der deutschen Kolonie Pfeiffer / Wolgagebiet geboren. Nach dem erfolgreichen Abschluß des Priesterseminars zu Saratow wurde er am 28.4.1904 zum Priester geweiht, nachdem er am 22.2.1904 die Subdiakonatsweihe erhalten hatte. Am 29.4.1904 trat er seinen Kirchendienst in Pfeiffer / Wolgagebiet an und am 1.5.1904 wurde er zum Vikar in Jekaterinoslaw ernannt. Von 1911 bis 1913 ist er Pfarrer in Christina und von 1914 bis 1921 in der Pfarrei zu Astrachan gewesen. Im Jahre 1921 leistete er während einer seelsorgerischen Notlage in der Pfarrei Saratow bis zur Schließung dieser verwaisten Kirche Aushilfsdienste.
Ab 1921 ist D. als Pfarrer in Slawgorod / Altaigebiet tätig, wo er 1931 verhaftet wurde. Zunächst wurde er zu 3 Jahren Lagerhaft verurteilt, Ende Januar 1932 nach Westsibirien verlegt, von wo er im Jahre 1933 nach Astrachan entlassen wurde. 1934 wurde er zum zweiten Mal verhaftet und nach viermonatiger Untersuchungshaft wegen schlechetem Gesundheitszustandes aus dem Gefängnis entlassen. Am 7.10.1937 verstarb er mit 57 Jahren an den Folgen der sechsjährigen Drangsalierungen in sowjetischen Gefängnissen.
Literatur R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 209; J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 362; I. Osipowa, “V jazvach svoich sokroj menja...” (Moskau 1996) 164.

Pfarrer Alexander Dornhof
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1891 Zug
+ 1. November 1937 Solowez-GULag

Alexander Dornhof wurde 1891 im deutschen Dorf Zug (Gattung) / Wolgagebiet in einer Bauernfamilie geboren. Nach Abschluß des Priesterseminars zu Saratow wurde er 1917 zum Priester geweiht. Von 1918 bis 1919 war er Pfarrer in seiner Heimatgemeinde Zug, von 1919 bis 1923 in Dehler und ab 1923 in der Gemeinde Rohleder.
Am 12.3.1930 wurde er von der Geheimpolizei verhaftet und der Beteiligung an der Gruppenverschwörung deutscher katholischer Geistlicher beschuldigt. Am 20.4.1931 wurde D. zu 10 Jahren Lagerhaft verurteilt. Seine Strafe wurde in eine Gefängnisstrafe umgewandelt, und er wurde auf die Solowezki-Inseln ins Gefängnis gebracht. 1937 wurde er im KZ erneut angeklagt und am 14.10.1937 von einer eigens dafür gebildeten Troika der Geheimpolizei (UNKWD) aus Leningrad zum Tode verurteilt. Er wurde am 1.11.1937 im Gefängnis der Solowezki-Inseln erschossen. Literatur !!!

Pfarrer Peter Duckart
Priester der Diözese Tiraspol Saratow
* 1895 Landau (Odessagebiet)
† 1921 Odessagebiet
Peter Duckart wurde 1895 in Landau im Gebiet Odessa geboren. Nach Abschluß des Priesterseminars zu Saratow empfing er im Jahre 1917 das Sakrament der Priesterweihe. In den Jahren zwischen 1918 und 1920 übte er sein Priestertum als Seelsorger in Landau (Odessagebiet) aus. Nach der Zerschlagung des Aufstandes der deutschen Kolonisten im Jahre 1921 wurde D. zusammen mit 270 „Teilnehmern“ am Aufstand verhaftet, zum Tode verurteilt und erschossen. Der genaue Todestag ist unbekannt.
Literatur Czaplicki Ossipowa, Martirolog, 66; Schnurr, Kirchen, 369.

Pfarrer Jakob Duckardt
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1894 Landau
+ 20. August 1920 Bug

Jakob Duckardt wurde 1894 in Landau / Odessa geboren. Nach Abschluß des Priesterseminars zu Saratow empfing er 1916 die Priesterweihe und wurde 1919 zum Vikar in seiner Heimatgemeinde und bald danach zum Administrator der Pfarrei Katharinental bestellt. Am 20.8.1920 wurde D. bei der Ausübung seiner priesterlichen Pflichten an verwundeten Katharinentaler Flüchtlingen unweit der Fährstation am Fluß Bug / Odessa erschossen.
Über die Umstände seines Todes schreibt Bischof Keßler folgendes: “Da schlug plötzlich eine Granate in eine Scheune, die einige tötete und mehrere verwundete. P. Jakob Duckart tröstete die Unglücklichen und spendete den Schwerverwundeten die Sterbesakramente. Das ärgerte die bolschewistischen Soldaten. Sie verboten dem Geistlichen die Ausübung seiner heiligen Amtspflicht. Allerdings gehorchte der Priester den gottlosen Bolschewisten nicht. Da riß plötzlich ein vertierter Soldat den Geistlichen von den Sterbenden weg, zerrte ihn hinaus in den Hof, befahl ihm, sich an die Wand zu stellen, um den pflichttreuen Priester niederzuschießen. Ohne auch nur seinen Mund zu einer Bitte zu öffnen, ohne einen Laut der Klage, geduldig wie ein Lamm, gehorchte das Opfer seinen unmenschlichen Mördern. Mit vor der Brust gekreuzten Armen und zum Himmel flehend erhobenen Augen empfing der Diener Christi die tödlichen Geschosse. Was mit der Leiche des Martyrers geschah, darüber fehlen genauere Nachrichten. ... Die anwesenden Pfarrkinder von Katharinental, die diese traurige Szene und Gottergebenheit ihres lieben Seelsorgers sahen, weinten, ihres eigenen Unglückes vergessend, Tränen der frommen Rührung über den Tod dieses priesterlichen Schlachtopfers und sagten: Das ist ein Heiliger!”
Literatur J. Keßler, Geschichte der Diözese Tyraspol (Dickinson /USA 1930) 257. J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 57, 264, 266, 369; I. Osipowa, “V jazvach svoich sokroj menja...” (Moskau 1996) 165.

Pfarrer Leonhard Eberle
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 28. Oktober 1870 Rastatt
+ 1931 Archangelsk

Leonhard Eberle wurde am 28.10.1870 in Rastatt / Odessa geboren. Nach Abschluß seiner Studien im Priesterseminar wurde er 1896 zum Priester geweiht. Vom 7.12.1897 bis 12. 10.1912 war er in der Kirchengemeinde Schönfeld (Gschar) der Pfarrei Landau / Odessa eingesetzt. Von 1914 bis 1929 war er in der deutsch-katholischen Pfarrei Kamenka / Wolgagebiet tätig. Am 20.10.1912 wurde er zum Kuraten befördert und am 6.12.1912 zum Pfarrer und Dekan des Dekanats Kamenka / Wolgagebiet bestimmt, das er bis 1928 leitete.
Am 2.12.1929 wurde E. von der sowjetischen Geheimpolizei in Kamenka verhaftet, zu 3 Jahren Verbannung verurteilt und in das Uralgebiet verbracht. Von dort wurde er am 25.6.1930 vorzeitig entlassen.
Am 12.7.1930 wurde er anläßlich der Gruppenverschwörung der deutschen Geistlichkeit im Wolgagebiet erneut verhaftet, ins berüchtigte Butyrka-Gefängnis bei Moskau verbracht und am 20.4.1931 gemäß Beschluß eines Kollegiums der Geheimpolizei (OGPU) mit anderen Priestern wegen seiner Zugehörigkeit zum deutschen Katholischen Volksverein im Jahre 1917 zu 5 Jahren Lagerhaft verurteilt.
Wegen seiner stark angegriffenen Gesundheit wurde er nicht ins KZ verbracht, sondern aus der Haft entlassen. Er verstarb infolge der Schikanen des Sowjetregimes bald darauf im Jahre 1931 in Kamyschin / Wolga. Nach anderen Quellen ist seine Leiche im Winter 1931 auf einer Straße in Archangelsk / Kola-Halbinsel gefunden worden.
Literatur R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 222; J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 227, 248, 354; I. Osipowa, “V jazvach svoich sokroj menja...” (Moskau 1996) 214.

Pfarrer Peter Eisenkrein
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1885 Blumenfeld
+ 8. Dezember 1937 Solowez-GULag

Peter Eisenkerein wurde 1885 in Blumenfeld auf der Krim geboren. Nach Abschluß des Priesterseminars zu Saratow erhielt er 1908 die Priesterweihe. Anschließend war er von 1908 bis 1911 Vikar in Kostheim, Dekanat Jekaterinoslaw, auf der Krim bei Pfarrer Zerr in Blumenfeld, Telgulo und Malachowo tätig. Am 25.9.1911 wurde er zum Pfarradministrator in Blumenfeld / Nikolaew berufen und tat dort seinen Kirchendienst bis zur Festnahme durch den sowjetischen Geheimdienst aus Odessa. Am 18.10.1935 wurde er in Telgulo / Ukraine verhaftet und am 21.2.1936 zu 8 Jahren Lagerhaft verurteilt.
Über sein weiteres Schicksal sind kaum Spuren in den Archivunterlagen zu finden. Nach einer anderen Informationsquelle wurde E. am 25.5.1925 nach Sibirien deportiert, wo er nach einigen Jahren verstorben sein soll.
Während seiner Verbannung soll er sowohl in römisch-katholischen als auch in russisch-orthodoxen Kirchen Gottesdienste gefeiert haben. Diese Angaben werden auch von J. Schnurr bestätigt, danach ist er nach wenigen Jahren in Sibirien verstorben.
Literatur R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 223; J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 211, 221, 231f., 295, 374; I. Osipowa, “V jazvach svoich sokroj menja...” (Moskau 1996) 214.

Pfarrer Ludwig Erck
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 12. März 1896 Mannheim
+ 8. Dezember 1937 Solowez-GULag

Ludwig Erck wurde am 12.3.1896 in der katholischen Kolonie Mannheim / Odessa geboren. Zunächst besuchte er das Knabenseminar und kurze Zeit danach das Priesterseminar zu Saratow, bevor er für zwei Jahre nach Feldkirch / Österreich ging, um dort Theologie und Medizin zu studieren. 1915 kehrte er in das Priesterseminar Saratow zurück, und nach dessen Schließung im Jahr 1917 wechselte er in das nach Odessa verlegte Priesterseminar über und schloß dort 1918 sein Studium ab. Danach ging er mit seinem Studienfreund Adam Zimmermann als Lehrer an eine Schule nach Sibirien, kehrte 1923 in die Ukraine zurück und empfing im Mai 1924 durch Bischof Zerr in Selz / Odessa die Priesterweihe. Anschließend wurde E. zum Pfarrer von Sulz / Odessa berufen. Im Jahre 1927 ging er freiwillig, einem Appell des Ordinariats folgend, wieder nach Sibirien, wo er in der Pfarrei Slawgorod / Altaigebiet die dort über eine Entfernung von 11 000 km zerstreut lebenden Katholiken als Pfarrer und auch als Arzt betreute.
Am 8.9.1929 wurde E. in Slawgorod verhaftet und am 23.3.1930 zu 10 Jahren Konzentrationslager verurteilt. Anschließend wurde er am 25.8.1930 auf die Solowezki-Inseln verbracht und im Juni 1931 auf die Insel Anser verlegt. 1932 wurde er hier im Lager erneut verhaftet und beschuldigt, an einer Verschwörergruppe von 32 katholischen Geistlichen teilgenommen, antisowjetische Agitation betrieben, heimlich Gottesdienste und religiöse Kulthandlungen abgehalten, sowie illegale Verbindungen zur Außenwelt gehabt zu haben mit dem Ziel, Spionageinformationen über die Lage der Katholiken in der UdSSR ins Ausland zu melden.
Die Staatsanwaltschaft stellte Antrag auf Überführung in Einzelhaft im politischen Isolator des Gefängnisses zu Jaroslawl / Rußland. Am 27.5.1933 wurde E. zu einem Jahr Haft im “Strafisolator” (Einzelzelle) verurteilt. 1937 wurde er erneut im Lager vor Gericht gestellt. Er wurde am 25.11.1937 zum Tode verurteilt und am 8.12.1937 im Solowezki-Gefängnis erschossen.
Nach anderslautenden Informationen soll E. in der zweiten Hälfte der 30er Jahre in einem der 14 Konzentrationslager von Dolinka (bei Karaganda) / Kasachstan verstorben sein.
Literatur R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 224; J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 373; I. Osipowa, “V jazvach svoich sokroj menja...” (Moskau 1996) 215.

Pfarrer Johann Falkenstein
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1886 Wolgagebiet
+ nach 1931 Nowosibirsk

Johann Falkenstein wurde 1886 in einem deutschen Dorf auf der Bergseite der Wolga geboren. Er absolvierte 1912 das Priesterseminar zu Saratow und wurde anschließend zum Priester geweiht. Seit 1913 war er Pfarradministrator in Marienburg / Dekanat Saratow im Gebiet Samara und seit 1928 in Josefstal im Wolgagebiet.
1931 wrde F. verhaftet und 1932 zu 5 Jahren Freiheitsentzug verurteilt. Anschließend wurde er ins Gefängnis der Stadt Nowosibirsk verbracht. Über sein weiteres Schicksal ist nichts mehr bekannt. Man darf mit Sicherheit annehmen, daß F. im Gefängnis ums Leben gekommen ist.
Literatur R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 226; J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 239, 369; I. Osipowa, “V jazvach svoich sokroj menja...” (Moskau 1996) 205.

Pfarrer Martin Fix
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1883 Sulz
+ 8. Dezember 1937 Solowez-GULag

Martin Fix wurde 1883 in Sulz / Odessa geboren. Nach Abschluß seines Studiums im Priesterseminar zu Saratow erhielt er am 2.8.1909 die Priesterweihe und wurde anschließend zum Vikar in Katharinenstadt / Wolga berufen. Von 1909 bis 1910 war er Pfarrer in Speyer / Odessa, von 1910 bis 1912 Administrator in Franzfeld / Odessa, von 1912 bis 1915 Vikar in Klosterdorf, von 1913 bis 1914 Pfarradministrator in Speyer, von 1915 bis 1922 Pfarrer in Köhler an der Wolga und schließlich von 1922 bis 1928 Kurat in Seewald bei Frank im Dekanat Kamenka / Wolgagebiet.
1923 wurde F. von der Geheimpolizei verhaftet und für zwei Jahre ausgewiesen, kehrte jedoch bald wieder in seine Pfarrgemeinde zurück. 1928 übernahm er die Pfarrei in Semjenowka / Rayon Kamenka.
Anfang 1929 wurde F. erneute von der Geheimpolizei verhaftet und zu 10 Jahren Verbannung verurteilt. Am 29.12.1929 wurde er beschuldigt, der Verschwörergruppe der deutschen katholischen Geistlichkeit im Wolgagebiet anzugehören, und zur Untersuchungshaft ins Butyrka-Gefängnis nach Moskau überstellt.
Am 20.4.1931 wurde F. zur Höchststrafe verurteilt. Die Todesstrafe wurde anschließend durch 10 Jahre Konzentrationslager ersetzt, und er wurde am 13.5.1931 in das berüchtigte KZ auf den Solowezki-Inseln verlegt, wo er 1937 im Lager erneut angeklagt und am 25.11.1937 auf Beschluß einer Sondertroika der Geheimpolizei (UNKWD) des Leningrader Gebietes gemeinsam mit Pfarrer Georg Baier und Pfarrer Augustin Baumtrog zum Tode verurteilt wurde. Am 8.12.1937 wurde er im Gefängnis der Solowezki-Inseln erschossen.
Literatur R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 230, 231f.; J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 86, 186, 213, 238f., 251, 257, 365; I. Osipowa, “V jazvach svoich sokroj menja...” (Moskau 1996) 206.

Pfarrer Anton Fröhlich
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1895 Rußland
+ nach 1941

Anton Fröhlich wurde 1895 geboren. Nach Abschluß des Priesterseminars zu Saratow erhielt er im August 1917 die Priesterweihe, danach war er Vikar in Heidelberg / Jekaterinburg und von 1924 bis 1934 Seelsorger in München / Odessa. Er war ein sehr guter Organist.
Er wurde verhaftet und zur Lagerarbeit im Hohen Norden verurteilt. Von 1935 bis 1939 soll er als Apotheker im GULag der Komi ASSR gearbeitet haben und während der Kriegsereignisse als Buchhalter in einer Sowchose bei Astrachan gewesen sein. Über den weiteren Verbleib und seinen Sterbeort ist nichts überliefert.
Literatur R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 236.; J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 235, 293, 371.

Pfarrer Johann Furch
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1890 Krasnoje
+ 19. Februar 1930 Belbaltlag

Johann Furch wurde 1890 in der Gemeinde Krasnoje bei Ackermann / Bessarabien geboren. Nach Abschluß des Priesterseminars zu Saratow empfing er 1918 die Priesterweihe. 1921 diente er als Pfarrer in Emmental / Bessarabien.
Von Februar 1923 bis 1928 leitete er die Pfarrei in Selz / Gebiet Odessa in der Ukraine, bis er am 23.10.1928 von der Geheimpolizei verhaftet wurde. Er wurde am 10.6.1929 auf Beschluß eines Kollegiums der Geheimpolizei (OGPU) zu 5 Jahren Konzentrationslager verurteilt, auf die Baustelle des Ostsee-Weißmeer-Kanals gebracht und in einem Konzentrationslager der Verwaltung des Belbaltlag (GULag) unterstellt.
Am 19.2.1930 verstarb F. im sowjetischen Belbaltlag im Alter von 40 Jahren.
Literatur R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 237; J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 57, 192, 205, 372; I. Osipowa, “V jazvach svoich sokroj menja...” (Moskau 1996) 207.

Pfarrer Adam Gareis
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1887 Köhler
+ nach 1935 Jaroslawl

Adam Gareis wurde 1887 in der deutschen katholischen Gemeinde Köhler / Wolgagebiet geboren. Nach Abschluß des Priesterseminars zu Saratow wurde er 1911 zum Priester geweiht. Vorübergehend war er vor 1914 als Pfarrer in Seewald / Wolgagebiet und danach in verschiedenen anderen Pfarreien tätig.

Von 1912 bis 1925 nahm er seine Aufgaben als Pfarrer in der katholischen Kirche des Dorfes Neljubinskoje / Kustanai in Nordkasachstan wahr. Von 1925 bis 1929 war er Pfarrer in Jelschanka und Kurat in Husaren, ab 1929 übernahm er seine letzte Pfarrstelle in Pfeiffer im Wolgagebiet.
Im Januar 1930 reiste G. in einer geheimen Kirchenmission nach Orenburg, wurde dort am 2.2.1930 verhaftet und der Teilnahme an der Gruppenverschwörung der deutschen katholischen Geistlichkeit im Wolgagebiet beschuldigt. Am 6.6.1931 wurde er von einem Ausschuß der Geheimpolizei (OGPU) zu 3 Jahren Haft verurteilt und in ein Konzentrationslager gebracht. Die Lagerhaft wurde in eine dreijährige Verbannung im zentralrussischen Gebiet Tambow umgewandelt. Im Dezember 1934 wurde er dort erneut verhaftet und beschuldigt, der Verschwörergruppe der katholischen Geistlichkeit im Wolgagebiet anzugehören. Vom 16. bis 19.11.1935 wurde ihm in einer geschlossenen Sitzung in der Stadt Woronesch der Prozeß gemacht. Als Zeugen waren die Priester Alexander Straub, Joseph Beilmann und Josef Werbizkij geladen.
Gemäß Beschluß eines Sonderausschusses des Gebietsgerichtes zu Woronesch wurde G. zu 10 Jahren Haft verurteilt und in das Konzentrationslager Medweschja Gora an der Eisenbahnlinie des Gebietes Kirow in das Konzentrationslager Ostsee-Weißmeer-Kanal Belbaltlag verlegt. Über sein weiteres Schicksal ist nichts mehr bekannt.
Es kann mit Sicherheit angenommen werden, daß G. bald darauf im KZ des Belbaltlag des Märtyrertodes gerstorben ist.
Literatur R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 237f.; J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 248, 250f., 369; I. Osipowa, “V jazvach svoich sokroj menja...” (Moskau 1996) 161.

Pfarrer Robert Glaßner
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1885 Heidelberg
+ nach 1931 Jaroslawl

Robert Glaßner wurde 1885 in einer deutschen katholischen Familie in Heidelberg auf der Krim geboren. Nach Abschluß des Priesterseminars zu Saratow wurde er 1908 zum Priester geweiht. Vor 1914 war er als Pfarrer im deutschen Dorf Bergtal bei Mariupol tätig. Von 1914 bis 1918 versah er das Pfarramt in Seelmann und von 1918 bis 1924 an der Eisenbahnstation Urbach und schließlich war er ab 1925 Pfarrer in Dehler im Wolgagebiet, wo er 1928 seinen letzten kirchlichen Auftrag als Kurat erfüllte.
Am 2.2.1930 wurde Robert Glaßner verhaftet und beschuldigt, an der Gruppenverschwörung des deutschen katholischen Klerus im Wolgagebiet beteiligt gewesen zu sein. Anschließend wurde er im Gefängnis zu Jaroslawl festgehalten und am 6.6.1931 zu 3 Jahren Konzentrationslager verurteilt. Es ist überliefert, daß G. anschließend wieder ins Gefängnis zu Jaroslawl gebracht wurde. Über sein weiteres Schicksal ist nichts mehr bekannt. Es ist anzunehmen, daß er in diesem Gefängnis oder in einem sowjetischen KZ später verstorben ist.
Literatur R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 241; J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 271, 361; I. Osipowa, “V jazvach svoich sokroj menja...” (Moskau 1996) 162.

Pfarrer Joseph Graf
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* Vollmer
+ nach 1930 UdSSR

Joseph Graf stammt aus Vollmer / Wolgagebiet. Nach Abschluß des Priesterseminars zu Saratow erhielt er am 25.8.1882 die Priesterweihe und war bis zum 1.10.1897 Pfarrverweser in Mariental, anschließend in Hölzel / Wolgagebiet. Vom 2.10.1903 an nahm er das Amt des Vikars in der Pfarrkirche zu Taganrog wahr und war gleichzeitig in Jusowka, in den Kohlenschächten in Berestowo-Kinsk und Rykowsk, sowie in den Siedlungen der Bergbauern als Seelsorger tätig.
In den Jahren 1917 und 1918 nach der Revolution war G. Pfarrer in Simferopol auf der Krim. Nach einer Meldung der Französischen Botschaft in Moskau vom 19.10.1927 wurde G. auf der Krim verhaftet. Wie die polnische Zeitung “Trybuna Radziecka” am 9.1.1930 berichtete, wurde G. von der Geheimpolizei (OGPU) zu 6 1/2 Jahren wegen “feindlicher, antisowjetischer und antiproletarischer Tätigkeit” verurteilt. Über das weitere Schicksal von G. ist nichts mehr bekannt.
Literatur R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 242f.; J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 228f., 264, 272, 350.

Pfarrer Michael Hatzenböller
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 26. September 1878 Neu-Baden
+ nach 1937 UdSSR

Michael Hatzenböller wurde am 26.9.1878 in Neu-Baden / Odessa geboren. Nach Abschluß des Priesterseminars zu Saratow wurde er am 25.4.1904 zum Priester geweiht und trat den Kirchendienst als Primiziant in seiner Heimatpfarrei Neu-Baden an. Danach wurde er zum Vikar in Kostheim bestimmt. Von 1905 bis 1907 diente er als Pfarrverweser in Obermonjour / Wolgagebiet.
Nach einem Jahr Lehrertätigkeit im Progymnasium von Pfarrer Scherr war er vom 27.5. bis zum 31.8.1908 Pfarradministrator in Karlsruhe / Odessa und danach bis September 1909 in Klosterdorf. Am 27.9.1909 wurde er nach Sulz/Odessa geschickt, wo er bis 1914 tätig war. Er erhielt im Dezember 1912 seine Ernennung zum Kuraten. Von 1926 bis 1930 war er Pfarrer und Dekan in Eichwald.
Nach einer Meldung der Polnischen Botschaft in Moskau vom 28.6.1938 wurde H. 1937 verhaftetet und nach Mariupol verschleppt. Weitere Informationen über ihn fehlen.
Literatur J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 211, 217, 228, 238, 261, 286f., 295, 362.

Pfarrer Peter Heut
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1894 Seewald
+ nach 1941 UdSSR

Peter Heut wurde 1894 in Seewald / Wolgagebiet geboren. Nach dem Abschluß des Priesterseminars zu Saratow wurde er 1917 zum Priester geweiht und diente mehreren katholischen Kirchengemeinden des Gebietes Nowotscherkassk. Vor 1927 wirkte er als Pfarradministrator in Petersheim / Dekanat Eichwald (Berdjansk) auf der Krim und von 1928 bis zu seiner Verhaftung im Jahre 1932 in Großwerder (Marinowka) des gleichen Dekanats.
Im Jahr 1932 wurde H. in Nowotscherkassk wegen angeblicher Teilnahme an der Gruppenverschwörung der katholischen Geistlichen von der Geheimpolizei verhaftet. Am 18.1.1933 ist er auf Beschluß einer Troika der Geheimpolizei (OGPU) zu 10 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt und ins KZ Medweschja Gora des Belbaltlag in der Karelo-Finnischen SSR gebracht. Im April 1936 schrieb er seinen letzten Brief aus dem Belbaltlag an das Polnische Rote Kreuz in Moskau. Im Beltbaltlag soll er sich noch 1937 befunden haben.
Drei Wochen nach Ausbruch des deutsch-sowjetischen Krieges wurde H. am 6.7.1941 in ein anderes Konzentrationslager in Kargopol im Hinterland verlegt. Seitdem gibt es kein Lebenszeichen mehr von ihm.

Es ist mit höchster Wahrscheinlichkeit anzunehmen, daß er die Drangsale des Lagerlebens während des Krieges zwischen 1941 und 1945 nicht überlebt hat.
Literatur R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 248; J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 57, 286, 290, 372; I. Osipowa, “V jazvach svoich sokroj menja...” (Moskau 1996) 161.

Pfarrer Johannes Hoffmann
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1868 Karlsruhe
+ 1919 Krim

Johannes Hoffmann wurde 1868 in Karlsruhe / Odessa in einer Bauernfamilie geboren. Nach Abschluß des Priesterseminars zu Saratow empfing er am 19.9.1893 die Priesterweihe. Vom 20.10.1893 bis 17.3.1897 war er Vikar in Blumenfeld / Gouvernement Jekaterinoslaw und von 1897 bis 1919 Seelsorger in Heidelberg (Molotschna-Gebiet).
Während des Bürgerkrieges ist H. 1919 auf der Flucht auf der Krim von marodierenden Soldaten des Bandenführers Machno gefangengenommen und zu Tode gefoltert worden.
Literatur R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 248; J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 231, 293, 350.

Pfarrer Anton Hoffmann
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1897 Leitershausen
+ nach 1938 Karaganda

Anton Hoffmann wurde 1897 in Leitershausen im Gebiet Prischib geboren. Mit 14 Jahren trat er ins Knabenseminar ein, studierte nach dessen Abschluß Philosophie und Theologie in Saratow. Bis zur der kanonischen Volljährigkeit war er als Lehrer und Organist auf der Krim tätig. Seine Priesterweihe erhielt er im Jahre 1923 heimlich von Bischof Anton Zerr in Selz. Von 1923 bis 1934 war er Pfarrer in seiner Heimatgemeinde Landau / Odessa, bis er im November 1934 verhaftet wurde. Es wurde ihm zur Last gelegt, daß er an der Gruppenverschwörung des katholischen Klerus in der Ukraine unter Pfarrer Thauberger beteiligt gewesen sei. Am 27.4.1935 wurde er auf Beschluß eines Spezialkollegiums des Gebietsgerichts Odessa zu 10 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt und in ein Konzentrationslager verbannt.
Nach Informationen der Polnischen Botschaft in Moskau vom 28.6.1938 befand sich H. zu dieser Zeit in einem Konzentrationslager in Karaganda / Kasachstan. Über sein weiteres Schicksal finden sich keine Hinweise mehr in den Archivunterlagen.
Es ist mit höchster Wahrscheinlichkeit anzunehmen, daß H. die Grausamkeiten des Lagerregimes, die sich während des Krieges 1941-1945 noch verschärft haben, nicht überlebt hat.
Literatur J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 57, 211, 233, 365f.

Pfarrer Nikodemus Ihly
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 8. Februar 1882 Karlsruhe
+ nach 1938

Nikodemus Ihly kam am 8.2.1882 in Karlsruhe bei Odessa zur Welt. Nach Abschluß des Studiums am Priesterseminar Saratow empfing er am 8.9.1910 die Priesterweihe. Anschließend wurde I. Vikar in Mariental im Wolgagebiet. Nachweislich war er von 1911 bis 1919 Seelsorger in Hölzel (Dekanat Seelmann), danach von 1921 bis 1924 in Rastadt (Rastatt) bei Odessa. Im Jahre 1928 war er in Heidelberg (Dekanat Dnjepropetrowsk) als Kurat tätig. Auf Druck der Machthaber mußte I. nach einigen Jahren seine Pfarrei verlassen. Am 16.12.1933 wurde I. verhaftet, der konterrevolutionären Tätigkeit beschuldigt und 1934 zu drei Jahren Verbannung verurteilt. Über sein weiteres Schicksal ist nichts Sicheres überliefert. Es ist davon auszugehen, daß er die „Säuberung“ Stalins nicht überlebt hat.
Literatur Czaplicki-Ossipowa, Martirolog, 227; Dzwonkowski, 250; Schnurr, Kirchen, 367.
Literatur R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 250; J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 223, 264, 272, 290, 293, 367.

Pfarrer Philipp Jaufmann
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1877
+ nach 1937 Karaganda

Philipp Jaufmann wurde 1877 geboren. Sein Geburtsort ist nicht bekannt. Nach Abschluß des Priesterseminars zu Saratow wurde er am 26.12.1901 zum Diakon und vier Tage darauf zum Priester geweiht. Als Primiziant trat er seinen Kirchendienst in Heidelberg / Molotschna-Gebiet an. Am 21.1.1902 wurde er zum Seelsorger von Kostheim in der Pfarrei Heidelberg ernannt, wo er bis zum 25.8.1903 seinen Kirchendienst versah. Vom 25.8.1903 bis 1914 war er Vikar in Ponjatowka / Odessa. Nachweislich war er 1928 in Josephstal / Odessa tätig.
Am 22.4.1935 wurde J. von der Geheimpolizei verhaftet. Im Gefängnis von Odessa wurde er zusammen mit anderen Priestern im August 1935 zu 10 Jahren Konzentrationslager verurteilt und nach Tomsk / Sibirien verbracht. Seine Familienangehörigen sollen bis zum 8. Dezember 1937 mit ihm in Briefwechsel gestanden haben.
Nach einem Brief der Polnischen Botschaft in Moskau vom 28.6.1938 befand sich J. zu dieser Zeit in einem Konzentrationslager in Karaganda / Kasachstan.
Literatur R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 266; J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 64, 91, 93, 96, 160, 184, 201, 291, 295, 359.

Pfarrer Jakob Kaiser
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1885 Wolgagebiet
+ 1921 Seelmann

Jakob Kaiser wurde 1885 im Wolgagebiet geboren. Nach Abschluß des Priesterseminars zu Saratow erhielt er 1916 die Priesterweihe und war danach als Pfarrer in Marienberg, Dekanat Seelmann, tätig.
Während der Wirren des russischen Bürgerkrieges ist der junge Geistliche 1921 mit 36 Jahren ums Leben gekommen. Bischof Keßler schreibt über ihn: “Jakob Kayser, ein junger Priester, der erst vor fünf Jahren sein erstes Meßopfer gefeiert hatte, brachte als dritter Priester sein Leben Gott dem Schöpfer zum Opfer. Das christliche Volk wollte ihn sogar beim Tode von hellem Lichtglanz umflossen gesehen haben. Allein war das auch vielleicht eine fromme Täuschung, so viel ist gewiß, daß er ein frommer Priester war. Er wurde in seinem Pfarrort Marienberg erschossen. Allerdings tragen auch hier bolschewistische ‚Katholiken‘ der Pfarrei die Schuld an seiner Hinrichtung.”
Literatur J. Keßler, Geschichte der Diözese Tyraspol (Dickinson / USA 1930) 260; R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 277; J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 57.

Pfarrer Aloisius Kappes
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1872 Mariental
+ 1.11.1937 Solowez-GULag

Aloisius Kappes wurde 1885 in der deutschen katholischen Kolonie Mariental / Wolgagebiet in einer Bauernfamilie geboren. Nach Abschluß des Priesterseminars wurde er 1909 zum Priester geweiht und als Pfarrer an die Kirche zu Kamyschin berufen. Ab 1930 mußte er in den Untergrund gehen, da die Geheimpolizei ihn wegen priesterlicherTätigkeit verfolgte.
Am 14.7.1930 wurde er in Charkow verhaftet und der Teilnahme an der Gruppenverschwörung der deutschen katholischen Geistlichkeit im Wolgagebiet beschuldigt. Am 20.4.1931 wurde er von einem Ausschuß der Geheimpolizei (OGPU) zur Höchststrafe verurteilt, die anschließend in eine Strafe von 10 Jahren Konzentrationslagerhaft umgewandelt wurde. Darauf wurde er auf die berüchtigten Solowezki-Inseln verbracht und dort im KZ erneut angeklagt.
Am 14.10.1937 wurde er von einer Troika der Geheimpolizei (UNKWD) von Leningrad erneut zum Tode verurteilt und am 1.11.1937 im Gefängnis der Solowezki-Inseln erschossen.
Literatur I. Osipowa, “V jazvach svoich sokroj menja...” (Moskau 1996) 172; R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 278f.; J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 239, 245, 273, 366.

Pfarrer Wladimir Klöpfer
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 15. Januar 1875 Livland
† 4. Mai 1936 Gefängnis Odessa
Wladimir Klöpfer wurde 1875 im Gouvernement Livland als Sohn einer adeligen Familie geboren. Nach Abschluß der St. Petersburger orthodoxen Geistlichen Akademie wurde er 1910 zum Priester nach orthodoxem Ritus geweiht. Zur Buße für seine Sympathie für den kath. Glauben schickte man ihn im Jahre 1913 in das Kiewer Höhlenkloster in die Verbannung. Im Jahre 1924 trat K. zur röm.-kath. Kirche über und zelebrierte fortan nach orientalischem Ritus. Ab 1925 war er Seelsorger in Brailow (Amtsbezirk Winniza), ab August 1926 Vikar in Cherson. Im Februar 1930 wurde K. unter der Anklage verhaftet, Geld vom Apostolischen Administrator Augustin Baumtrog (vgl. Band II, S. 921) erhalten zu haben. Bald wieder auf freien Fuß gesetzt, wurde er am 27.8.1935 als „Mitglied einer konterrevolutionären Organisation" verhaftet. Am 21.2.1936 verurteilte man ihn auf Beschluß des Sonderkollegiums des Odessaer Gebietsgerichts zu sieben Jahren Arbeitslager. Diese Strapazen hielt er nicht durch: Am 4.5.1936 erlag er den Torturen im Gefängnis von Odessa.
Literatur Czaplicki-Ossipowa, Martirolog, 93f.; Dzwonkowski, 290f.; Ossipowa, 213; Schnurr, Kirchen, 239.

Pfarrer Joseph Kölsch
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1888
+ nach Karaganda

Joseph Kölsch wurde 1888 geboren. Nach Abschluß des Priesterseminars zu Saratow erhielt er im Jahre 1910 die Priesterweihe. Im Jahre 1914 war er als Pfarradministrator in Marijnsk / Tambow, Gouvernement Jekaterinoslaw und 1928 in Josephsheim und Eichwald tätig.
1931 ist er von er Geheimpolizei verhaftet und ins Gefängnis der Solowezki-Inseln verbracht worden. 1936 soll K. in ein KZ nach Kasachstan deportiert worden sein, wo er um die Jahreswende 1936/1937 während der Durchführung eines heimlichen Gottesdienstes erneut verhaftet worden ist.
Nach Auskunft der Polnischen Botschaft in Moskau vom 28.6.1938 befand sich K. in einem der zahlreichen sowjetischen Konzentrationslager des NKWD bei Karaganda (KARLag) / Kasachstan.
Es ist mit Sicherheit anzunehmen, daß K. die Hölle des Lagerlebens während der Kriegsjahre 1941-1945 nicht überlebt hat.
Literatur R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 302f.; J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 57, 100, 286, 367.

Pfarrer Theobald Kopp
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1892 Krasna
+ nach 1946 Archangelsk

Theobald Kopp wurde 1892 in der katholischen Gemeinde Krasna / Bessarabien geboren. Nach Abschluß des Priesterseminars zu Saratow erhielt er 1916 die Priesterweihe. Danach diente er 1917 als Pfarrer in Karlsruhe / Odessa und 1924 als Pfarradministrator in Katharinental. Es ist überliefert, daß K. noch 1928 als Kurat in Straßburg / Odessa seine seelsorgerischen Aufgaben wahrnahm. Er wurde 1934 verschleppt.
Nach Auskunft der Polnischen Botschaft in Moskau vom 28.6.1938 befand sich K. in einem Konzentrationslager in Karaganda / Kasachstan.
Nach Aussagen von Verwandten soll er bis 1946 in einem Gefängnis in Archangelsk zusammen mit zwei anderen Priestern gewesen sein. Von dort sei ein Brief gekommen, in dem er geschrieben habe, daß er krank und gebrechlich wäre und wahrscheinlich nicht mehr lebendig herauskäme.
Literatur R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 296; J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 200, 216, 370.

Pfarrer Nikolaus Kraft
Priester der Diäözese Tiraspol-Saratow
* 6. Dezember 1875 Kleinliebental
+ 1921 Mariental

Nikolaus Kraft wurde am 6.12.1875 in der deutschen katholischen Gemeinde Kleinliebental bei Odessa geboren. Nach Abschluß des Priesterseminars zu Saratow erhielt er im Juni 1898 die Akolythenweihe und am 5.5.1899 die Priesterweihe. Als Primiziant trat er am 31.5.1899 seinen Kirchendienst in seiner Heimatgemeinde Kleinliebental an. Von 1899 bis 1910 war er als Pfarrer in Christina / Ukraine tätig. Danach war K. von 1910 bis 1921 Pfarrer in Mariental / Wolgagebiet und leitete während dieser Zeit nebenbei den deutschen katholischen Jugendverein. 1921 ist er als “Leiter der aufständischen Bauernverbände” in Mariental verhaftet worden.
Er wurde von einem eigens dafür entsandten “Revolutionären Gerichtstribunal auf Rädern” zum Tode verurteilt und zusammen mit 270 deutschen Kolonisten in Mariental / Wolgagebiet erschossen.
Bischof Keßler schreibt über ihn folgendes: “Er war das erste priesterliche Opfer des Wolgagebietes. ... Zu je dreißig Mann wurden die Verurteilten über den Fluß in der Richtung zum ‚Lemberg‘ geführt und unweit desselben im Dunkel der Nacht erschossen, besser mit Maschinengewehren niedergemäht. ...man warf sie in nächtlichem Dunkel in die tiefe Grube nebenan. Mehrere Leichen scharrte man aus Verachtung im ‚Mistgraben‘ ein.”
Literatur R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 303; J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 233, 264, 357; I. Osipowa, “V jazvach svoich sokroj menja...” (Moskau 1996) 176; J. Keßler, Geschichte der Diözese Tyraspol (Dickinson / USA 1930) 260.

Pfarrer Josef Krummel
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1873 Berditschew
+ 1937 Yoschkar-Ola

Josef Krummel wurde 1873 in Berditschew in einer deutschen katholischen Familie geboren. Nach Abschluß des Priesterseminars zu Schitomir wurde er 1899 zum Priester geweiht und zum Pfarrer der Kirchengemeinde zu Staro-Konstantinow berufen. Zum ersten Mal wurde er hier 1929 verhaftet und anschließend in den Gefängnissen von Kiew und Charkow in Untersuchungshaft genommen. Am 19.6.1930 wurde er auf Beschluß einer Sondertroika der Geheimpolizei der Ukraine (GPU USSR) zu 5 Jahren Konzentrationslager verurteilt. Im Mai 1933 wurde er auf die Solowezki-Inseln und im Dezember des gleichen Jahres von dort nach Mittelasien deportiert. Im Januar 1935 wurde K. ins Gefängnis Tschelgir / Aktjubinsk verbracht, von wo er im August 1935 zunächst entlassen wurde. Danach fuhr er zu seinen Verwandten nach Janow bei Winniza und ließ sich im selben Monat in Smela bei Kiew nieder. Ende 1935 wurde er erneut verhaftet und für 3 Jahre in den Hohen Norden verbannt. Am 15.4.1936 brachte man ihn nach Schukowo bei Yoschkar-Ola / Baschkirien. Sein letzter Brief vom 15.1.1937 war aus der Verbannung an das Polnische Rote Kreuz gerichtet. Nach dessen Auskunft ist K. 1937 in der Verbannung, im KZ Yoschkar-Ola ums Leben gekommen.
Literatur R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 305; I. Osipowa, “V jazvach svoich sokroj menja...” (Moskau 1996) 177.

Prälat Joseph Kruschinsky
Generalvikar der Diözese Tiraspol-Saratow
* ??
+ nach dem 31. Juli 1940 Talgar

Geburtsort und Geburtsjahr von Joseph Kruschinsky sind unbekannt. Seine Priesterweihe erhielt er am 5.2.1889. Er war mehrere Jahre in Seelmann (Rownoje) / Wolgagebiet tätig, wo unter seiner Leitung eine große und schöne Kirche entstand. Einige Jahre war er Pfarrer in Mariental.
Er war ein hervorragender Historiker und Lehrer, schuf literarische Werke, die bei den Rußlanddeutschen sehr beliebt waren, und veröffentlichte Beiträge in der Bistumszeitung “Klemens” unter einem Pseudonym.
Ab 1900 wirkte K. als Dekan in Seelmann / Wolgagebiet, ab 1901 war er Rektor des Seminars zu Saratow, 1903 wurde er zum Offizial des Tiraspoler Konsistoriums und am 1.5.1904 zum Generalvikar ernannt, 1911 zum Erzdiakon im Domkapitel und zum Vorsitzenden des Konsistoriums befördert. Ferner wirkte K. von 1911 bis 1918 als Professor am Knaben- und Priesterseminar.
Bedingt durch die Wirren der Revolution und des Bürgerkrieges war K. gezwungen, 1918 Saratow zu verlassen und ins Gebiet Odessa überzusiedeln. Von 1922 bis 1932 war er dort als Pfarrer in Karlsruhe tätig. Hier bemühte er sich heimlich um geistlichen Nachwuchs. 1924 wurde er zum Apostolischen Administrator für Südrußland ernannt.
Prälat K. war Offizial des Konsistoriums und Generalvikar der Diözese Tiraspol, bevor er 1935 verhaftet und jahrelang in sowjetischer Gefängnishaft verbringen mußte. Anschließend wurde er nach Kasachstan verbannt.
Am 30.6.1940 verstarb K. in Alma-Ata / Kasachstan. Den letzten Segen und das Sterbesakrament spendete ihm Pfarrer Raphael Loran. Es ist ein Photo mit Pfarrer Loran am Sarg des Verstorbenen erhalten.
Wie die Polnische Botschaft in Moskau in einer Information vom März 1937 mitteilte, befand sich K. in der Ortschaft Talgar bei Alma-Ata, wo er sich seinen Lebensunterhalt als Schafhirte verdiente und heimlich die wenigen Katholiken am Verbannungsort seelsorglich betreute.
Literatur R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 306; J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 52, 58, 72, 80, 89, 91, 93, 102, 211, 217, 221, 271, 346f.

Pfarrer Johannes Lang
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1882 Simferopol
+ nach 1929 UdSSR

Johannes Lang wurde 1882 in Simferopol geboren. Nach Abschluß des Priesterseminars zu Saratow erhielt er am 22.2.1904 in Simferopol die Subdiakonatsweihe und am 25.5.1905 die Priesterweihe. Danach trat er seinen Dienst als Vikar in Rostow am Don an. Von 1906 bis 1926 leitete er das Vikariat zu Nowotscherkassk.
Er wurde von der sowjetischen Geheimpolizei verfolgt und 1929 Jahre von dieser verhaftet und nach Sibirien verbannt. Informationen über sein weiteres Schicksal stehen der Geschichtsforschung nicht zur Verfügung.
Literatur R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 321; J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 275, 280, 288, 363.

Pfarrer Raphael Loran
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1872 Karlsruhe
+ 1948 Talgar

Raphael Loran wurde 1872 in Karlsruhe / Odessa geboren. Nach Abschluß des Priesterseminars zu Saratow empfing er 1897 die Priesterweihe. Vom 21.1.1898 bis 31.8. 1898 war er Vikar in Saratow, danach wurde er am 15.10.1901 zum Kuraten befördert und anschließend zum Pfarrer in Schuck/Wolgagebiet bestellt. Im November 1904 hat man ihn zum Beichtvater im Priesterseminar zu Saratow ernannt. Im Jahre 1910 kam L. als Pfarrer nach Katharinenstadt, wo er 1911 auch Dekan wurde. Im Jahre 1912 kam L. nach Baden / Odessa, wo er noch 1924 als Seelsorger wirkte. Er war in seiner Pfarrei beliebt und geachtet. Zuletzt wurde er 1924 nach Sulz / Odessa versetzt, wo er von 1928 bis 1933 auch als Dekan des Beresaner Dekanats tätig war.
Im Jahr 1935 wurde L. zusammen mit Prälat Kruschinsky und anderen Geistlichen in Landau / Odessa verhaftet und am 28.4.1935 in einem Gruppenschauprozeß zu 10 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt und in ein Konzentrationslager verbannt.
Am 29.5.1935 wurde das Urteil vom Obersten Gericht der Ukraine (USSR) zu 10 Jahren Verbannung nach Kasachstan abgeändert. Daraufhin ist L. nach Südkasachstan deportiert und dort ständiger Polizeiaufsicht bis zu seinem Tode unterstellt worden.
Wie aus einem Schreiben der Polnischen Botschaft in Moskau vom 28.6.1938 hervorgeht, befand sich L. an einem Ort in Kasachstan mit folgender Anschrift: Kasachstan, Postabteilung Talgar, Uliza Woroschilowa 10. Dort soll er sich noch 1940 zusammen mit den Priestern Joseph Kruschinsky, Joseph Neugum, Alexander Staub und Jakob Warth aufgehalten haben.
Pfarrer Raphael Loran verstarb 1948 im Verbannungsort Talgar / Kasachstan.
Literatur R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 325f.; J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 98, 102, 160, 197f., 198, 202, 211, 228, 251, 260, 353.

Pfarrer Emanuel Mokelki
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1896 München (Gebiet Odessa)
† 5. Oktober 1937 Zuchthaus Smolensk

Emanuel Mokelki wurde 1896 in dem Dorf München (Gouvernement Odessa) geboren. Er studierte am Saratower Priesterseminar. Nach dessen Verlegung beendete er das Priesterseminar in Odessa. Im Jahre 1921 empfing er die Priesterweihe. Ab 1921 war er Seelsorger in Rastadt (Rastatt), danach Rektor des Priesterseminars Saratow. Ab 1923 übte M. den Dienst des Pfarrers in Kostheim, ab 1928 in Grüntal aus. Am 27.3.1929 wurde M. in Mariupol verhaftet, am 20.9.1929 auf Beschluß des Mariupoler Bezirksgerichts nach Artikel 54 10, Teil 2 des Strafgesetzbuchs der Ukrainischen SSR zu sieben Jahren Arbeitslager verurteilt. Sodann folgte seine Deportation in das Nordostlager Sewwostoklag im Gebiet Magadan. Am 24.5.1934 wurde er aus dem Straflager entlassen und ließ sich in Dmitrijewka (Gebiet Donezk) nieder. Im Dezember 1936 zog M. nach Smolensk um, wurde dort am 20.8.1937 erneut verhaftet und am 27.9.1937 zum Tode verurteilt. Der Diözesangeistliche wurde am 5.10.1937 im Zuchthaus von Smolensk erschossen.
Literatur Czaplicki-Ossipowa, Martirolog, 121; Dzwonkowski, 359, 585; Ossipowa, 229; Schnurr, Kirchen, 361

Pfarrer Josef Neugum
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1875 Schönfeld
+ 1955 Talgar

Josef Neugum wurde 1875 in Schönfeld / Cherson geboren. Nach Abschluß des Priesterseminars zu Saratow wurde er am 8.9.1897 zum Priester geweiht. Vom 9.9.1898 bis zum 20.1.1901 war er Vikar in Kostheim und vom 20.1.1901 bis 28.4.1903 in Solothurn. Am 28.4.1903 wurde er zum Religionslehrer und Pfarrer in Odessa bestellt. Anschließend absolvierte N. die Theologische Akademie in St. Petersburg und wurde danach zum Professor und Rektor des Priesterseminars in Saratow berufen. Von Oktober 1918 bis zum Frühjahr 1919 war er Mitglied des “Volksbundes der deutschen Katholiken”. Im selben Jahr wurde er während eines Versuches, die Landesgrenze zu überschreiten, verhaftet, aber bald darauf wieder freigelassen.
Ab 1924 wirkte er als Kanonikus in der Pfarrgemeinde Elsaß / Odessa und anschließend von 1929 bis zu seiner Verhaftung als Kanonikus, Pfarrer und Dekan an der St. Klemens-Kirche in Odessa.
Im August 1931 wurde N. erneut in Odessa verhaftet und zu 5 Jahren Verbannung verurteilt, wurde jedoch bald aufgrund seiner Körperbehinderung vorzeitig entlassen und konnte nach Odessa zurückkehren. Am 16.11.1935 hat man ihn zum dritten Mal in Odessa verhaftet und beschuldigt, an der Gruppenverschwörung der katholischen Geistlichkeit in der Ukraine beteiligt zu sein. Ihm wurden “konterrevolutionäre Tätigkeit, Sammlung und Weitergabe von Spionageinformationen, antisowjetische Agitation, insbesondere unter den Jugendlichen, und konterrevolutionäre Tätigkeit im Zusammenschluß der Katholischen und Rechtgläubigen (russisch-orthodoxen) Kirche” zur Last gelegt.
Am 21.2.1936 wurde N. von einem Kollegium des Gebietsgerichtes zu Odessa zu 10 Jahren Konzentrationslager verurteilt. Die Strafe wurde durch Verbannung nach Kasachstan abgemildert. Nach seiner Verbannungszeit wurde er weiter unter Kommandanturaufsicht gestellt.
Im Archiv der Polnischen Botschaft in Moskau gibt es Hinweise auf zahlreiche Aufenthaltsorte von N. Er befand sich zwischen 1938 und 1945 überwiegend in KZ‘s bei Karaganda. Er soll sich zuletzt mit Pfarrer Raphael Loran am Verbannungsort Talgar / Kasachstan aufgehalten und dort auch 1955 oder 1956 verstorben sein.
Quellen Archiv der Polnischen Botschaft in Moskau
Literatur J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 160, 167, 169, 175, 264, 295, 355; R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 367.

Pfarrer Johannes Nold
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1899 Blumenfeld
+ nach 1938 Sibirien

Johannes Nold wurde im März 1899 in Blumenfeld / Krim geboren. In den Jahren 1916/1917 studierte er in der vierten Klasse des Knabenseminars zu Saratow und 1918/1919 nach dessen Umzug nach Odessa in der ersten Stufe des Priesterseminars. Seine Priesterweihe erhielt er heimlich von Bischof Anton Zerr. 1924 trat er sein Pfarramt in Ponjatowka / Odessa an, wo er bald Administrator wurde.
Vom 4.10.1925 bis zu seiner Verhaftung durch die Geheimpolizei am 16.10.1935 diente N. in dieser Pfarrei. Er wurde aus dem Gefängnis von Odessa nach Sibirien verschleppt. Es finden sich keine Hinweise, daß N. vor Gericht gestellt worden ist, folglich muß er ohne Gerichtsprozeß nach Sibirien deportiert worden sein. Von dort erreichte sein letzter Brief vom 23.12.1937 seine Verwandten.
Nach einer Mitteilung der Polnischen Botschaft in Moskau vom 28.6.1938 befand sich N. zusammen mit 9 deutschen katholischen Priestern an einem Verbannungsort in Sibirien.
Literatur J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 58, 201, 375; L. Kowaltschuk, G. Razumow, (Hrsg.) Odesskij Martirolog. Dannye o repressirovannych Odessy i Odesskoi oblasti za gody sowetskoi wlasti. Bd. 1 (Odessa 1997).

Pfarrer Joseph Nold
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1861 Blumenfeld
+ nach 1935

Joseph Nold wurde in Blumenfeld / Krim im Jahre 1861 geboren. Nach Abschluß des Priesterseminar zu Saratow wurde er am 10.5.1887 zum Priester geweiht. Vom 16.11.1890 bis zum 16.8.1894 hat er als Pfarrer die Kirchengemeinden in Krasna / Bessarabien und vom Herbst 1895 bis 1920 in Selz / Odessa betreut. Hier baute N. die bekannte Kirche aus und stattete Altar, Kanzel und andere Kirchenräume mit holzgeschnitzten Heiligenfiguren der österreichischen Kunstanstalt Stufleser aus. 1921 kehrte er in sein Heimatdorf Blumenfeld zurück und wirkte dort bis 1928.
Ab 1928 war er als Pfarrer in der Kirche von Karamin, Dekanat Simferopol / Krim tätig, bis er Anfang August 1935 zusammen mit den Priestern Philipp Jaufmann aus Josephstal / Odessa und Michael Köhler aus Speyer / Odessa verhaftet und in das Gefängnis Odessa verschleppt wurde. Von dort wurde er zusammen mit 11 weiteren Geistlichen am 28.8.1935 nach Sibirien deportiert. Über sein weiteres Schicksal ist nichts mehr überliefert.
Literatur R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 373; J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 191, 193, 195, 209, 231, 275, 279, 345; L. Kowaltschuk, G. Razumow, (Hrsg.) Odesskij Martirolog. Dannye o repressirovannych Odessy i Odesskoi oblasti za gody sowetskoi wlasti. Bd. 1 (Odessa 1997) 391.

Pfarrer Alois Ocks
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1871 Mariental
+ 1937 Nowosibirsk

Alois Ocks wurde 1871 in Mariental / Wolgagebiet geboren. Nach Abschluß des Priesterseminars zu Saratow wurde er am 26.6.1894 zum Priester geweiht. Vom 16.8. 1894 bis 4.1.1901 betreute er als Pfarrverweser die Pfarrei in Krasna / Bessarabien, danach übernahm er bis 1914 die Pfarrei in Marienfeld / Odessa. Gleichzeitig diente er als Pfarrer auch der Kirchengemeinde von Josephstal ( Schwaben-Chutor ). Später war er in Leichtling und 1928 in Herzog / Wolgagebiet tätig.
Am 3.5.1930 wurde O. in Nowosibirsk verhaftet und der Teilnahme an der Gruppenverschwörung des deutschen Klerus im Wolgagebiet beschuldigt. Am 6.6.1931 ist er zu 3 Jahren Freiheitsentzug mit Haft in einem Konzentrationslager verurteilt worden. Seine Strafe wurde abgemildert und er wurde für drei Jahre in die Verbannung in den Hohen Norden geschickt. 1937 ist O. am Verbannungsort erneut verhaftet und ins Gefängnis zu Nowosibirsk in Untersuchungshaft verbracht worden. Das Datum seines Todesurteils und seiner Hinrichtung ist unbekannt.
Literatur R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 378; J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 209, 245, 258, 264, 267, 351; I. Osipowa, “V jazvach svoich sokroj menja...” (Moskau 1996) 188.

Pfarrer Paul Olisberg
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1895 Odessa
+ nach 1932 Solowez-GULag

Paul Ohlisberg wurde 1895 in Odessa geboren. Nach Abschluß des Priesterseminars erhielt er 1917 die Priesterweihe und übernahm die Pfarrei Kiwerzy / Wolhynien in der Westukraine. 1925 wurde er verhaftet aber bald danach wieder freigelassen. Erneut wurde O. 1929 verhaftet und von einem Kollegium der Geheimpolizei (OGPU) zu 3 Jahren Gefängnis verurteilt, danach wurde er auf die Solowezki-Inseln verbracht. Dort befand er sich bis 1932.
Über sein weiteres Schicksal ist in den Archivunterlagen nichts mehr vermerkt. Es darf mit Sicherheit angenommen werden, daß O. im KZ verstorben ist.
Literatur R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 380; I. Osipowa, “V jazvach svoich sokroj menja...” (Moskau 1996) 180.

Pfarrer Josef Paul
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1889 Rohleder
+ 1. November 1937 Solowez-GULag

Josef Paul wurde 1889 in Rohleder / Wolgagebiet in einer Bauernfamilie geboren. Nach erfolgreichem Abschluß des Priesterseminars zu Saratow empfing er 1913 die Priesterweihe. Von 1914 bis 1916 war er Pfarrer in Louis / Wolgagebiet, von 1916 bis 1922 in Husaren / Wolgagebiet, von 1922 bis 1924 in Streicker / Wolgagebiet und schließlich ab 1924 in Neukolonie / Wolgagebiet, Dekanat Seelmann .
Am 12.1.1930 wurde P. von der Geheimpolizei in Neukolonie / Wolgagebiet verhaftet und beschuldigt, an der Verschwörung der deutschen katholischen Geistlichkeit im Wolgagebiet beteiligt gewesen zu sein. Am 20.4.1931 wurde er von einem Kollegium der Geheimpolizei (OGPU) im berüchtigten Butyrka-Gefängnis zu Moskau zur Höchststrafe verurteilt. Das Todesurteil wurde in 10 Jahre einem Konzentrationslager umgewandelt. Anschließend wurde P. auf die Solowezki-Inseln verschickt, wo er 1937 erneut verhaftet und am 14.10.1937 von einer Sondertroika des Kollegiums der Geheimpolizei (UNKWD) des Leningrader Gebietes zum Tode verurteilt wurde. Am 1.11.1937 ist P. im Gefängnis der Solowezki-Inseln erschossen worden.
Literatur R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 387; J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 57, 271, 369; I. Osipowa, “V jazvach svoich sokroj menja...” (Moskau 1996) 189.

Pfarrer Ferdinand Pflug
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1885 Kotschube
+ nach 1937 KZ Nagajew-Bucht

Ferdinand Pflug wurde um 1885 in Kotschube bei Landau / Odessa geboren und besuchte zunächst das Priesterseminar zu Saratow. Zwischen 1915 und 1918 studierte er am Geistlichen Seminar in St. Petersburg, wo er 1917 die Priesterweihe empfing. Anschließend wurde er Professor der Theologie am Priesterseminar in Saratow und siedelte 1919 zusammen mit dem Seminar nach Odessa über.
In den folgenden Jahren betreute F. auch seelsorgerisch die polnischen Katholiken in Odessa, da er fließend polnisch sprach. 1924 leitete er das Pfarramt von Odessa, 1928 war er als Kurat in Stalino, Dekanat Eichwald tätig.
Später wurde F. von der Geheimpolizei verhaftet und nach Sibirien deportiert. Nach Informationen der Polnischen Botschaft vom März 1937 befand sich F. in der Nagajew-Bucht an der Eismeerküste Sibiriens. Weitere Informationen über seinen Verbleib sind nicht mehr überliefert. Es ist mit höchster Wahrscheinlichkeit anzunehmen, daß er dort unter den rauhen klimatischen Lebensbedingungen die Strapazen des sowjetischen KZ-Systems nicht überlebt hat.
Literatur R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 387; I. Osipowa, “V jazvach svoich sokroj menja...” (Moskau 1996) 189.

Pfarrer Adolf Philipp
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 5. Januar 1885 Sabolotje
+ 1938 Solowez-GULag

Adolf Philipp wurde am 5.1.1885 in Sabolotje im Bezirk Lepel / Witebsk in Weißrußland geboren. Nach Abschluß des Priesterseminars von Anton Malezkij zu St. Petersburg wurde er 1909 zum Priester geweiht und anschließend in Poltawa zum Pfarrer der Kirchengemeinde Witebsk ernannt. 1912 war er als Vikar in Lunintschu / Weißrußland tätig und von 1912 bis 1915 war er Pfarradministrator in Luga, Dekanat St. Petersburg, später im Jahre 1919 war er Vikar in Samoschu, Dekanat Borisow.
Am 18.12.1926 wurde P. von der Geheimpolizei in Witebsk verhaftet und am 10.1.1927 gemäß Beschluß eines Kollegiums der Geheimpolizei (OGPU) zu 10 Jahren Konzentrationslager verurteilt. Anschließend wurde er am 8.10.1927 in die berüchtigte Haftanstalt der Solowezki-Inseln verbracht, von wo er im Juli 1929 in die Haftanstalt der Insel Anser verlegt worden ist. 1932 wurde P. hier im KZ erneut verhaftet und beschuldigt, der “Verschwörergruppe” der katholischen Geistlichkeit anzugehören, wörtlich: “ ...einer antisowjetischen Gruppe, die antisowjetische Agitation betreibt, heimlich Gottesdienste und religiöse Kulthandlungen abhält, die illegale Verbindungen mit der Außenwelt mit dem Ziel unterhält, Spionageinformationen über die Lage der Katholiken in der UdSSR ins Ausland weiterzugeben”. Die Staatsanwaltschaft stellte einen Antrag auf “Überführung in eine Einzelhaft im Politisolator im Gefängnis Jaroslawl”. Er wurde jedoch zunächst auf den Solowezki-Inseln belassen und im Januar 1937 freigelassen. Danach ist er nach Witjebsk zurückgekehrt.
Nach Informationen der polnischen Botschaft von 1938 wurde P. im August 1937 erneut verhaftet, in ein KZ verbracht und 1938 auf den Solowezki-Inseln erschossen.
Quellen Archiv der Polnischen Botschaft in Moskau
Literatur R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 230ff.; I. Osipowa, “V jazvach svoich sokroj menja...” (Moskau 1996) 206.

Pfarrer Franz Rau
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1888 Rothammel
+ 1. November 1937 Solowez-GULag

Franz Rau wurde 1888 in Rothammel / Wolgagebiet in einer Bauernfamilie geboren. Nach erfolgreichem Abschluß des Priesterseminars zu Saratow erhielt er 1911 die Priesterweihe. Von 1911 bis 1912 war er Religionslehrer in Karlsruhe / Odessa. Ab 1913 lehrte R. Recht in einer Schule bei Nikolajewsk, von 1913 bis 1918 war er Pfarrer in Marienfeld / Odessa und von 1918 bis 1923 in Josefstal / Odessa, ab 1923 ist er als Pfarrer in seiner Heimatgemeinde Rothammel und 1928 als Kurat in Hölzel im Wolgagebiet tätig.
Am 8.4.1930 wurde R. von der Geheimpolizei wegen angeblicher Teilnahme an der Gruppenverschwörung der deutschen Geistlichkeit im Wolgagebiet verhaftet und zusammen mit anderen deutschen Priestern in das berüchtigte Butyrka-Gefängnis in Moskau verbracht. Am 20.4.1931 wurde er gemäß Beschluß eines Kollegiums der Geheimpolizei (OGPU) zur Höchststrafe verurteilt. Diese wurde in eine 10-jährige Lagerhaftstrafe umgewandelt und R. ins Gefängnis auf den Solowezki-Inseln verbracht. Dort wurde er 1937 erneut verhaftet und durch Beschluß einer Sondertroika der Geheimpolizei (UNKWD) des Leningrader Gebietes zum Tode verurteilt und am 1.11.1937 im Gefängnis der Solowezki-Inseln durch Erschießen hingerichtet.
Literatur R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 404; J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 213, 217, 222, 245, 253, 255, 269, 271f., 366; I. Osipowa, “V jazvach svoich sokroj menja...” (Moskau 1996) 193.

Pfarrer Ziriak Reichert
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 28. Oktober 1870 Rastatt
+ 8. Oktober 1938 Karaganda

Ziriak Reichert wurde am 28.10.1870 in Rastatt / Odessa geboren. Nach erfolgreichem Abschluß des Priesterseminars zu Saratow wurde er am 19.9.1893 zum Priester geweiht, ab dem 20.6.1895 war er als Pfarrverweser in der deutschen Kolonie Elsaß / Odessa tätig. Dort leistete er einen wesentlichen Beitrag zu der Ausstattung der Elsässer Pfarrkirche. Ab 1911 war er Religionslehrer und Dekan an der Schule und im Mädchengymnasium zu Landau / Odessa. Seit 1928 leitete R. die Pfarrgemeinde in Wasiljewka bei Odessa.

1935 wurde R. in Landau verhaftet und am 21.2.1936 von einem Sonderkollegium der Gebietsgerichtsverwaltung von Odessa zu 10 Jahren Verbannung verurteilt. Im Juni 1936 wurde er nach Karkaralinsk in Kasachstan deportiert und dort 1938 erneut verhaftet. Nach Angaben der Polnischen Botschaft in Moskau vom 28.6.1938 befand sich R. in einem der Konzentrationslager von Karaganda zusammen mit 9 weiteren deutschen katholischen Priestern.
Am 5.10.1938 wurde Z. von einer Sondertroika der Hauptverwaltung des Innenministeriums des Gebietes Karaganda zum Tode verurteilt und drei Tage darauf dort erschossen.
Literatur R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego); J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 160, 175ff., 193, 203, 226, 350; I. Osipowa, “V jazvach svoich sokroj menja...” (Moskau 1996) 193; L. Kowaltschuk, G. Razumow, (Hrsg.) Odesskij Martirolog. Dannye o repressirovannych Odessy i Odesskoi oblasti za gody sowetskoi wlasti. Bd. 1 (Odessa 1997) 451.

Pfarrer Peter Riedel
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1880 Herzog
+ 3. November 1937 Solowez-GULag

Peter Riedel wurde 1880 in der deutschen katholischen Gemeinde Herzog / Wolgagebiet in einer Bauernfamilie geboren. Nach erfolgreichem Abschluß des Priesterseminars zu Saratow absolvierte er anschließend die Theologische Akademie zu St. Petersburg. Die Subdiakonatsweihe empfing er in der Pfarrei Großwerder am 23.12.1901 und 1903 die Priesterweihe. Vom 3.7.1903 bis 8.9.1906 war er als Vikar in Katharinental tätig und am 1.5.1904 wurde er zum Pfarrverweser ernannt. Von 1911 bis 1914 war R. Pfarrer in Marienfeld, angeblich auch noch bis 1924, 1928 war er dann als Pfarrer in Schönchen an der Wolga tätig.
Am 18.8.1930 wurde er von der Geheimpolizei wegen der angeblichen Gruppenverschwörung deutscher katholischer Geistlicher im Wolgagebiet verhaftet und ins Gefängnis Jaroslawl verbracht. Am 20.4.1931 wurde er von einem Kollegium der Geheimpolizei (OGPU) zur Höchststrafe verurteilt. Sein Todesurteil wurde zunächst abgemildert und in eine 10-jährige Konzentrationslagerhaft umgewandelt. Er wurde danach in das KZ der berüchtigten Solowezki-Inseln verbracht. 1937 wurde R. im Lager erneut angeklagt und am 9.10.1937 gemäß Beschluß einer Sondertroika der Geheimpolizei (UNKWD) des Leningrader Gebietes zum Tode verurteilt und am 3.11.1937 im Gefängnis der Solowezki-Inseln durch Erschießen hingerichtet.
Literatur J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 216, 259, 261, 297, 269; I. Osipowa, “V jazvach svoich sokroj menja...” (Moskau 1996) 194.

Pfarrer Peter Rollhäuser
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1889 Vollmer
+ nach 1934

Peter Rollhäuser wurde 1889 in Vollmer (bzw. Husaren) / Wolgagebiet geboren. Nach Abschluß des Saratower Priesterseminars empfing er 1910 die Priesterweihe. 1913 war er bei Pfarrer Anton Zerr Vikar in Kostheim, von 1914 bis 1930 in Christina bzw. Felsenburg / Gouvernement Cherson, Dekanat Nikolajew tätig, von wo er 1933/1934 zwangsweise von der Geheimpolizei entfernt wurde. Über sein weiteres Schicksal ist nichts überliefert.
Literatur R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 407; J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 211, 233, 295, 366.

Pfarrer Jakob Rosenbach
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1885 Marienfeld (Gebiet Saratow)
† 10. April 1938
Jakob Rosenbach wurde 1885 in Marienfeld im Gebiet von Saratow geboren. Nach erfolgreichem Abschluß des Priesterseminars Saratow studierte er an der St. Petersburger kath. Geistlichen Akademie. Im Jahre 1909 empfing er die Priesterweihe. Ab 1912 war er Seelsorger in Jamburg, ab 1928 Pfarrer in Kamenskoje bei Dnjepropetrowsk. Am 12.10.1929 wurde er ebenda verhaftet und im Februar 1930 auf Beschluß des Sonderkollegiums des Gebietsgerichts Dnjepropetrowsk nach Artikel 54 10, 170 und 111 des Strafgesetzbuchs der Ukrainischen SSR zu 5 Jahren Arbeitslager verurteilt. R. kam am 23.4.1930 im Lagerkomplex auf den Solowki-Inseln an. 1932 wurde er in der "Gruppensache" der kath. Geistlichen auf der Insel Anser verhaftet und beschuldigt, "eine antisowjetische Gruppe gebildet zu haben, die antisowjetische Agitation betreibt, geheim gottesdienstliche und religiöse Rituale durchführt und illegale Beziehungen mit dem Ziel unterhält, Spionageinformationen über die Lage der Katholiken in der UdSSR ins Ausland zu übermitteln". Die Untersuchungskommission stellte den Antrag, das „Strafmaß auf 10 Jahre zu erhöhen". Nach Abschluß der Untersuchung wurde R. auf Solowki belassen und im November 1933 unter der Auflage entlassen, in bestimmten Gebieten nicht Wohnung zu nehmen. Ab dem Jahre 1934 lebte R. in Kursk, wurde dort in der Nacht vom 6. auf den 7.12.1937 erneut verhaftet und der Spionage für Polen und Deutschland angeklagt. Am 2.1.1938 von einem NKWD Gericht zum Tode verurteilt, wurde R. am 10.4.1938 erschossen.
Literatur
Literatur Czaplicki-Ossipowa, Martirolog, 144f.; Dzwonkowski, 412, 586; Ossipowa, 242; Schnurr, Kirchen, 290f., 366. Vgl. R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego); J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 290ff., 366, 394; I. Osipowa, “V jazvach svoich sokroj menja...” (Moskau 1996) 194.

Pfarrer Rosenberg
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* ??
+ 1929 Kamanskoje

Pfarrer Rosenberg, Vorname sowie Geburtsort und Geburtsdatum unbekannt, war nach mündlicher Überlieferung in den zwanziger Jahren Pfarrer in St. Michael zu Kamenskoje / Dnjeprodserschinsk, Diözese Tiraspol. Er soll 1929 dort verhaftet bzw. erschossen worden sein.
Literatur R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 413.

Pfarrer Johannes Roth
Apostolischer Administrator für den Kaukasus
* 1881 Vollmer
+ 17. Januar 1938 Tiflis

Johannes Roth wurde 1881 in Vollmer bzw. Korostino bei Kamyschin / Wolgagebiet geboren. Nach Abschluß des Priesterseminar zu Saratow empfing er am 22.2.1904 die Diakonats- und am 26.4. desselben Jahres die Priesterweihe. Seine Primiz feierte R. am 28.4.1904 in Saratow. Ab 1.5.1904 nahm er neben den polnischen, litauischen, italienischen und französischen Predigern als deutscher Prediger in der Maria-Himmelsfahrt-Pfarrei zu Odessa seinen Dienst auf. Ab 1905 war er Student an der historisch-philosophischen Universität zu Noworossijsk und im Jahre 1915 als Pfarrer in Pjatigorsk / Kaukasus tätig.
Am 23.5.1926 ist R. zum Apostolischen Administrator des Kaukasus mit Sitz in Tiflis bestellt worden. Nach seiner erneuten Verhaftung im Jahre 1930 wurde von der Geheimpolizei in Pjatigorsk ein politischer Prozeß inszeniert im Zusammenhang mit den Beschuldigungen gegen die katholischen Geistlichen im Wolgagebiet (s.a. Schicksal von August Baumtrog).
Gemäß Beschluß eines Kollegiums der Geheimpolizei (OGPU) wurde R. zu 3 Jahren Verbannung verurteilt und nach Kasachstan deportiert. Nach einer Liste des Bischofs Pie Eugene Neveu in der Deutschen Botschaft in Moskau vom 26.5.1931 befand sich R. unter 33 Geistlichen in einem KZ bei Murmansk.
1936 wurde R. erneut im Konzentrationslager vom NKWD vor Gericht gestellt und wegen “konterrevolutionärer und faschistischer Tätigkeit” verurteilt. Danach wurde er zusätzlich vom Transkaukasischen Militärtribunal am 1.und 2.11.1937 zum Tode durch Erschießen verurteilt. Das Urteil wurde am 17. 1.1938 vollstreckt.
Das Oberste Gericht der UdSSR hat mit seinem Urteil vom 27.5.1958 das Urteil des Transkaukasischen Militärtribunals vom 1. und 2. November 1937 annulliert und damit R. postum rehabilitiert.
Literatur R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 413f.; J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 89, 91, 161, 362; I. Osipowa, “V jazvach svoich sokroj menja...” (Moskau 1996) 194f.

Pfarrer Georg Sauer
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1864 Solothurn
+ 1921 Saratow

Georg Sauer wurde 1864 in Solothurn auf der Krim geboren. Nach Abschluß seiner Studien im Priesterseminar zu Saratow wurde er am 10.5.1887 zum Priester geweiht. Von 1887 bis 1890 war er Pfarrer in Marienberg, Dekanat Seelmann / Wolgagebiet. Vom 4.9.1890 bis 8.4.1902 war S. Pfarrer in Sulz und in verschiedenen Pfarreien des Schwarzmeergebietes und an der Wolga. 1902 war er Pfarrer in Neu-Liebental (Wolkowo) / Odessa, 1910 in Marienburg und 1914 in Rohleder an der Wolga.
Er soll 1921 in seinem Garten einem Raubmord zum Opfer gefallen sein. Seine verkohlte Leiche wurde dort aus der Asche des niedergebrannten Anwesens geborgen.
Eine andere Quelle besagt, daß S. zusammen mit seiner betagten Wirtin in seinem Garten bei Saratow durch einen Brand, der durch einen Überfall marodierender Banditen verursacht wurde, zu Tode gekommen ist.
Bischof Keßler schreibt darüber folgendes: “Ein fünfter Priester ist zwar nicht von den Bolschewisten erschossen worden, dessenungeachtet trägt der Bolschewismus die Verantwortung für den Tod dieses Geistlichen. P. Georg Sauer ... wohnte mit seiner bejahrten Wirtschafterin in seinem Garten unweit Saratoffs. Des Nachts überfielen ihn räuberische Banden, ermordeten ihn und seine Wirtin und, nachdem sie seine geringen Habseligkeiten an sich genommen hatten, zündeten sie das ärmliche Anwesen an und verbrannten beide Leichen, die man bald darauf in verkohltem Zustand fand.”
Literatur R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 425f.; J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 202, 228, 266, 270, 273, 345; J. Keßler, Geschichte der Diözese Tyraspol (Dickinson / USA 1930) 261.

Pfarrer Joseph Scheiner
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1873 bei Odessa
+ 1922 Odessa

Joseph Scheiner wurde 1873 im Schwarzmeergebiet geboren und empfing 1896 nach Abschluß des Priesterseminars zu Saratow die Priesterweihe. Von 1911 bis 1914 war er Pfarrer in Ackermann / Bessarabien. Von 1914 bis 1922 diente er als Administrator in der St. Klemens-Kirche zu Odessa.
Nach mündlicher Überlieferung seiner Pfarrgemeinde wurde S. 1922 verhaftet, weil er sich weigerte, den Machthabern die Kirchenutensilien auszuliefern; er ließ die Kirchengegenstände unter die Gläubigen verteilen, damit diese vor den Häschern in Sicherheit gebracht würden.
Er wurde wegen “Versteckens der kirchlichen Wertgegenstände durch die Gläubigen” zum Tode verurteilt und noch am selben Tag erschossen. Auf Bitten der Pfarrgemeinde wurde die Leiche zur Beerdigung freigegeben und S. auf dem katholischen Friedhof zu Odessa beigesetzt.
Literatur R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 428; J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 160, 164, 211, 368.

Pfarrer Johannes Schneider
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1879 Straßburg
+ März 1944 Straßburg

Johannes Schneider wurde 1879 in Straßburg / Odessa geboren. Nach Abschluß des Priesterseminars zu Saratow empfing er am 23.12.1901 die Priesterweihe. Die Heimatprimiz feierte er zu Pfingsten 1903 in Straßburg. Anwesend waren: Dekan Hartmann, Dekan Baier, die Pfarrer: Dobrowolski, J. Nold, Fetsch. Gastgeber war Pfarrer Leibham. Vom 29.5.1903 bis 1904 war er als Vikar in Kostheim, danach vom 27.6.1904 bis zum 25.9.1911 als Pfarradministrator der neuen Pfarrei Blumenfeld tätig. Von 1911 bis 1915 und danach hatte er die Pfarrei Rosental geleitet.
1928 befand er sich in seinem Heimatdorf Straßburg, von hier wurde er in den 30er Jahren vertrieben. Im März 1944 ist S. nach dem Rückzug der deutschen Truppen aus dem Schwarzmeergebiet von den Soldaten der Roten Armee erschossen worden.
Literatur R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego); J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 200, 213, 216, 248, 253, 258f., 262, 267, 277, 288f., 295, 340.

Pfarrer Andreas Schönberger
Priester der Doözese Tiraspol-Saratow
* 1885 Seelmann
+ 3. November 1937 Solowez-GULag

Andreas Schönberger wurde 1885 in Seelmann bei Mariental / Wolgagebiet geboren. Nach erfolgreichem Abschluß des Priesterseminars zu Saratow wurde er 1907 zum Priester geweiht. Von 1907 bis 1914 leitete er die Pfarrei Rothammel, 1915 war er als Pfarradministrator in Panowka, Gouvernement Saratow, Dekanat Kamenskoje, tätig. Von 1914 bis 1917 war er Pfarrer in Gusarowo, von 1917 bis 1928 hat er als Kurat in Semjenowka, Dekanat Kamenka gewirkt und ab 1928 die Pfarrei in seiner Heimatgemeinde Seelmann seelsorgerisch versorgt.
Am 10.5.1930 wurde er von der Geheimpolizei in Pokrowskoje / Wolgagebiet wegen angeblicher Zugehörigkeit zur Verschwörergruppe der deutschen Geistlichkeit im Wolgagebiet verhaftet, in einer Einzelkammer im Saratower Gefängnis festgehalten und am 16.8.1930 in das berüchtigte Butyrka-Gefängnis nach Moskau überstellt. Am 20.4.1931 wurde er von einem Kollegium der Geheimpolizei (OGPU) beschuldigt, zu der Verschwörergruppe der Geistlichkeit im Wolgagebiet anzugehören und zum Tode verurteilt. Die Todesstrafe wurde durch eine Haftstrafe in einem Konzentrationslager ersetzt, und S. ins KZ auf die Solowezki-Inseln verbracht. Im Sommer 1937 wurde er dort erneut verhaftet und gemäß Beschluß einer Sondertroika des Kollegiums der Geheimpolizei (UNKWD) der Leningrader Gebietsverwaltung zum zweiten Mal nach den berüchtigten Art. 58-2, 4, 6 und 10 des Kriminalkodexes Rußlands zum Tode verurteilt. Am 3.11.1937 ist S. im Gefängnis der Solowezki-Inseln durch Erschießen hingerichtet worden.
Literatur R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 428f.; J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 248, 253, 259, 369; I. Osipowa, “V jazvach svoich sokroj menja...” (Moskau 1996) 211.

Pfarrer Alois Schönfeld
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 13. April 1872 Pfeiffer (Gebiet Saratow)
† 6. April 1938 Straflagerkomplex Karlag (Kasachstan)
Alois Schönfeld wurde am 13.4.1872 in Pfeiffer, das zum Gouvernement Saratow gehört, geboren. Nach Abschluß des philosophisch-theologischen Studiums am Priesterseminar Saratow empfing er 1895 die Priesterweihe. In den Jahren zwischen 1895 und 1898 war er Seelsorger in Kostheim, zwischen 1898 und 1903 in Roshdestwenskoje, von 1903 bis 1905 in Stawropol, von 1905 bis 1911 in Simferopol und von 1911 bis 1923 in Jamburg. Mit dem Jahre 1923 wirkte er seelsorglich in Odessa. S. wurde 1924 wegen "konterrevolutionärer Tätigkeit" zu drei Jahren Verbannung in Wjatka verurteilt. Nach der Rückkehr aus der Verbannung ließ er sich in Sinowjewsk (Gebiet Odessa) nieder, wurde 1932 wiederum einer strafrechtlichen Untersuchung unterzogen und unter Entzug des Wahlrechts freigelassen. Im Jahre 1934 fuhr er mehrmals nach Kiew, um mit den Katholiken die Eucharistie zu feiern. Am 29.7.1935 wurde S. unter der Beschuldigung verhaftet, eine konterrevolutionäre, nationalistische Gruppe gebildet zu haben, und am 14.5.1936 auf Beschluß der Sonderberatung des NKWD Kollegiums der Ukrainischen SSR nach Artikel 54 4 und 11 des Strafgesetzbuchs der Ukrainischen SSR zu fünf Jahren Arbeitslager verurteilt und am 9.9.1936 in den Straflagerkomplex Karlag deportiert. Am 6.4.1938 erlag er hier den erlittenen Torturen..
Literatur Czaplicki-Ossipowa, Martirolog, 191f.; Dzwonkowski, 430f., 587; Ossipowa, 248; Schnurr, Kirchen, 291f., 299f., 352.

Pfarrer Jakob Schönfeld
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1884 Husaren (Gebiet Saratow)
† 19. September 1937 Straflager Siblag (Sibirien)
Im Jahre 1884 kam Jakob Schönfeld in Husaren im Gouvernement Saratow zur Welt. Nach Abschluß des Studiums am Priesterseminar Saratow empfing er 1908 die Priesterweihe. Danach war er Seelsorger in Rohleder (Gouvernement Samara) und in Krasnoje in Bessarabien, ab 1910 Administrator der Gemeinde Alexandrowka auf der Krim. Am 18.11.1929 verhaftet, wurde der Diözesanpriester am 16.3.1930 auf Beschluß der Troika der OGPU der Krim nach Artikel 58 10 des Strafgesetzbuchs der RSFSR zu zehn Jahren Straflager verurteilt und in das Straflager Siblag deportiert. Im Jahre 1937 wurde S. im Lager unter der Beschuldigung "antisowjetischer Agitation" verhaftet, am 18.9.1937 auf Beschluß der UNKWD Troika der Region Westsibirien nach Artikel 58 10 des Strafgesetzbuchs der RSFSR zum Tode verurteilt und am 19.9.1937 erschossen.
Literatur Czaplicki-Ossipowa, Martirolog, 192; Dzwonkowski, 432, 587; Ossipowa, 248; Schnurr, Kirchen, 275, 278, 364. Vgl. R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 432; J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 275, 278, 364.

Pfarrer Klemens Schönheiter
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1873 Neukolonie
+ nach 1931 Jaroslawl

Klemens Schönheiter wurde 1873 in Neukolonie bei Seelmann / Wolgagebiet geboren. Nach Abschluß seines Studiums am Priesterseminar zu Saratow empfing er 1897 die Priesterweihe und wurde am 3.7.1897 für zwei Jahre zum Pfarrverweser in Hildmann / Wolgagebiet ernannt. Von 1899 bis 1917 diente er als Pfarradministrator in Ustj-Grjasnucha im Gouvernement Saratow. Anschließend war er von 1918 bis 1928 nachweislich Pfarrer in Göbel, zeitweise auch in Köhler / Wolgagebiet.
1925 wurde er von der Geheimpolizei verhaftet, nach Artikel 110 des Kriminalkodexes Rußlands angeklagt, aber vom Gericht aus Mangel an Beweisen freigesprochen.
Am 2.2.1930 hat die Geheimpolizei S. in seiner Pfarrei Göbel erneut verhaftet und zusammen mit 8 weiteren deutschen Priestern beschuldigt, der Verschwörergruppe der deutschen Geistlichkeit im Wolgagebiet anzugehören. Am 6.6.1931 wurde er vom Kollegium der Geheimpolizei (OGPU) in einem Gruppenprozeß zusammen mit anderen deutschen Geistlichgen zu 3 Jahren Konzentrationslager verurteilt - zunächst in Einzelhaft im Gefängnis zu Jaroslawl / Wolga “politisch isoliert”.
Über sein weiteres Schicksal geben die Archivunterlagen keine Auskunft, aber es ist anzunehmen, daß S. im Gefängnis ums Leben gekommen ist.
Literatur R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 432; J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 248, 255, 259, 356; I. Osipowa, “V jazvach svoich sokroj menja...” (Moskau 1996) 211f.

Pfarrer Florian Schulz
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 26. Mai 1873 Landau (Odessa)
† nach 1933 in der Verbannung im Hohen Norden
Florian Schulz wurde am 26.5.1873 in Landau bei Odessa als Kind einer Bauernfamilie geboren. Nach Abschluß des Studiums am Priesterseminar Saratow empfing er am 9.6.1896 die Priesterweihe. Anschließend war er Seelsorger in Kandel bei Odessa, später in Blumenfeld und in Wittmann im Wolgagebiet. Am 10.11.1925 wurde S. unter der Beschuldigung verhaftet, „für den Widerstand gegen die Maßnahmen der Sowjetmacht in Fragen der Volksbildung und der Überwindung des Analphabetentums agitiert zu haben“, und bis zur Verurteilung in Haft gehalten. Am 26.3.1926 verurteilte man S. zu drei Jahren Verbannung, auf die die Deportation nach Kasachstan folgte. Zunächst lebte er in Ksyl-Orda, nach einer gewissen Zeit in Kustanaj. Am 18.1.1929 wurde S. unter der Bedingung entlassen, sich in sechs großen Städten und in Grenzgebieten nicht niederlassen zu dürfen. Ab April 1929 lebte er in Stalingrad, wo er 1930 erneut verhaftet und am 1.12.1930 zu zehn Jahren Straflager verurteilt wurde. Danach folgte die Verbannung nach Wologda. Nach der Entlassung aus diesem Lager am 22.2.1933 wurde S. zum weiteren Abbüßen der verhängten Strafe in den Hohen Norden verbannt, wo er mit hoher Wahrscheinlichkeit die stalinistischen Säuberungen nicht überlebt hat.
Literatur Czaplicki-Ossipowa, Martirolog, 259f.; Dzwonkowski, 578; Ossipowa, 250; Schnurr, Kirchen, 353.

Pfarrer Emanuel Simon
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1872 Mariental
+ nach 1927 Solowez-GULag

Emanuel Simon wurde 1872 in Mariental auf der Krim geboren. Er absolvierte das Priesterseminar zu Saratow und wurde 1896 zum Priester geweiht. Danach nahm er als Pfarrer seine Aufgaben in verschiedenen Gemeinden wahr: von 1897 bis 1910 in Jamburg, von 1910 bis 1912 in Zarizyn (Wolgograd), von 1914 bis 1926 in Jenakijewo / Donjez. Von 1917 bis 1918 war er Prokurator (Ökonomverwalter) am Priesterseminar und Religionslehrer am Knabenseminar zu Saratow. Von 1921 bis 1926 war er Pfarrer in Pfeiffer, danach in Kostheim im Wolgagebiet.

1928 wurde er von der Geheimpolizei wegen sog. Spionagetätigkeit in Jenakijewo, bei Lugansk, Gebiet Donjezk, verhaftet und 1927 gemäß Beschluß eines Ausschusses der Geheimpolizei (OGPU) zu 10 Jahren Konzentrationslager verurteilt und auf die Solowezki-Inseln verbracht. Über sein weiteres Schicksal ist nichts mehr bekannt, aber man muß annehmen, daß S. dort gestorben ist.
Literatur R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 433; J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 246, 251, 289ff., 295, 297, 355; I. Osipowa, “V jazvach svoich sokroj menja...” (Moskau 1996) 199.

Pfarrer Alexander Staub
Priester der Diözese Tiraspol Saratow
* Mai 1870 Katharinenstadt (Wolga)
† 1961 Verbannung Alt-Maikuduk (Karaganda/Kasachstan)
Alexander Staub wurde im Mai 1870 in Katharinenstadt im Wolgagebiet geboren. Nach Abschluß des Studiums am Priesterseminar Saratow empfing er am 20.3.1894 die Priesterweihe. Im Anschluß daran war er als Seelsorger tätig: ab 1894 in Louis, ab 1895 in Christina und ab 1897 im Dorf München. Ab 1898 war S. Pfarrer der Kirchengemeinde in Kamenka, ab 1915 Pfarrer in Rosental bei Simferopol. Hier wurde S. am 15.1.1926 zum ersten Mal verhaftet, am 20.4.1926 zu drei Jahren Verbannung verurteilt und in den Ural deportiert. Im Jahre 1928 erfolgte die Freilassung, die mit seiner Rückkehr nach Rosental verbunden war. Am 20.4.1929 erneut verhaftet und zu drei Jahren Verbannung verurteilt, wurde S. nach Turinsk am Ural deportiert. Nach der Freilassung ließ sich S. 1932 in Tambow nieder, wurde hier am 4.1.1935 erneut verhaftet – diesmal in der „Gruppensache“ der kath. Geistlichen und Laien - und in das Zuchthaus Woronesch gesteckt. Im November 1935 wurde er zu zehn Jahren Arbeitslager verurteilt und in das Belbaltlag in die Lagerfiliale Medweshja Gora an der Kirowsker Eisenbahn gebracht. Im Januar 1945 wurde S. nach Kasachstan verbannt, wo er nach der Entlassung aus dem Verbanntenstatus im Jahre 1956 heimlich in Wohnungen die Eucharistie feierte. 1961 erlag er in Alt-Maikuduk (Karaganda/Kasachstan) den Folgen der Haft. Nach einem anderen Zeugnis, das brieflich vorliegt, verstarb er erst am 3.12.1963 in Kasachstan.
Literatur Czaplicki-Ossipowa, Martirolog, 296f.; Dzwonkowski, 453f.; Ossipowa, 257; Schnurr, Kirchen, 350f. Vgl. R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 453; J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 233, 236, 248, 251, 263, 269, 280, 350.

Pfarrer Michael Still
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1893 Probuschedenije
+ nach 1938

Michael Still wurde 1893 in Probuschedenije / Mariupol in einer Bauernfamilie geboren. Vor 1914 war er Subdiakon in der katholischen Kirche zu Sofijewka. Von 1914 bis 1917 diente S. als Soldat in der Zarenarmee, 1917 bis 1918 war er als Lehrer in einer Schule des Bezirks Mariupol angestellt, und von 1918 bis 1925 nahm er in der Staatsverwaltung verschiedene Posten ein. 1925 wurde S. zum Priester geweiht. Danach war er Pfarrer in Fritz und Kasizk. 1928 war er Pfarradministrator in Urbach auf der Krim und in Odessa.
Am 2.2.1930 wurde er im Wolgagebiet wegen angeblicher Zugehörigkeit zur Verschwörergruppe der deutschen Geistlichkeit im Wolgagebiet zusammen mit acht weiteren Geistlichen verhaftet, vor ein Gericht der Geheimpolizei gestellt und gemäß Beschluß eines Kollegiums dieser Behörde (OGPU) am 6.6.1931 zu 3 Jahren Konzentrationslager verurteilt (s.a. Gerichtsurteil gegen Pfarrer Georg Baier).
Im Sommer 1934 wurde S. in die Verbannung verbracht. Seitdem ist von ihm jede Spur verloren. Nach schriftlicher Auskunft der Polnischen Botschaft in Moskau vom 28.6.1938 befand sich S. zusammen mit 9 deutschen Priestern in der Verbannung.
Es ist anzunehmen, daß S. die Strapazen des sowjetischen KZ-Systems nicht überlebt hat.
Literatur R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 454f.; J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 264, 375; I. Osipowa, “V jazvach svoich sokroj menja...” (Moskau 1996) 213.

Pfarrer Paul Schubert
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1873 Jekaterinowka
+ 20. September 1937 Medweschja Gora

Paul Schubert wurde 1873 in Jekaterinowka bei Jamburg im Gouvernement Jekaterinoslaw (später Dnjepropetrowsk) geboren. Nach Abschluß des Saratower Priesterseminars empfing er am 8.9.1897 die Priesterweihe. Am 31.12.1901 wurde S. zum Pfarrverweser in Semjenowka / Kuban im Kaukasus bestimmt. 1914 war er Pfarrer und Dekan in Simferopol auf der Krim und 1928 als Pfarrer an der “Mariae-Himmelsfahrtskirche” zu Odessa tätig.
1932 wurde S. in Odessa von der Geheimpolizei verhaftet und zu 5 Jahren Konzentrationslager verurteilt. Anschließend wurde er in das KZ Swirstroj verschleppt, wo er bis zum Herbst 1934 auf dem Bau arbeitete. Im März 1937 wurde S. ins Konzentrationslager Medweschja Gora des berüchtigten Belbaltlag am Weißmeer-Ostsee-Kanal verbracht.
1937 wurde er in diesem Konzentrationslager erneut vor Gericht gestellt und von einer Troika des NKWD der Karelischen ASSR zum Tode verurteilt. Die Hinrichtung ist höchstwahrscheinlich dort vollstreckt worden.
Literatur R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 432f.; J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 160, 164, 275f., 300, 355; A. Solschenizyn, Archipel GULag, Bd.1 der polnischen Ausgabe (Warschau 1990) 64.

Pfarrer Ignatius Schuckel
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1877
+ 1935 Solowez-GULag

Ignatius Schuckel wurde 1877 geboren. Nach Abschluß des Priesterseminars zu St. Petersburg wurde er 1903 zum Priester geweiht. Von 1905 bis 1909 war er Pfarradministrator in Neschin im Gouvernement Gomel / Weißrußland, von 1909 bis 1928 Pfarradministrator in der Kirchengemeinde des Heiligen Antonius in Witebsk / Weißrußland.
1932 wurde er von der Geheimpolizei als “Teilnehmer einer konterrevolutionären aufständischen Organisation (POV)” verhaftet und vor Gericht gestellt. Gemäß Beschluß des Kollegiums der Geheimpolizei (OGPU) wurde S. zu 5 Jahren Lagerhaft verurteilt und auf die Solowezki-Inseln verbracht, wo er 1935 verstorben ist.
Literatur I. Osipowa, “V jazvach svoich sokroj menja...” (Moskau 1996) 214.

Pfarrer Johannes Thauberger
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1890 Klosterdorf
+ nach 1938 Karaganda

Johannes Thauberger wurde 1890 in Klosterdorf geboren und empfing 1915 nach Abschluß seiner Studien die Priesterweihe. Von 1915 bis 1918 studierte er an der Geistlichen Akademie zu St. Petersburg. Sein Studium konnte er vermutlich wegen der Revolutionsereignisse nicht vollenden. In den Jahren 1918/1919 war er Lehrer für Theologie am Seminar zu Saratow und nach Verlegung des Seminars auch in Odessa. Von 1920 bis 1922 war er als Pfarrer in Selz / Odessa und von 1923 bis zur Schließung der Kirche im Jahre 1935 als Pfarrer bzw. Pfarradministrator in Karlsruhe / Odessa tätig.
1935 wurde T. von der Geheimpolizei verhaftet und wegen angeblich illegaler Verbindungen zum Ausland Anfang Mai 1935 (zusammen mit einer Gruppe deutscher katholischer Geistlicher) zu einer Gefängnisstrafe von 10 Jahren verurteilt.
Aus einer schriftlichen Auskunft der Polnischen Botschaft in Moskau vom 28.6.1938 geht hervor, daß sich T. damals mit einer Gruppe deutscher Priester in Karaganda / Kasachstan befand. Über das weitere Schicksal von T. gibt es keine Informationen.
Literatur R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 479f.; J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 57, 191, 211, 217, 221, 369.

Pfarrer Adam Wagner
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1894 Nowaja Krasnowka
+ 25. Dezember 1937 Nowosibirsk

Adam Wagner wurde 1894 in einer Bauernfamilie im Dorf Nowaja Krasnowka / Ukraine geboren. Nach dem Abschluß im Priesterseminar zu Saratow wurde er 1919 von Bischof Anton Zerr zum Priester geweiht. Anschließend war er als Pfarrer in Landau / Odessa tätig.
Ab 1925 wurde er zum Pfarradministrator von Mariupol, Dekanat Berdjansk, Ukraine bestellt, wo er 1933 verhaftet wurde. Am 23.2.1934 wurde W. auf Beschluß einer Troika der Geheimpolizei (OGPU) zu 10 Jahren Konzentrationslager verurteilt und nach Sibirien verbracht.
Am 25.12.1937 wurde er gemäß Beschluß einer Troika der Geheimpolizei (UNKWD) in Nowosibirsk zum Tode verurteilt und vermutlich am gleichen Tag im dortigen Gefängnis durch Erschießen hingerichtet.
Literatur R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 495; J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 60, 286, 289, 372; I. Osipowa, “V jazvach svoich sokroj menja...” (Moskau 1996) 155.

Pfarrer Michael Wallieser
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1892 Speyer
+ nach 1935

Michael Wallieser wurde 1892 in Speyer bei Odessa in einer Bauernfamilie geboren. Nach Abschluß des Priesterseminars zu Saratow empfing er 1916 die Priesterweihe. Um 1920 war er als Pfarrer in Kleinliebental / Odessa tätig und 1928 in Neu-Mannheim / Odessa.
1934 wurde W. von der sowjetischen Geheimpolizei verhaftet und ins Gefängnis verbracht. Über sein weiteres Schicksal ist nichts überliefert. Es ist aber mit Sicherheit anzunehmen, daß W. die Gefängnisstrapazen nicht überlebt hat.
Literatur J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 179, 290, 292, 297, 370.

Pfarrer Jakob Warth
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 4. November 1894 Heidelberg
+ 18. September 1970 Georgiewka

Jakob Warth wurde am 4.11.1894 in Heidelberg auf der Krim geboren. Die Priesterweihe empfing er heimlich von Bischof Anton Zerr 1924 in Karlsruhe / Odessa, anschließend feierte er seine Primizmesse in Heidelberg / Gebiet Odessa. 1928 war er Pfarradministrator in Bergtal im Dekanat Eichwald.
Mitte der 30er Jahre wurde W. verhaftet und nach Mittelasien deportiert. 1938 war er zusammen mit den Priestern Loran, Kruschinsky, Neugum und Straub im Verbannungsort Talgar / Kasachstan.
Er ist am 18.9.1970 in Georgiewka / Südkasachstan in der Verbannung verstorben.
Literatur R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 326; J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 57, 286, 289, 375.

Pfarrer Peter Weigel
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1892 Herzog
+ 3. November 1937 Solowez-GULag

Peter Weigel wurde 1892 in Herzog im Bezirk Mariental / Wolgagebiet geboren. Nach Abschluß des Priesterseminars zu Saratow empfing er 1916 die Priesterweihe. Er wurde 1917 bekannt als “Organisator der Wolgadeutschen”. Im Jahre 1921 war er als Vikar in Mariental / Wolgagebiet bei Dekan Nikolaus Kraft tätig.
Später übernahm er die Pfarrstelle in der deutschen Gemeinde in Herzog und war 1928 als Kurat in Mariental tätig. Er war ein großer Kenner der deutschen und ausländischen Literatur .
Am 2.2.1930 wurde er verhaftet und beschuldigt, an der Gruppenverschwörung der deutschen katholischen Geistlichen im Wolgagebiet gegen die Sowjetregierung teilgenommen zu haben. Am 18.6.1930 wurde er in das berüchtigte Butyrka-Gefängnis bei Moskau zur weiteren Untersuchung gebracht, wo er am 20.4.1931 gemäß Beschluß der Geheimpolizei (OGPU) zur Höchststrafe verurteilt wurde. Die Todesstrafe wurde später in 10 Jahre Konzentrationslager umgewandelt. Er wurde anschließend auf die Solowezki-Inseln verbracht und dort im Jahre 1937 im KZ erneut vor Gericht gestellt.
Am 9.10.1937 ist W. gemäß Beschluß einer Sondertroika des Innenministeriums (UNKWD) für das Gebiet Leningrad zum Tod durch Erschießen verurteilt und am 3.11.1937 im Solowezki-Gefängnis hingerichtet worden.
Der ehemalige Häftling J. Tschirkow schreibt, daß er von einem Pfarrer Peter Weigel im Solowezki-Gefängnis Deutschunterricht genommen habe. Nach dessen Aussagen soll W. in Pokrowsk geboren worden sein. Nach Abschluß des Priesterseminars habe er Theologie und Philosophie in Göttingen / Deutschland studiert. Ferner soll er ein Studium an der Universität Gregoriana zu Rom absolviert haben. In den 20er Jahren sei er als Missionar in Afrika und Paraguay tätig gewesen und 1931 nach Rußland zurückgekommen.
Literatur R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 508f.; J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 57, 264, 370; I. Osipowa, “V jazvach svoich sokroj menja...” (Moskau 1996) 157; J. Tschirkow, A wsjo bylo tak (Moskau 1991) 83ff., 130f., 150, 173f.

Pfarrer Leo Weinmayer
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1884 Neukolonie
+ nach 1931

Leo Weinmayer wurde 1884 in Neukolonie im Wolgagebiet geboren. Er absolvierte das Priesterseminar zu Saratow, studierte Orgelmusik in Bayern und Wien. Danach war er lange Zeit Orgelspieler im Dom von Saratow. Er soll ab 1912 seelsorgerisch in Neu-Mariental, Pfarrei Liebental, Gouvernement Samara, Dekanat Jekaterinoslaw, tätig gewesen sein. Von 1921 bis 1928 war er Pfarradministrator in Pfeiffer, von wo ihm die Flucht vor der Geheimpolizei gelungen sei.
1931 ist W. in Obermonjour verhaftet und ins Gefängnis nach Pokrowsk gebracht worden. Weitere Informationen über das Schicksal von W. sind nicht überliefert.
Literatur R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 510; J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 67, 240, 248, 251, 369.

Pfarrer Klemens Weißenburger
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 23. November 1892 Selz
+ 4. August 1919 Selz

Klemens Weißenburger wurde am 23.11.1892 in Selz / Odessa in einer Bauernfamilie geboren. Im Jahre 1912 besuchte er die vierte Klasse des Knabenseminars. Nach Abschluß des Priesterseminars zu Saratow empfing er 1917 die Priesterweihe. Seinen Kirchendienst trat er im Herbst 1917 als Vikar in der Kirchengemeinde Köhler / Wolgagebiet bei Pfarrer Martin Fix an. Ab Herbst 1918 bis April 1919 war er Vikar in seinem Heimatdorf Selz / Odessa. Dies war die letzte Wirkungsstation des 26jährigen Geistlichen. Die Terrorwellen des russischen Bürgerkrieges erreichten auch sein Heimatdorf Selz.
Die Militärverbände der Roten und die der Weißen zogen abwechselnd durch die deutschen Dörfer am Schwarzen Meer. Ihnen folgten anarchistische Banden des Machno und nationalistische ukrainische Verbände, die alles Getreide, Pferde und Ausrüstungen in den Dörfern requirierten. Nicht nur die ukrainischen und russischen Bauern, sondern auch die deutschen Kolonisten setzten sich zur Wehr und versuchten sich zu verteidigen. Am Sonntag, dem 4.8.1919, griff ein Verband der regulären Roten Reiterarmee des Generals Kotowski die deutschen katholischen Dörfer Straßburg, Baden, Selz und Kandel mit schwererer Artillerie an. Die Menschen wurden von panischer Angst ergriffen und suchten Flucht auf den Feldern, in den mit Schilfrohr bewachsenen Sümpfen und im ukrainischen Nachbardorf. Die Aggressoren brachen in die Wohnhäuser ein, raubten Hab und Gut, vergewaltigten Frauen und Mädchen, verhafteten die wehrlosen Männer und Frauen und sperrten 87 Geiseln in der Pfarrkirche zu Selz / Odessa ein. Am Montagmorgen führten sie ihre Opfer durch die Hauptstraße in die Nähe des Friedhofes, wo sie bei Sonnenaufgang hingerichtet werden sollten. Als die Menschen an der Pfarrkirche vorbeigeführt wurden, schloß sich ihnen der junge W. an, um seinen Gläubigen beizustehen.
Am Hinrichtungsplatz angekommen, wurde ein Hinrichtungskommando aufgestellt, um die Unschuldigen zu erschießen. Die Menschen protestierten, beteuerten ihre Unschuld und verlangten ein gerechtes Verfahren.
In der Hoffnung, seine Gläubigen, von denen die meisten Männer waren und Familien hatten, vor dem Tode zu retten, machte W. den heldenhaften Versuch und bot sich selbst als Ersatz an. Er sagte: “Alle diese Männer sind unschuldig! Ich allein war es, der sie aufwiegelte zu revoltieren. Seien Sie gnädig und haben Sie Mitleid mit den Unschuldigen”. Die Antwort des Befehlshabers war unbarmherzig: “Wenn du das getan hast, bist du schuldig wie alle andern und mußt dafür mit dem Leben bezahlen”.
W. versuchte, den Frauen und Männern Trost zu spenden: “Liebe Brüder, ich verlasse Euch hier auf dieser geheiligten Erde, auf welcher schon Eure Vorväter lebten, arbeiteten und sich zur Ruhe niederlegten. Ihr habt gekämpft für Ehre, Liebe und Zuhause - das Grundrecht eines jeden Menschen: Vater unser, der Du bist im Himmel...”
Zwei Rotgardisten schossen in seine erhobenen Hände, ein Dritter stach ihm mit dem Bajonett in die Brust. Blutüberströmt viel W. zu Boden, während die knatternden Maschinenpistolen 87 unschuldige Menschen niederschossen und alle in ein grausames Bild von blutüberströmten Körpern verwandelten.
Literatur R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 510; J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stutt-gart 1980) 57, 191, 257, 372; J. Height, Paradise on the Steppe. The Odyssey of a Pioneering People (Chelsea / USA 1973) 326ff.; A. Bosch, J. Lingor, Entstehung, Entwicklung und Auflösung der deutschen Kolonien am Schwarzen Meer (Stuttgart 1997).

Pfarrer Jakob Wolf
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1891 Neu-Liebental
+ nach 1940

Jakob Wolf wurde 1891 in Neu-Liebental (Wolkowo) bei Tiraspol in Bessarabien in einer Bauernfamilie geboren. Nach Abschluß des Priesterseminars zu Saratow empfing er 1914 die Priesterweihe und wurde in Kostheim / Krim und später in seiner Heimatpfarrei Neu-Liebental als Pfarrer eingesetzt. 1917 war er in der Gemeinde Semjenowskoje / Kuban im Nordkaukasus tätig.
Ab Dezember 1924 war W. Pfarrer in Noworossijsk / Krim, wo er am 13.8.1930 mit einer Gruppe deutscher katholischer Priester verhaftet und beschuldigt wurde, an der Verschwörung der katholischen Geistlichen des Wolgagebietes gegen die Regierung beteiligt gewesen zu sein. Anfang 1931 wurde er zur weiteren Untersuchungshaft ins Gefängnis der Stadt Rostow am Don verbracht, wo er am 18.5.1931 gemäß Beschluß einer Troika der Geheimpolizei (OGPU) zu 5 Jahren Konzentrationslager verurteilt wurde.
Nach einer Meldung des Kaplans Leopold Marie Braun in der Botschaft der USA in Moskau vom 20.5.1940 wurde W. zusammen mit seinem Bruder nach Gorki verlegt, wo er an Malaria erkrankte.
Später soll er an die Bering-Straße in Nordostsibirien deportiert worden sein. Über sein weiteres Schicksal ist nichts mehr bekannt. Es ist mit Sicherheit anzunehmen, daß W. im Hohen Norden verstorben ist.
Literatur R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 517; J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 57, 372; I. Osipowa, “V jazvach svoich sokroj menja...” (Moskau 1996) 159f.

Pfarrer Josef Wolf
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 24. Mai 1882 Neu-Liebental
+ nach 1935 UdSSR

Josef Wolf wurde am 24.5.1882 in Neu-Liebental (Wolkowo) / Odessa geboren. Er absolvierte das Priesterseminar zu Saratow und erhielt die Subdiakonatsweihe am 22.2.1904 durch die Hand von Bischof von der Ropp; die Priesterweihe empfing er am 26.5.1905. Danach ging Vikar W. vom 2.8.1905 bis September 1906 seinen Verpflichtungen als Religionslehrer in Karlsruhe / Odessagebiet nach. Vom 9.9.1906 bis 2.8.1908 war er Prediger in Odessa. Dort gründete er eine deutsche Bibliothek und einen deutschen Mariahilf-Verein. Ab dem 3.8.1908 ist er als Spiritual und ab 1919 als Präfekt am Priesterseminar tätig.
Am 20.7.1912 ist W. zum Administrator des Turgai-Gebietes in Sibirien (heute Kustanai-Gebiet in Kasachstan) berufen worden. Von 1929 bis 1935 war er Pfarrer in Selz / Odessa.
Wie das neu veröffentlichte Martyriologium von Odessa berichtet, ist W. zu 10 Jahren Konzentrationslager verurteilt worden. Es ist mit Sicherheit anzunehmen, daß W. die Haftzeit im sowjetischen KZ nicht überlebt hat.
Literatur R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 517; J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 161, 185, 191, 217, 222, 304, 364; L. Kowaltschuk, G. Razumow, (Hrsg.) Odesskij Martirolog. Dannye o repressirovannych Odessy i Odesskoi oblasti za gody sowetskoi wlasti. Bd. 1 (Odessa 1997) 411.

Pfarrer Michael Wolf
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1890 Neu-Liebental
+ 3. November 1937 Solowez-GULag

Michael Wolf wurde 1890 in Neu-Liebental (Wolkowo) bei Tiraspol geboren. Nach Abschluß des Priesterseminars zu Saratow absolvierte er seine Studien an einer Theologischen Universität im Ausland und wurde 1918 nach seiner Rückkehr in die Heimat zum Priester geweiht, danach versah er seinen Dienst als Pfarrer in Dnjepropetrowsk. Vor Schließung des Saratower Priesterseminars in den Jahren 1917- 1919 war er eine Zeitlang dort als Professor für die Heilige Schrift und Geschichte zuständig und nach dem Umzug des Priesterseminars auch weiterhin in Odessa. Von 1919 bis 1923 versah er seinen seelsorgerischen Dienst als Vikar in Neu-Kandel (Bogunskoje) mit Filialen in Alexanderfeld (Kusakowo II) und Neu-Elsaß in der Ukraine. Von 1923 bis 1929 war W. Pfarrer in Dnjepropetrowsk, Dekanat Jekaterinoslaw.
Am 8.6.1929 wurde er in Dnjepropetrowsk verhaftet und am 30.8.1929 zu 10 Jahren Lagerhaft (bis zum 8.6.1939!) verurteilt. Am 30.4.1930 wurde er auf die Solowezki-Inseln verbracht und 1931 in ein anderes KZ auf der Insel Anser verlegt, wo sich bereits 32 weitere katholische Geistliche befanden. Am 9.7.1932 wurde er im KZ erneut vor Gericht gestellt. Diesmal wurde ihm zur Last gelegt, an der antisowjetischen Gruppenverschwörung beteiligt gewesen zu sein: “Gründung einer antisowjetischen Gruppe, die antisowjetische Propaganda führt, heimlich Gottesdienste und religiöse Kulthandlungen abhält und illegale Verbindungen mit Kreisen außerhalb des Lagers führt, mit dem Ziel, Spionageinformationen über die Lage der Katholiken in der UdSSR ins Ausland zu vermitteln”.
Der Haftrichter beantragte, den Pfarrer “getrennt von allen zu halten”. Er wurde im Konzentrationslager der Solowezki-Inseln belassen.
Am 9.10.1937 wurde W. gemäß Beschluß einer Troika des Leningrader NKWD zum Tode verurteilt und am 3.11.1937 im Gefängnis der Solowezki-Inseln erschossen.
Literatur R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 51; J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 202, 290f., 368f; I. Osipowa, “V jazvach svoich sokroj menja...” (Moskau 1996) 159.

Pfarrer Lorenz Wolf
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 10. Dezember 1871 Kleinliebental
+ nach 1935

Lorenz Wolf wurde am 10.12.1871 in Kleinliebental / Odessa geboren. Nach Abschluß des Priesterseminars zu Saratow erhielt er am 8.9.1897 die Priesterweihe und war für kurze Zeit als Vikar an der Kathedralkirche zu Saratow tätig. Vom 21.1.1898 bis September 1898 war er Vikar in Kostheim. Vom 27.9.1898 bis 10.10.1908 hatte er die Stelle des Pfarrverwesers und anschließend des Pfarrers in München / Odessa inne. 1908 ist er zum Kurat befördert und nach Neu-Liebental (Wolkowo) versetzt worden, wo er noch 1914 als Pfarrer tätig war.
1928 wirkte er als Pfarrer in Elsaß / Odessa, bis er 1935 von der Geheimpolizei verhaftet und ins Gefängnis nach Odessa gebracht wurde. Ihm wurde in einem Gerichtsprozeß zur Last gelegt, daß er seinen Gläubigen mit aus dem Ausland erhaltenen Finanzmitteln illegal geholfen habe. Dafür wurde er zu 10 Jahren Konzentrationslager verurteilt. Die Höhe des Strafmaßes wird in einer weiteren Quelle anders angegeben, wonach W. zu 6 Jahren Konzentrationslager verurteilt wurde.
Über das weitere Schicksal von W. ist nichts überliefert. Es ist mit Sicherheit anzunehmen, daß er in der sowjetischen Lagerhaft verstorben ist.
Literatur R. Dzwonkowski, Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSR 1917-1939. Martyrologium (Lublin 1998; Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersitetu Lubelskiego) 518; L. Kowaltschuk, G. Razumow, (Hrsg.) Odesskij Martirolog. Dannye o repressirovannych Odessy i Odesskoi oblasti za gody sowetskoi wlasti. Bd. 1 (Odessa 1997) 411.

Pfarrer Johann Zimmermann
Priester der Diözese Tiraspol-Saratow
* 1885 Wolgagebiet
+ nach 1931

Johann Zimmermann wurde 1885 im Wolgagebiet geboren. Nach Abschluß seiner Studien im Priesterseminar zu Saratow wurde er 1908 zum Priester geweiht und übernahm anschließend die Pfarreien in Astrachan und danach in Zarizyn (Wolgograd). Darauf war er bis zu seiner endgültigen Verhaftung Pfarrer im Dekanat Saratow.
Zwischen 1918 und 1924 wurde er unter dem Vorwand, “konterrevolutionäre Tätigkeit” zu betreiben, von der Geheimpolizei mehrmals verhaftet. Er wurde jedoch wegen fehlender Beweise immer wieder freigelassen. Schließlich wurde er 1925 erneut verhaftet und für zwei Jahre in die Region Syrjansk / Sibirien verbannt. 1927 wurde er aus der Verbannung unter der Auflage entlassen, sich nicht in 6 Großstädten niederlassen zu dürfen. Er nahm schließlich seinen Wohnsitz in Stalingrad (Wolgograd). Am 2.2.1930 wurde Z. erneut von der Geheimpolizei festgenommen und beschuldigt, “einer Verschwörergruppe deutscher Geistlichkeit im Wolgagebiet” anzugehören.
Am 6.6.1931 wurde Z. gemäß Beschluß eines Kollegiums der Geheimpolizei (OGPU) zu drei Jahren Konzentrationslager verurteilt. Über sein weiteres Schicksal sind in den Archivunterlagen keine Spuren mehr zu finden, aber es ist anzunehmen, daß Z. im GULag umgekommen ist.
Literatur J. Schnurr, Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil (Stuttgart 1980) 239, 246f., 369; I. Osipowa, “V jazvach svoich sokroj menja...” (Moskau 1996) 209.

Laien
Josef Eberle
Schlosser
* 1916 Semjonowka (Wolgagebiet)
† nach dem 29.8.1942 Ustj-Sysolsk (Hoher Norden)
Josef Eberle erblickte im Jahre 1916 in Semjonowka an der Wolga das Licht der Welt. Sein Vater übte den Beruf des Lehrers aus. Im Jahre 1930 wurde sein Vater im Gruppenprozeß der kath. Geistlichen und Gläubigen verurteilt, er selber als Minderjähriger mit seiner Mutter nach Ustj-Sysolsk (Hoher Norden) verbannt. Hier arbeitete der bekennende Katholik als Schlosser. Am 24.12.1941 erfolgte seine Verhaftung. Wenige Monate später, am 29.8.1942, wurde er zum Tode verurteilt und danach erschossen. Das genaue Datum seiner Hinrichtung ist unbekannt.
Literatur Czaplicki-Ossipowa, Martirolog, 488.


Josef Erler
Landwirt
* Jegorijewka (Krim)
† 1936 Gefängnis UdSSR
Josef Erler wurde in Jegorijewka auf der Krim geboren; sein Geburtsdatum ist bis zur Stunde unbekannt. Er war Teilnehmer des Bürgerkrieges, danach übte er den Beruf eines Landwirts aus. Aufgrund seiner kath. Überzeugung zeigte er sich als ein sehr aktives Gemeindemitglied. Im Jahre 1930 wurde E. verhaftet, der Steuerhinterziehung beschuldigt und zu einem Jahr und acht Monaten Zwangsarbeit verurteilt. Nach der Freilassung ersuchte E. karitative Organisationen in Deutschland, z.B. den „Caritas-Verband“, um Hilfe. Im Jahre 1931 wurde er vor Gericht gestellt und der antisowjetischen Propaganda beschuldigt. Später nahm man ihm das Wahlrecht unter dem Vorwand, er sei für die Kirche tätig gewesen. Im Jahre 1935 wurde E. verhaftet und im geheimen vom 1. bis 2.1. 1936 dauernden Gruppenprozeß der Katholiken (Sache „Erler u.a.“) zum Tode verurteilt. Das genaue Datum seiner Erschießung ist nach wie vor unbekannt.
Literatur Czaplicki-Ossipowa, Martirolog, 488f.

Josef Frank
Landwirt
* 1899 Rohleder (Wolgagebiet)
† 1937 Odessa
Josef Frank wurde 1899 in Rohleder an der Wolga geboren und röm.-kath. getauft. Er ging dem Beruf eines Landwirtes nach. Im Jahre 1928 wurde er enteignet und verbannt, kehrte aber bald wieder in sein Heimatdorf zurück. Zwei Jahre später flüchtete F. während der massenhaften Verhaftungen im Zusammenhang mit dem Gruppenprozeß der wolgadeutschen Katholiken, wurde in Abwesenheit verurteilt und steckbrieflich überall gesucht. F. wurde im Jahre 1937 in Odessa verhaftet, zum Tode verurteilt und erschossen. Das genaue Datum seiner Hinrichtung ist weiterhin unbekannt.
Literatur Czaplicki-Ossipowa, Martirolog, 485; H. C. Diedrich, Richard Goebel (Göbel), in: Schultze – Kurschat, Evangeliche Märtyrer, 552.

Magdalene Frison
Haushälterin
* 1897 Baden (Odessa)
† 22. Mai 1938 Magadan (Ferner Osten)
Im Jahre 1897 wurde Magdalene Frison in Baden bei Odessa geboren. Sie war Haushälterin bei ihrem Onkel Bischof Dr. Dr. Alexander Frison, dem Apostolischen Administrator von Odessa (vgl. Band II, 929-930). Mehrmals unternahm sie geheime Reisen im Auftrag ihres Onkels nach Sewastopol zu einem Priester namens Matwej Gudaitis, ferner nach Moskau zu Bischof Neveu; bei diesen Gelegenheiten überbrachte sie Geld und wichtige Korrespondenzen. Am 26.10.1935 wurde F. in Simferopol verhaftet und im geheimen Gruppenprozeß der Katholiken (Sache „Frison u.a.“) zwischen dem 11. und 17.3.1937 in Odessa zu acht Jahren Straflager verurteilt. Im Anschluß daran erfolgte die Deportation in das Zwangsarbeitslager Sewwostoklag im Ferner Osten. Am 7.4.1938 wurde F. hier verhaftet und der konterrevolutionären Tätigkeit unter den Häftlingen beschuldigt. Am 11.5.1938 zum Tode verurteilt, wurde sie am 22.5.1938 in Magadan erschossen.
Literatur Czaplicki-Ossipowa, Martirolog, 485; J. Baberowski, Zivilisation der Gewalt. Die kulturellen Ursprünge des Stalinismus, in: HZ 281 (2005) 59-102; K. Kellmann, Stalin. Eine Biographie (Darmstadt 2005).

Literaturverzeichnis
Ausstellungskatalog “Auf den Spuren einer Minderheit. Geschichte und Kultur der Deutschen in Rußland/UdSSR”. Landsmannschaft der Deutschen aus Rußland, Thorbecke-Verlag, 1989.
Bosch, Anton / Lingor, Josef. “Entstehung, Entwicklung und Auflösung der deutschen Kolonien am Schwarzen Meer”. Landsmannschaft der Deutschen aus Rußland. Verlag Kohlhammer. 3. Auflage Stuttgart, 1997.
Dzwonkowski, Roman, SAG. Losy duchowienstwa katolickiego w ZSSRR 1917-1939. “”. Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersytetu Lubelskiego. Verlag TN Kul. Lublin 1998.
Eisfeld, Alfred. “Die Rußlanddeutschen. Studienbuchreihe der Stiftung Ostdeutscher Kulturrat”. Bd. 2. Verlag Langen Müller. München 1992.
Fleischhauer, Ingeborg. “Die Deutschen im Zarenreich. Zwei Jahrhunderte deutsch-russischer Kulturgemeinschaft.” 1986, Deutsche Verlags Anstalt GmbH. Stuttgart.
Height S, Joseph, “Paradise on the Steppe. The Odyssey of a Pioneering Peo-ple” Chelsea/Michigan, 1973.
Heimatbuch der Landsmannschaft der Deutschen aus Rußland 1990/1991, Karte. Pokrowsk, 1922-IX.
Hildermeier, Manfred. “Geschichte der Sowjetunion 1917-1991. Entstehung und Niedergang des ersten sozialistischen Staates.” Verlag C.H. Beck. München, 1998. S. 328-330.
Historische Schrift “Volk auf dem Weg” des Kulturrates der Deutschen aus Rußland e.V. und der Landsmannschaft der Deutschen aus Rußland e.V., Ausgabe 1993, Stuttgart.
Keßler, Joseph Antonius, Titular-Erzbischof vom Bosporus, vormals Bischof von Tyraspol,
“Geschichte der Diözese Tyraspol”. Verlag von Rev. Georg Aberle, Dickinson N. Dakota USA, 1930.
Keßler, Joseph, Bischof von Tyraspol “Reiseerlebnisse”, Verlag von Rev. Georg Aberle, Dickinson N. Dakota USA, 1930.
Kowaltschuk Lidia Wsevolodowna und Razumow Georgij Aleksandrowitsch (Hrsg.) “Odesskij Martirolog”. Dannye o repressirovannych Odessy i Odesskoi oblasti za gody sowetskoi wlasti. Tom 1. Verlag OKFA. Odessa, 1997.
Osipowa Irina Osipowna “Birg in Deinen Wunden mich”. Verfolgungen der katholischen Kirche in der UdSSR. Nach Archivunterlagen der Untersuchungsrichter und Lagerverwaltungen (GULag). Verlag Serebrjanye niti”, Moskau, 1996.
Pallas, Peter Simon. Reise durch verschiedene Provinzen des Russischen Reichs. Dritter Teil. Vom Jahr 1772 und 1773, St. Petersburg 1776.
Schnurr, Joseph. “Die Kirchen und das religiöse Leben der Rußlanddeutschen. Katholischer Teil”, Stuttgart, 1980.
Schippan, Michael/Striegnitz, Sonja. Wolgadeutsche. Geschichte und Gegenwart. Verlag Dietz Berlin.
Skalkowski, Apollon S (Hrsg.) Chro-nologiceskoje obozrenije istorij novorossi-jskogo kraja. Cast` II., c 1796 po 1825. Odessa 1838.
Stumpp, Karl. Die Auswanderung aus Deutschland nach Rußland in den Jahren 1763-1862. Selbstverlag, Tübingen, 1974.
Tolstoi, Lew Nikolajewitsch. Anna Karenina, Teil IV. Russische neuaufgelegte Ausgabe in Stawropolski fond kultury, 1994.

Textautor: Anton Bosch, Nürnberg
Ergänzungen:

Wolfgang Grycz - Wendelin Mangold

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